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30 Aug. 2015 21:38
  • Ben
  • Autor
  • 19 Beiträge seit
    29 August 2015
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Hallo Joseph,

genau das ist es. Durch diese Immunfixation -so habe ich gelesen- wird ein Quotient ermittelt. Anhand irgendwelcher Zahlen und Verhältnisse, gegebenenfalls Bildauswertungen und Biopsien wird dann eine Prognose erstellt. Das ist es was mich erschreckt. Mich erschreckt auch, dass dann gegebenenfalls irgendjemand sofort mit sonstigen Chemos auftischt und wir beide damit völlig überfordert sind.
Wir haben erst vor wenigen Wochen einen guten Freund und Nachbarn zu Grabe getragen. Er hatte urplötzlich akute Leukämie (ist Zufall und hat mit dem Wohnort nix zu tun), kam ins Krankenhaus, bekam Chemo, kam zurück und lebte ein Jahr beschwerdefrei. Dann fand er einen Spender, ging in die Klinik, nahm die Spende an und verstarb wenige Monate später angeblich an einer Entzündung. An der Spende habe es nicht gelegen.
Naja, jetzt kannst Du Dir sicherlich vorstellen, wie mir die "Klammer" geht.
Andererseits waren meine damalige Freundin und heutige Frau vor ca. 13 bis 14 Jahren beim Hausarzt und dieser hatte uns mitgeteilt, dass irgendwas aufgrund der erhöhten BSG nicht stimmt. Festgestellt wurde, dass sie sowohl Hepatitis A und B durchmachte und Antikörper bildete. So gingen wir all die Jahre zu den verschiedensten Untersuchungen (es wurden auch Unstimmigkeiten gefunden: Helicobacter Pylori, Schilddrüsenunterfunktion, Bluthochdruck) von Krebsvorsorgeuntersuchungen bis hin zu MRTs Schädel (verkalktes Meningnom Schädelkalotte), Mammographien und eben 2 Magen- und Darmspiegelungen, einer Röntgen Thorax bis hin zu den üblichen Ultraschalluntersuchungen. Die Eiweisphorese wurde erst bei der jetztigen osteoporologischen Untersuchung gemacht. Und jetzt zuletzt die Röntgen vom Beckenbereich.
Klinisch ist sie meines Erachtens unauffällig, sie fühlt sich gut. Der Ischias zwickt, Tabletten braucht sie keine, wird aber nach der Untersuchung beim Neurochirurgen abgeklärt. Was fiel in all den Jahren auf? Die Zunge hat sich nach der Vergabe von Schilddrüsenhormonen verbessert, der Blutdruck ist nach Einnahme von Tabletten (Einstiegsdosis) optimal und wird täglich gemessen (hatte vorher manchmal Ausreiser nach oben). Das Meningnom wird beobachtet. Was mich manchmal etwas aufhorchen lässt, ist soetwas wie ein "Post-Nasal-Drip". Sie meint, oftmals ist es so, dass Ihr beim Hinlegen Schleim in den Rachen aus der Nase läuft und dort dann ein Juckreiz entsteht. Das ist oftmals nach einem Wetterumschwung zu beobachten und der Arzt meint, dass es durchaus bei Asiaten an verengten Wegen am Abfluss liegen kann. Der HNO hat jedenfalls adhoc nix festgestellt. Ich habe für Euch mal vom Krankenhaus von vor 9 Monaten Blutwerte bei folgender Diagnose:
-episodische Kopfschmerzen vom Spannungstyp (behandelt wurde sie vorher auf Migräne. Der Spannungskopfschmerz wurde als psychosozialer Ursache begründet. Wir nahmen eine größere Wohnung und der Kopfschmerz ist seither auch durch Führen eines Tagebuches nur noch unwesentlich und belastet sie nicht mehr. Paracetamol wird nicht mehr benötigt und eine vorgeschlagene Therapie mit Antidepressiva derzeit nicht nötig. Hier würde ich im Falle der Wiederkehr und der Extreme auf eine stationäre Beobachtung bestehen, solange bis der Patient stabil und gut eingestellt ist.)
-kleines verkalktes Meningeom links ocipital (war bereits bekannt)
-Arterielle Hypertonie (bei Vorstellung 190/90 mmHg, wird jetzt behandelt)
-Hypothyreose (wird seit Jahren behandelt, ob Hashi? Keine Ahnung)
gefunden hat man auch einen intrakraniellen Aterienverschluss einer der beiden Arteria vertebralis, was aber bei 4 hirnversorgenden Aterien wohl erst einmal kein Problem darstellt.
Klinische Chemie
Natrium 142
Kalium 4.0
Calcium 2.42
Harnstoff 29.3
Glomeruläre Filtrationsrate 93
Creatinin 0.7
GOT 24
GPT 8
GGT 24
CK 119
Bilirubin 0.3
CRP 0.3
Hämatologie
Leucozyten 8.8
Erythrozyten 4.81
Haemoglobin 14.3
Haematokrit 43.3
mittl. korp. Volumen 90
mittl.korpHB 29.8
mittl.korp HB-Konzentration 33
Verteilungsbreite ERY 13.4
Thrombozyten 266
mittl. Plaettchenvolumen 9.4
Gerinnung
Quick 111.2
INR 0.9
PTT 30,1
D-Dimer2 1.74 (hier der Ausreißer, der dann andere Differenzialwerte kontrollierbar machte)
Klinische ChemieII
Procalcitonin 0.0
TSH basal 1.61
Blutgase
kann ich bei Interesse gerne noch durchgeben, da finde ich, dass man etwas mehr für die Sauerstoffaufnahme tun könnte.
Ansonsten liegt der Lactatwert bei 16 außerhalb der Norm.
Was mir vor 2 Monaten bei einer Blutentnahme beim Hausarzt nicht gefiel, war ein etwas zu niedriger TSH (super sensitiv) mit 0.29, d.h. von der Internistin wurde die Hormonvergabe reduziert und auch für die Knochen die Vitamin D Zugabe erhöht. Weiterhin gefiel mir nicht, der etwas zu hohe Harnsäurewert von 7.43. Vom Hausarzt wurde angeregt mehr stilles Wasser zu trinken und meinerseits achte ich verstärkt darauf, dass die Zufuhr von Schweinefleisch (insbesondere von Hackfleisch und Innereien) eingestellt wird. Derzeit trinkt sie bei 55 kg Körpergewicht ca. 2 bis 3 Liter (kalziumreiches) Wasser am Tag, isst viel Obst und vor allem viel grünes gewaschenes Gemüse von Koriander über Blattgemüse bis hin zu sämtlichen Kräutern.

