Zum Hauptinhalt springen
20 Juli 2013 18:27
  • rudi
  • Autor
  • 2203 Beiträge seit
    23 Oktober 2009
Mehr
Hallo,
ich muss es mitteilen, dann werde ich von Euch mitgetragen und mit Kraft versorgt:
Ich hatte ja schon vor zwei Jahren von meiner Frau Angelica geschrieben über ihre plötzliche Diagnose "Leberzirrhose im fortgeschrittenem Stadium".

Jetzt ging es 2 Jahre noch gut mit ihr mit immer wieder Auf und Ab´s.
Im Juni sah es noch überraschend gut aus und ich hatte Hoffnung. Aber Angelica hat es doch nie ganz geschafft auf Weiswein zu verzichten, trotz unsere ständigen Ermahnungen bis hin zu zornigem Schimpfen.

Seit einer Woche war sie wieder in schlechterem Zustand.
Und am Donnerstag Morgen hat sie mir garnicht gut "gefallen" und ich habe vor einer Einkaufsfahrt noch zu unserem 20 jährigem Sohn gesagt er soll auf sie achten, irgendwas gefallt mir nicht heute.

Als ich auf der Rückfahrt war hat mein Sohn und meine zwischenzeitlich zuhause auch anwesende Tochter (25) angrufen, daß Angelica am Boden liegt und nicht mehr aufsteht. Sie hat gesagt ihr ist kalt, laßt mich liegen und deckt mich zu.

Wir haben Angelica sofort ins Auto getragen und sind in die Klinik Negrar gefahren (30 Minuten Autofahrt). Dort wurde die Lage sofort als absolut dringlich und vorrangig behandelt. Sie kam auf die Entro-Gastrologische Station, wo sie schon öfter war.
Die leitende Stationsärztin und ein Arzt riefen uns dann nach einiger Zeit rein und sagten uns, Angelica waäre in einem sehr schlechten "Klinischen" Zustand, so hätten sie sie noch nie erlebt.

Einer von der Familie sollte jetzt immer anwasend sein, auch über die ganze Nacht. Ich habe die erste Schicht übernommen und meine Tochter und Sohn sind mit meinem Auto nach Hause. Enkelin, 6 Katzen und 3 Hunde mussten ja auch versorgt werden.

In der Nacht von Do auf Fr war Angelica kaum ansprechbar und schlief viel. Hatte aber alle 10- 15 Minuten unruhige Bewegungsphasen bis hin zu zwei eplletischen Zitteranfällen mit weit nach oben gerissenen Pupillen. Pfleger uns Ärztin sagten bei dem Anfall nachts um 3:00, daß morgen früh gleich ein CT vom Kopf gemacht wird.

CT am Morgen, Oberärztin sagte dann- große Katastrphe !!! Hirnblutung ca. 6x6 cm groß !! Sehr kritischer Zustand. Sofortige Eilverlegung mit Ambualnz nach Verona in die Neuro-Chirurgie in Klinik "Borgo Trento"

Dort muss entschieden und geprüft werden ob wegen niedriger Thrombozyten überhaut eine Punktion des Gehirns gemacht werden kann ohne Gefahr des Verblutens.

In Verona angekommen sagte man uns, sie machen noch ein CT und dann wird am FR Nachmittag auf Intensivstation verlegt und eventuell gleich Operiert (Punktiert). Thrombozyten Infusionen und dann warteten wir bis 17:00 und hörten von niemandem mehr was und keiner hat uns informiert. Wir sind dann nach Hause und haben von dort angerufen und uns mit der Intensivstation verbinden lassen.
Eine freundliche Ärztin sagte: Operation wurde gemscht, aber noch ein CT muss zeigen ob Blutung im Gehirn gestoppt oder ob erneute Punktion mit erneutem Risiko notwendig wird?
Sehr kritischer Zustand auch aufgrund iher Basiserkrankung Leberzirrhose und sehr geschwächtem Zustand.
Man weiß nicht ob linksseitig schon lähmungen sein könnten und ob sie überhaupt nochmal "zurück" kommt?

Man muss sich auf alles gefasst machen und sie rufen uns an wenn sich was "gravierendes ereignet". Heute Sa und Morgen So darf niemand in die Intensivstation, weil auch dort einige Patienten in sehr kritischen Zustand liegen - mmmh?
Aber wen was ist rufen sie uns an.

Jetzt heißt es warten bis Montag - aber wir sind uns einig, daß es nur zwei Möglichkeiten geben wird:
Eine "ganz schlechte" und eine "zweitschlechte".

In diesen letzten 2 Tagen haben ich und meine Tochter und mein Sohn viel gesprochen über Leben und Tod und das wir uns auch auf den schlimmsten Fall vorbereiten müssen. Diese Gespräche waren sehr wichtig für uns drei, denn wenn ich alleine ohne Kinder das ganze zu verarbeiten hätte, wäre ich schon "durchgedreht" und hätte wahrscheinlich schon selbst "epileptische Anfälle".

Sprechen über das Leben, aber auch über den Tod ist in Situationen und ja auch schon in den vergangenen 2 Jahren sehr wichtig. Es nimmt einem die absolute panische Angst vor der Stunde "X", wenn der Moment des Abschieds wirklich sehr nahe kommt.

Jetzt sehe ich bald vor tränen den Bildschirm nicht mehr und beende meine Zeilen.

Ein sehr mitgenommener, jetzt schon trauriger und aufgwülter
Rudi mit Kindern

Heilung ist ein individueller Prozess, der sehr stark an das persönliche Bewusstsein gebunden ist. Daher kann kein Mensch einen anderen Menschen heilen sondern immer nur auf dem Weg zu seiner persönlichen Heilung begleiten.

rudiversal.wordpress.com