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Tree antwortete auf Curcumin und Bioverfügbarkeit
09 Nov. 2016 22:37
  • Tree
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    11 September 2026
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Hallo Dirk-Michael,
das sind sehr wertvolle Informationen, vielen Dank.

Dirk-Michael antwortete auf Curcumin und Bioverfügbarkeit
09 Nov. 2016 20:44 - 09 Nov. 2016 21:01
  • Dirk-Michael
  • 33 Beiträge seit
    06 November 2016
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gex schrieb: Danke, Dirk-Michael, super Infos.
Kleine Nachfrage: wenn du "/ die" schreibst, dann heißt das "täglich". Richtig?
Also, bis zu 10 der Kapseln am Tag habt ihr schon gewagt, ich vermute ca. 50mg Curcumin pro Kapsel.
So wie Tree.

Die Sache mit dem CRP ist auch interssant. Beim MM spielt ja vor allem der Entzündungsbotenstoff Interleukin-6 (IL-6) eine üble Rolle, dem der CRP als Summenwert in etwa folgt. IL-6 bewirkt die Differenzierung der B-Zellen in Plasmazellen und verhindert dann noch die Apoptose und gibt dann auch noch den Osteoklasten Oberhand. Bei Pubmed finden sich auch Studien zu "Curcumin & IL-6".

Die Senfölglycosde sind ja auch in Moringa drin, was Tree im anderen Faden angesprochen hat, und wo Joseph drauf schwört. Und in Wasabi (am besten zum Lachs/Thun/Makrelen-Sushi), Rucola, Rettich, Radieschen.

Liebe Grüße Gerhard


Ja, '/die' = '/d' = daily, pro Tag.

Ich nehme 3 x 2 Kapseln Curcuflex am Tag.

Curucmin steuert bemerkenswert viele Signalwege. Wie Du schreibst, regelt es viele entzündungsfördernde Zytokine (IL-2, IL6, TNF-α) indirekt runter. Die Zytokine werden (gewollt) über Signalwege bei Infektionen, Nekrosen oder Traumata von Geweben freigesetzt und dienen im weitesten Sinne der Reparatur der 'beschädigten' Zelle. Also die Zellproliferation (Teilung) wird angeschubst. Das ist bei gesunden Zellen auch o.k. aber bei mutierten Zellen wird damit die Tumorprogression gefördert (Im Übrigen gehen heute viele Forscher und Onkologen davon aus, dass chronische Entzündungen zu 90% die Vorbedingungen für maligne Entwicklungen darstellen). Die ineinandergreifenden Signalwege sind teilweise sehr komplex und es würde hier den Rahmen sprengen. Wer sich das Curcumin-assoziierte pathway signaling ansehen möchte: www.goldvitamins.com/drcell.htm / openi.nlm.nih.gov/detailedresult.php?img...49-8546-6-31-2&req=4 / www.ijnpnd.com/viewimage.asp?img=IntJNut..._2_2_92_95930_u5.jpg .

Alle beeinflussten Signalwege in der Übersicht:

www.goldvitamins.com/images/curcumin3.jpg

Es gibt sogar eine kleine Dokumentation für die Kombination von Velcade (Bortezumib) mit Curcumin in Sachen Plattenepithelkarzinom der Mundhöhle (nicht MM!!!): www.medizin.uni-tuebingen.de/zzmk/cms/in...ticle_id=474&clang=0

Vorsicht. Es gibt auch Einschränkungen für die Kombination von Curcumin mit bestimmten Chemotherapeutika:

Curcumin erhöht die Chemosensitivität behandelter Tumorzellen gegenüber Vincristin, Melphalan, Cisplatin und 5-FU und verstärkt die Paclitaxel induzierte Apoptose. Allerdings behindert es die Apoptose von Mammacarcinomzellen unter Irinotecan und Doxorubicin. Auch konnte in Tierstudien die Rückbildung von Tumoren unter Cyclophosphamid verhindert werden.

Curcumin sollte daher wegen seiner syntagonistischen wie antagonistischen Wirkungen als Adjuvans nur bei positiver Interaktion bei folgenden Chemotherapeutika eingesetzt werden:

5-FU. Bortezumib, Butyrate, Celecoxib, Cisplatin, Doxorubicin, Etoposid, Gemcitabin, Melphalan, Oxaliplatin, Paclitaxel, Sulfinosine, Thalidomid, Taxol, Vincristin und Vinorelbin.

