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Callosum62 antwortete auf Glaube, Hoffnung und Beten
19 März 2024 17:14
  • Callosum62
  • 255 Beiträge seit
    18 September 2023
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Hallo, Maria,
gestatte mir am Anfang eine nicht ganz ernstgemeinte Anmerkung: Dieser Name und dann noch katholisch - das passt einfach.
Voltaire hat mal geschrieben: "Wenn es Gott nicht gäbe, dann müsste man ihn erfinden (1769)". So ist es. Unbestritten ist, dass es in den meisten Menschen - auch in mir - eine Sehnsucht nach Spiritualität gibt. Als ich noch gesund genug war, bin ich immer zu Christi Himmelfahrt zum Motorrad-Gottesdienst auf hier in das Kloster Schwarzenberg in Scheinfeld gefahren, und meine geliebte Maschine wurde jedes Jahr neu geweiht. Das hat mir gut gefallen, obwohl ich evangelisch-lutherisch im Norden aufgewachsen bin. Zeremonien und Rituale - das können die Katholiken besser. Mittlerweile bin ich Agnostiker, also ich denke, ob es einen Gott gibt oder nicht, das kann ich schlichtweg nicht wissen. Sondern eben nur glauben. Die Wissenschaft aber gibt zu, dass es Singularitäten gibt, die über das, was wir mit dem Verstand jemals werden erfassen können, hinausgehen. Weil die Naturgesetze in der Singularität eben nicht gelten. Wenn ich also etwas niemals werde wissen können, dann bleibt nur noch der Glaube. Und das ist eine gute Sache. Praktiken wie das Gebet - manche nennen das Meditation - sind für mich außerordentlich hilfreich bei der Krankheitsverarbeitung. Manchmal möchte ich mich auch einfach nur dafür bedanken, das ich noch da sein darf, trotz dieser Erkrankung.
Ich persönlich habe nur ein Problem damit, wenn Glaubenssätze, die nicht selten in Religionen oder auch im sogenannten "Aberglauben" aufgestellt werden, die Freiheit des Denkens einschränken und den Blick auf das Diesseits verstellen. Oder der Glaube das Tun lähmt. Oder Menschen durch Religionen in Angst gehalten werden, um sie besser beherrschen zu können. Intolerante Religionen - das kann ich ich dann nicht mehr tolerieren. Glücklicherweise leben wir in einer Zeit und in einem Staat, der im Grundgesetz in Artikel 4, also einem frühen und wichtigen Artikel, das säkuläre Prinzip und die Glaubensfreiheit institutionalisiert hat: "Die Freiheit des Glaubens, des Gewissens und die Freiheit des religiösen und weltanschaulichen Bekenntnisses sind unverletzlich. Was für eine schöne Formulierung - so habe ich auch meine Kinder erzogen.
Im Urlaub besuchen meine Frau und ich gerne Kirchen oder historische Zentren des Glaubens, zuletzt in Rüdesheim die Benediktinerinnen-Abtei St. Hildegard (von Bingen). Und natürlich mussten wir auf dem Weg dahin die Gebeine der "Heiligen Hildegard von Bingen" in ihrem Reliquienschrein in Eibingen, der Pfarrkirche, besuchen. Dort gibt es einen Kreuzweg, auf dem steht: "Wer diesen Kreuzweg mit reumütigem Herzen besucht und dabei das Leiden des Herrn betrachtet, gewinnt einen vollkommenen Ablass, so oft er diese fromme Übung verrichtet." Das kann doch wirklich nicht schaden...

Folge Deinem Herzen, aber vergiss dabei nicht, Dein Hirn mitzunehmen.
(Alfred Adler)

Ehefrau123 antwortete auf Glaube, Hoffnung und Beten
19 März 2024 14:30
  • Ehefrau123
  • 40 Beiträge seit
    11 November 2020
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Vielleicht kennt ihr auch den Text über die Spuren im Sand.

Warum hast du mich allein gelassen, als ich dich am meisten brauchte? “ Da antwortete er: „Mein liebes Kind, ich liebe dich und werde dich nie allein lassen, erst recht nicht in Nöten und Schwierigkeiten. Dort, wo du nur eine Spur gesehen hast, da habe ich dich getragen."

Das gibt mir als Angehörige Kraft und Zuversicht.
Ich kann alles abgeben, muss keine Angst alleine tragen.
Ich bin nie allein.
Weil ich glaube!

Schön, dass du das Thema eröffnet hast, Maria.

Maria antwortete auf Glaube, Hoffnung und Beten
19 März 2024 12:23
  • Maria
  • Autor
  • 40 Beiträge seit
    19 Februar 2024
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Liebe Nessaja,
ich finde deinen Slogan genial "Tumor ist, wenn man trotzdem lacht!"
Und danke, dass Du hier auch allen Mut machst. In den "dunklen" Phasen tut es sicherlich gut, von zuversichtlichen Menschen wieder ein "Licht" geschenkt zu bekommen!

Maria antwortete auf Glaube, Hoffnung und Beten
19 März 2024 12:22
  • Maria
  • Autor
  • 40 Beiträge seit
    19 Februar 2024
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Liebe Nicole, vielleicht ist es ja, wie Nessaja schrieb, an der Zeit, dass wir "Beter" für alle in diesem Forum mitbeten.
Und dass wir davon erzählen, wie sehr uns der Glaube hilft, der ja keine Suggestion oder Einbildung ist, sondern wir wenden uns im Beten und Danken ja an den einen Schöpfergott, der tatsächlich existiert, jeden von uns liebt, unsere Leiden kennt und mit uns den Weg geht.
Das, was Gott uns (außer einem Wunder, wenn Er will) schenkt ist Frieden und Freude TROTZ Krankheit und Leid.
Dafür bin ich unendlich dankbar!

Nessaja antwortete auf Glaube, Hoffnung und Beten
19 März 2024 11:42
  • Nessaja
  • 71 Beiträge seit
    08 Mai 2021
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Ich bin ebenfalls katholisch-ökumenisch, und der Glaube hat mich bis jetzt vor Verzweiflung bewahrt. So dass sich viele (sogar christliche) Freunde wundern wie gelassen ich mit meinem Krebs (noch,) umgehe.
Zum Angst haben ist immer noch Zeit wenn ich ins Hospiz gehe, und ich habe auch Freunde welche für mich beten Inclusive jüdische und muslimische Bekannte. 😁
Ich bete auch für alle hier im Forum.

Tumor ist, wenn man trotzdem lacht

Logopädin antwortete auf Glaube, Hoffnung und Beten
19 März 2024 00:24
  • Logopädin
  • 422 Beiträge seit
    06 Februar 2016
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Hallo Maria,
ich danke täglich Gott, wenn mir nichts wehtut am Morgen und dass ich laufen kann.
Und für die gute Zeit, die ich genießen darf - in Abwesenheit des Myeloms.
Ich fühle mich getragen von meinem Glauben.
Allerdings sind wir Christen inzwischen immer mehr in der Minderheit.
Ein Austausch über Glaube und Beten hier in diesem Forum wäre für mich also eher überraschend.
Liebe Grüße und sei gesegnet
Nicole