O.K. gegen Alter, Geschlecht und Genetik ist man machtlos. Aber ich finde man hat auch bis zu einem bestimmten Punkt selbst die Möglichkeit in der Hand für Seele und Gesundheit etwas zu tun.

...übrigens der heutige Tag war sehr erfüllt. Sie strahlt, Ihr geht es gut.

Liebe Grüße aus Franken
Ben

30 Aug. 2015 17:41
  • joseph
  • 0 Beiträge seit
    12 September 2026
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Hallo Ben

Willkommen im Forum

Natürlich ist es erschreckend, wenn man eine zeitlang im Unklaren ist , was mit seinem Partner los ist.

Ein Myelom kann sehr aggressif aber auch sehr gutmütig sein, sehr viele hier im Forum haben eine gutmütige Variante.

Obwohl solche Diagnosen niederschmetternd sind, muss man versuchen die Krankheit so schnell wie möglich zu akzeptieren und sie als Partner anzusehen, nur so gelingt ein gutes Weiterleben mit dem Myelom.

Jetzt heisst es mal abwarten, was die kommenden Auswertungen bringen.

Liebe Grüsse

Joseph

30 Aug. 2015 11:12
  • Ben
  • Autor
  • 19 Beiträge seit
    29 August 2015
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Danke Rudi,

ich habe gestern Deinen Blog gelesen. Du hast schon viele Höhen und Tiefen hinter Dir.

Ich wünsche Dir viel Gelingen und viele schöne Zeiten mit Deinen Angehörigen.

30 Aug. 2015 11:07
  • Ben
  • Autor
  • 19 Beiträge seit
    29 August 2015
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Hallo Christine,

vielen lieben Dank für Deine aufmunternden Worte.

Aber es stimmt, Du hast Recht. Wichtig ist es, wie geht es dem Menschen. Wie fühlt er sich.

Heute ist ein wunderbarer Tag. Ich war schon morgens im Wald laufen (ich kämpfe auch schon länger mit chronischen Beschwerden, Verdauung - Lunge - Gelenke). Bei meiner Partnerin ist heute die beste Freundin aus Berlin angereist und macht bei uns eine Woche Urlaub.

Es wird schön. Ein Leben auf dem Land. Heute fahren wir ins Freilandmuseum und genießen den Tag. Die Natur mit all ihren Facetten. Ich will ebenfalls versuchen, jenseits von Arbeit soviele Stunden wie möglich mit der Partnerin so zu verbringen. Ich denke, dass das womöglich zum Prozess des Älterwerdens dazugehört und zwar völlig unabhängig, ob jemand mit einem Handicap kämpft oder auch nicht. Das wird mir jetzt erst so richtig bewusst, auch wenn ich mich aufgrund meiner eigenen Situation schon längst damit auseinandersetzen muss, weil es jetzt einen geliebten Menschen trifft und nicht einen selbst.

Ich wünsche Dir in Norwegen einen unbeschwerten, schönen Tag und allen anderen Menschen hier im Forum ebenfalls.

Grüße
Ben

30 Aug. 2015 11:05
  • rudi
  • 2203 Beiträge seit
    23 Oktober 2009
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Hallo Ben,
Die Ergebnisse der letzten Untrsuchungen müsst ihr eben noch abwarten, vorher können auch wir wenig dazu sagen.
Mach dir mal nicht zu viele Sorgen, dass kann ja noch ein Anfangsstadium sein bei dem man Jahrelang nichts machen muss ausser alle 3 oder 6 Monate zur Kontrolle zu gehen.
Sonst lebt man ganz normal weiter.

Und wenn du lange in einen Abgrund blickst, blickt der Abgrund auch in dich hinein (Nitsche)

Also nicht nur in den drohenden Abgrund blicken, dass würde deine Frau ja auch nicht machen, sondern jeden Tag leben und geniessen.

LG
Rudi

Heilung ist ein individueller Prozess, der sehr stark an das persönliche Bewusstsein gebunden ist. Daher kann kein Mensch einen anderen Menschen heilen sondern immer nur auf dem Weg zu seiner persönlichen Heilung begleiten.

rudiversal.wordpress.com

30 Aug. 2015 10:19
  • christine
  • 0 Beiträge seit
    12 September 2026
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"mit Ausnahme der Elektrophorese sei alles i.O."

Da sich Ihre Frau noch sehr wohl fühlt und alle Werte in Ordnung sind, würde ich mir vorläufig nicht so sehr viele Gedanken machen und wirklich die weiteren Untersuchungen abwarten.

Das wichtigste ist immer die "Klinik" also, "wie geht es dem Patienten", und nicht "wie sind die Blutwerte, wie sollte es ihm gehen".

Viel Glück und Geduld!