Quelle: www.erweiterte-medizin.de/infusionen/curcumin

Promoting Curcumin for a better world. www.curcumin-als-pharmakon.info
Letzte Änderung: 09 Nov. 2016 21:01 von Dirk-Michael.

gex antwortete auf Curcumin und Bioverfügbarkeit
09 Nov. 2016 19:54
  • gex
  • 592 Beiträge seit
    15 Juni 2016
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Danke, Dirk-Michael, super Infos.
Kleine Nachfrage: wenn du "/ die" schreibst, dann heißt das "täglich". Richtig?
Also, bis zu 10 der Kapseln am Tag habt ihr schon gewagt, ich vermute ca. 50mg Curcumin pro Kapsel.
So wie Tree.

Die Sache mit dem CRP ist auch interssant. Beim MM spielt ja vor allem der Entzündungsbotenstoff Interleukin-6 (IL-6) eine üble Rolle, dem der CRP als Summenwert in etwa folgt. IL-6 bewirkt die Differenzierung der B-Zellen in Plasmazellen und verhindert dann noch die Apoptose und gibt dann auch noch den Osteoklasten Oberhand. Bei Pubmed finden sich auch Studien zu "Curcumin & IL-6".

Die Senfölglycosde sind ja auch in Moringa drin, was Tree im anderen Faden angesprochen hat, und wo Joseph drauf schwört. Und in Wasabi (am besten zum Lachs/Thun/Makrelen-Sushi), Rucola, Rettich, Radieschen.

Liebe Grüße Gerhard

Diagnose Smoldering MM 01/14, IgG lambda, FISH t(11;14)
Erste Therapie ab 04/19: Isatuximab + VRd -> PR erreicht
09/20 HD/aSZT sehr gut vertragen und VGPR, danach keine Erhaltungstherapie
Anfang 2023 Rezidiv mit Rippenbrüchen und Osteolyse Schlüsselbein
seit 06/23 Pomalidomid +Dex, wieder PR

Dirk-Michael antwortete auf Curcumin und Bioverfügbarkeit
09 Nov. 2016 17:50
  • Dirk-Michael
  • 33 Beiträge seit
    06 November 2016
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Westfale schrieb: Hallo Dirk-Michael,
ich würde es auch sehr begrüßen, wenn Du mit Deiner Curcuminerfahrung dein Wissen mit uns teilst. Das Curcuminforum sieht gut aus und hat schon gute Texte.
Westfale


Ja, das will ich gerne machen. Allerdings ist es so, dass die Curcumin-Formulierungen (Mikrosinat, Nano, Mizellen) noch relativ neu (2-3) Jahre sind und es aus dieser Tatsache heraus noch nicht so viele Forschungen gibt, die eben auf diese Zubereitungsformen basieren. Jeder kann aber selbst in unregelmäßigen Abständen bei www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/ vorbeisehen - da sind eigentlich alle relevanten Studien verzeichnet (English als Voraussetzung, Übersetzungen existieren [meistens] nicht).

Dann gibt es noch ein Deutsch organisiertes (kleines) Studienverzeichnis unter

drks-neu.uniklinik-freiburg.de/drks_web/...Id=search&reset=true

oder

www.clinicaltrials.gov/

Für eine Curcumin-Mizellen-Formulierung sind in Berlin Studien im Kontext mit maglignen Erkrankung geplant. Allerdings steht wohl die Finanzierung noch aus, es ist also noch nicht spruchreif.

Ich wäre aber auch gar nicht so auf Studien fixiert. Ich selbst und auch mein Vater haben zwischen 2 - 10 / die mehrere Monate genommen. Es wird gesagt, Curcumin sollte nicht bei Gallensteinen eingenommen werden. Nix da, mein Vater hat Gallensteine und trotz 5 x 2 /die über drei Monate hat seine Galle nicht rebelliert. Ebenso wird öfters konstatiert, Curcumin würde das Blut verdünnen, was bei mit Antikoagulantien (Blutverdünner / ASS, Warfarin, Heparin etc.) behandelten Patienten durchaus von Relevanz wäre. Nix da bei uns beiden: trotz teilweiser sehr hoher Dosierung: PTT / Quick / INR unverändert. Zwei Personen sind nicht repräsentativ, aber ein Anhalt.

