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14 Sep. 2020 21:38
  • Heike-Zi
  • 250 Beiträge seit
    17 Juli 2018
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Eigentlich wollte ich letzte Woche etwas Positives zu Dara, Dexa und Revlimid schreiben, war aber zeitlich nicht dazu gekommen.

...nach dem Telefonat gestern mir dem Onkologen sieht die Sache nun aber anders aus.

Die Leichtketten sind wieder seit der letzten Blutkontrolle von 35 auf 700 gestiegen. Wir sind schon wieder sehr beunruhigt.
Plötzlich wieder starker Nachtschweiß, Gewichtsverlust, Rückenschmerzen, Nasenbluten und Fieber.

Mein Mann bekam die Therapie seit November 2019, wobei Dara alle 4 Wochen, Revlimid 3 Wochen mit 3 Wochen Pause und Dexa nur am Tag der Infusion verabreicht wurde.
Jetzt wird erst einmal geschaut ob es bereits reicht die Revlimidpause wieder auf 1 Woche zu verkürzen.
Ich hoffe es so sehr.
Liebe Grüße
Heike

10 Sep. 2020 12:01
  • daw
  • 68 Beiträge seit
    24 April 2020
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Hallo Undine,
genau das meinte ich ja mit meiner ersten Bemerkung. Ich weiß es nicht. In den Studien wird immer nur berichtet, dass um die 30 Prozent eine PR erreichen. Die PR und besser sind die Kriterien für eine Bewertung. Wie sich das bei den anderen 70 Prozent verhält, dass wird ja nicht publiziert. Kann sein, dass Dara dort komplett wirkungslos ist, kann aber auch sein, dass dort eine Wirkung von 1-49% erreicht wird.
Bei mir bspw. wurde die Therapie mit E-KRd im Rahmen einer Studie abgebrochen, weil sie "nicht richtig gewirkt hat". Eine PR wurde nicht erreicht, sondern "nur" ein Rückgang der MM-Parameter um 36 Prozent. Für die Studie, an der ich teilgenommen habe, zähle ich zu der Gruppe, bei der die Therapie nicht gewirkt hat. Für mich ist ein Rückgang von IgG und M-Protein um 36 Prozent aber besser als nichts. Wenn das im meinem Falle nun Dara gewesen wäre, dann würde ich nun zu den besagten 70 Prozent gehören, bei denen Dara nicht wirkt.
Das wollte ich mit meiner Bemerkung nur ausdrücken.

Die Synergieeffekte von Dara zu Lenalidomid, Bortezomib und Cyclophosphamid kannst Du ja in den Studien nachlesen, die ich verlinkt habe.

Und ja leider ist das so, dass das MM bei jedem anders ist und das die Therapien nicht bei allen wirken. Ich habe ja selbst die Erfahrung mit E-KRd gemacht. Andere haben darunter recht schnell eine CR erreicht, ich leider nicht. Es ist halt alles komplex und die Therapien müssen individuell auf die einzelnen Patienten zugeschnitten werden.

LG
Dennis

10 Sep. 2020 11:40
  • UndineD.
  • 0 Beiträge seit
    11 September 2026
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Hallo Dennis,
mag sein, dass du hier genauer informiert bist als ich.
Ich habe es- wie immer- so weitergegeben, wie die Ärzte es mir damals erklärt haben, bzw. wie ich es verstanden habe.
Du schreibst: "Richtig ist, dass Daratumumab nur in ca. 30 Prozent der Fälle als Monotherapie eine partielle Remission oder besser hervorruft." Dieses ist mir in der Tat neu, nach meinen bisherigen Infos wirkt Dara Mono in 30% ÜBERHAUPT. Das ist natürlich ein Unterschied! Bei mir sind die Werte durch Dara etwa um 50% gesunken- langsam. Dass es in Kombi mit Rev o. anderen Mitteln entschieden mehr bringt, habe ich auch immer gehört, da war von ca. 70% die Rede. Das werde ich noch mal erfragen, ob es dabei um Senkung der Werte u. somit Verringerung der Tumormasse oder um mindest. partielle Remission geht- wie du sagst, ein großer Unterschied.
Tatsache bleibt, dass Dara, wie andere Mittel auch, bei dem Einen toll wirken, bei anderen Patienten weniger, bei machen gar nicht. Zu welcher Gruppe man da gehört, weiß man erst wenn man es probiert hat. Es ist leider ein mühsames Ausprobieren, welche Theapie/ Kombi für den jeweiligen Patienten derzeit die beste und erträglichste ist.
L.G.
Undine

09 Sep. 2020 07:31
  • daw
  • 68 Beiträge seit
    24 April 2020
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Hallo Birgit,
das klingt tatsächlich so, als wenn Du auf Lenalidomid refraktär bist. 21 Jahre sind eine lange Zeit.
Wie wäre es denn, wenn Du Deine Ärztin mal auf den Lenalidomid Nachfolger Pomalidomid ansprichst. Pomalidomid wirkt laut Studien selbst dann noch, wenn Lenalidomid nicht mehr wirkt. Das wäre doch eine Option.
Da gibt es auch eine Studie:
www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC5570682/
Das wäre jetzt meine Empfehlung an Dich. Hier erreicht man laut Studie immerhin 18% PR, 25% VGPR, 9% CR und 8%sCR. Ein Versuch wäre es doch Wert und die Änderung zu Deiner jetzigen Medikation wäre gering.

Was Bortezomib angeht, da würde ich in Deinem Fall damit noch warten. Wenn Ninlaro gewirkt hat, dann würde ich erst diesen Proteasominhibitor nochmal versuchen. Den kennst Du und die Nebenwirkungen auch. Erst wenn das nichts bringt, würde ich auf einen anderen Proteasominhibitor wechseln. Bortezomib wirkt auch später noch. Dann kannst Du immer noch Dara-VCd ausprobieren.
Alternativ dazu kommt auch noch ein anderer Proteasominhibitor wie Cafrfilzomib in Frage. Dieser wirkt zwar, aber er soll sehr das Herz schädigen und wäre dadurch nur dann zu empfehlen, wenn alles andere nichts bringt. www.aerzteblatt.de/nachrichten/87290/Mul...ngen-von-Carfilzomib
Immerhin traten bei 18,1 Prozent kardiovaskuläre Ereignisse auf.

LG Dennis

09 Sep. 2020 06:32
  • Eilbacher
  • Autor
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    29 Oktober 2009
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Danke für die Antworten.
Lieber Daw,sehr interessante Ergebnisse und Studien.Ja,ich weiß auch,das Dara in Synergie mit anderen Mitteln wirkt.Meine Leichtketten sind ja nicht so hoch im Aufenblick,175, und meine Knochen scheinen auch noch nicht zu "bröseln".Deshalb würde ich vor einer Mischung mit Cyclophosphamid erstmal zurückschrecken,momentan.
Wie du an meinem Profil ersehen kannst,habe ich noch nicht so viele Medikamente genommen.Die längste Remisdion hatte ich mit Thalidomid mono.
Ich lebe ja jetzt schon 21 Jahre mit dieser Krankheit.
Ich möchte nicht so gerne so viele Optionen verschießen.Überlege,ob ich Ninlaro vielleicht nochmal machen soll oder Velcade.Velcade hatte ich noch nicht.
Oder ob ich Thalidomid einfach nochmal erneut einsetzten soll?Ist fraglich,da Revlimid mono,der Abkömmling,bei mir ja nicht mehr wirkt.
Über Eure Antworten und Anregungen bin ich dankbar,am Freitag ruft mich meine Ärztin an und ich bin gerne vorher informiert und habe eigene Ideen.
Alkes Gute,Birgit