Curcumin senkt nachweislich C-reaktives Protein (CRP), einen Entzündungsmarker. Ich hatte eine nicht-alkoholischer Fettleber, GPT war => 80-120 (durch den Umbau der Leberzellen). Ist heute - nach zwei Jahren Curcumin - wieder regulär bei 40-45. Per Sono ist der teilweise Rückumbau der Leber bestätigt, Fibrosierung ist gestoppt.

Curcumin hemmt weiterhin die Angiogenese. Das heißt, maligne Tumoren exprimieren Proteien, die in der Nähe liegende Zellen dazubringen, neue Gefäße in Richtung Tumor wachsen zu lassen, damit dieser mit mehr Nährstoffen versorgt werden kann. Inwieweit dieser Mechanismus bei MM greift, vermag ich nicht zu beurteilen.

Curcumin hemmt die Aktivität von Osteoklasten. Das heißt, die Zellen, die dafür verantwortlich sind, dass Knochenmark abgebaut wird (der Befehl hierfür kommt von den malignen Zellen) werden ausgebremst.

Das hört sich alles gut an, bedingt aber, dass ausreichend Curcumin ins Knochenmark vordringt. Und hierüber liegen, soweit ich weiß, keine Studien vor. Aber einfach ausprobieren, 2-4 Kapseln pro Tag halte ich persönlich für nicht gefährlich. Zumindestens denke ich nicht, dass irreversible Schädigungen auftreten. Letzten Endes muss das jeder selbst entscheiden.

Und auch wenn es nicht direkt zum Curcumin-Thema gehört, will ich noch auf weitere Polyphenole hinweisen, die ebenfalls bemerkenswerte antikanzerogene Effekte (sogar gegen Krebsstammzellen) gezeigt haben:

Sulforaphan sowie Phenylethylisothiocyanat (PEITC) und Benzylisothiocyanat. Das sind sogenannte Senföfglycoside ( de.wikipedia.org/wiki/Senf%C3%B6lglycoside ), die in Kreuzblütlern vorkommen und eine bessere Bioverfügbarkeit zeigen als (natives) Curcumin. Zufinden in Broccoli, allen Kohl-Sorten, Kapuzinerkresse, Meerrettich und Gartenkresse.

Das Universitätsklinikum Heidelberg hat eine Studie bezüglich aggressivem Pankreas-Ca und Sulforaphan gemacht. Dabei stellte sich heraus, dass Sulforaphan in der Lage ist, die (von regulären Chemotherapeutika oftmals nicht erreichbaren) Krebsstammzellen der Apoptose zuzuführen. Es gibt auch Studien, die Chemotherapeutika mit Sulforaphan kombinieren, da Sulforaphan die malignen Zellen empfänglicher macht für Chemotherapeutika. ( www.klinikum.uni-heidelberg.de/Patienten...rossen.138800.0.html und www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/18829980 )

Promoting Curcumin for a better world. www.curcumin-als-pharmakon.info

Westfale antwortete auf Curcumin und Bioverfügbarkeit
09 Nov. 2016 16:17
  • Westfale
  • 0 Beiträge seit
    11 September 2026
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Hallo Dirk-Michael,
ich würde es auch sehr begrüßen, wenn Du mit Deiner Curcuminerfahrung dein Wissen mit uns teilst. Das Curcuminforum sieht gut aus und hat schon gute Texte.
Westfale

joseph antwortete auf Curcumin und Bioverfügbarkeit
09 Nov. 2016 15:09
  • joseph
  • 0 Beiträge seit
    11 September 2026
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Dirk-Michael schrieb:
Es ist mir ein Bedürfnis, noch ein paar Gedanken hier zu lassen.


Hallo Dirk-Michael

Sehr offene Darstellung die du mit deinem Text uns zugetragen hast, danke

Solltest du zusätzliche Studienergebnisse über das Curcumin haben..... bitte rein damit

LG

Joseph