08 Sep. 2020 20:46
  • daw
  • 68 Beiträge seit
    24 April 2020
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Das würde ich so nicht ganz stehen lassen wollen. Richtig ist, dass Daratumumab nur in ca. 30 Prozent der Fälle als Monotherapie eine partielle Remission oder besser hervorruft. Drei Anmerkungen dazu:
1. Partielle Remission heißt ja, dass M-Protein und die anderen MM-Parameter um mehr als 50 Prozent zurückgegangen sind. Mir sind aber keine Studienergebnisse bekannt, die die große Gruppe derer, die keine PR erlangt haben genauer aufschlüsselt. Was ist, wenn bspw. viele, die keine PR erreicht haben, durch Daratumumab beispielsweise einen 45 Prozent Rückgang des M-Proteins verzeichnet haben? In diesem hypothetischen Fall würde ich das auch schon als Erfolg ansehen. Leider weiß ich das nicht genau, weil mir hier die Daten fehlen.
2. Viele Studien haben festgestellt, dass Daratumumab Synergieeffekte zu anderen Medikamenten besitzt. Bspw. wurde festgestellt, dass Cyclophosphamid in niedriger Dosierung das CD47-Antigen (Fress mich nicht) reduziert, so dass die Wirkung der makrophagen induzierten Toxizität auf die MM Zellen dramatisch erhöht wird, wenn Cyclophosphamid und Daratumumab kombiniert werden. Die Wirkung von Daratumumab ist dann entsprechend wesentlich höher als 30 Prozent. Hier mal eine Google Übersetzung: „Abgesehen von seiner alkylierenden Wirkung hat Cyclophosphamid wichtige immunmodulatorische Wirkungen mit niedrigen Dosen, die regulatorische T-Zellen selektiv eliminieren können, was zur Immunaktivierung führt. In mehreren MM-Studien führte die Zugabe von Cyclophosphamid zu bemerkenswerten Ergebnisverbesserungen. Bei der Analyse von Knochenmarksproben von Patienten beobachteten wir eine signifikante Reduktion von CD47, das Antigen „Iss mich nicht“ auf MM-Zellen und einen Anstieg von CD64 auf Knochenmarkmakrophagen, was auf einen stärker aktivierten Phänotyp 24 Stunden nach Cyclophosphamid Bortezomib Dexamethason-Exposition hinweist . Diese Ergebnisse legen nahe, dass MM-Zellen nach Behandlung mit Cyclophosphamid und DARA anfälliger für Phagozytose durch Makrophagen sind. In Verbindung mit diesem Szenario beobachteten wir 24 Stunden nach der Behandlung einen signifikanten Anstieg der TNF- & agr; - und IFN- & ggr; -Spiegel im Serum, was mit einer proinflammatorischen Antitumorreaktion übereinstimmt.“ Quelle: www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC6595251/
3. Anderes Beispiel: Es wurde in Studien belegt, dass die Kombination von Daratumumab mit Lenalidomid oder Bortezomib deutlich besser ist. Hier spielen dann andere Synergieeffekte eine Rolle. Die Castor- und Pollux Studien belegen dies. Die Zugabe von Daratumumab zu Bortezomib und Dexa verringern das Progressions- bzw. Stereberisiko um 67%. Bei Zugabe von Daratumumab zu Lenalidomid und Dexa um 63%. www.trillium.de/zeitschriften/trillium-k...tion-zugelassen.html

Wie man sieht, sollte man nicht ganz verzweifeln und auf das Ansprechen von „nur 30 Prozent“ in der Monotherapie schauen. Die Sache ist viel komplexer und es besteht berechtigte Hoffnung das Daratumumab noch besser ist als gedacht.

@Elibacher: Wenn Daratumumab + Lenalidomid bei Dir nicht richtig wirkt, dann sprich doch mal mit Deiner Ärztin, ab nicht Dara-VCd bei Dir besser geeignet ist. Hier gibt es auch eine Studie mit beeindruckenden Ergebnissen: www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC6593455/
Nach 4 Zyklen Dara-VCd hatten 35% eine PR, 40% eine VGPR und 5% eine CR. Nach 8 Zyklen hatten 26% eine PR, 47% eine VGPR und 9% eine CR.