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26 Juni 2023 00:46
  • AP
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    18 September 2019
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Als allererstes mein herzliches Beieid zu deinem Verlust. Wie schrecklich, dass es so schnell ging...
Fühl dich umarmt
Christine

klein Grisu antwortete auf Lungenembolie während Standardtherapie?
25 Juni 2023 15:35
  • klein Grisu
  • 435 Beiträge seit
    23 Dezember 2016
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Mein herzlichstes Beileid

Sonnige Grüße

Markus

Lungenembolie während Standardtherapie? wurde erstellt von KarenLe
25 Juni 2023 12:34
  • KarenLe
  • Autor
  • 0 Beiträge seit
    11 September 2026
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Hey,

ich bin nun seit knapp 1,5 Monaten stiller Mitleser und muss mich heute leider aus einem traurigen Anlass bei euch melden. Bei meinem Papa wurde vor etwas über 1 Monat ein multiples Myelom diagnostiziert. Er ist gerade erst 66 Jahre alt geworden, das durfte er noch erleben. Er war zeitlebens fit, seit 1,5 Jahren baute er jedoch merklich ab - er lief wie ein 90-Jähriger, musste sich ständig hinsetzen und eine Pause machen, bewegte sich ganz langsam und bedächtig, konnte meinen Sohn (2,5 Jahre) lediglich ein paar Sekunden auf dem Arm halten, da ihn dann schon die Kräfte verließen. Ich schickte ihn vor einem Jahr zum Neurologen, der aber auch im Dunkeln tappte. Eine MRT Aufnahme des Kopfes zeigte Durchblutungsstörungen, ein Grund wurde aber nie gefunden. Sein Herz arbeitet wie das eines 30-Jährigen. Man konnte ihm fast monatlich beim Verfall zuschauen. Er ist auch mehrmals gestürzt, hatte schlimme Gelenkschmerzen. Zudem musste er ständig auf Toilette. Ich tippte auf Parkinson oder vaskuläre Demenz (er erlitt vor 1,5 Jahren auch einen leichten Schlaganfall mit Sprach-und Schluckstörungen, wovon er sich allerdings wieder gut erholt hat).

Anfang Mai diesen Jahres dann der Anruf seiner Lebensgefährtin - sie sind in der Notaufnahme, da sein rechtes Bein taub ist. Schlaganfall? Sofortige Überweisung in die Uniklinik und am Ende eine Entwarnung - kein Schlaganfall, aber mehrere Wirbel im Brustwirbelbereich sind angebrochen. Wie zur Hölle bricht man sich aber die Wirbel, wenn kein Unfall oder Ähnliches passiert ist? 4 Tage später wurde er operiert, seine Wirbelsäule stabilisiert (mit sehr langen Nägeln). Dabei war nicht nur der Brustwirbel-sondern vor Allem auch der Halswirbelbereich befallen. Sein Halswirbel war fast völlig "zerfressen" - das erklärte nun auch die ganzen Symptome. Eine Woche später das Ergebnis der histologischen Untersuchung: Blutkrebs, ein multiples Myelom. Der Oberarzt, eine Koryphäe auf seinem Gebiet, gab ihm 6-8 Jahre, eventuell sogar länger. Großes Aufatmen. Ich war erleichtert, nun endlich zu wissen, was ursächlich für sein Symptome war und auch, zu wissen, dass ihm geholfen werden kann. Problematisch war nur, dass er über 3 Wochen bettlägerig war. Er konnte sein Bein nach der OP zwar wieder spüren, aber er war so geschwächt (und die Wirbelsäule auch noch zu instabil), sodass er nicht aufstehen konnte. Er bekam täglich 30 Minuten Physiotherapie (Radfahren im Bett, am Rollator laufen), aber er war zu schwach. Die Prognose, dass er wieder laufen können wird, stand aber gut.

Ab dem 31.05. erhielt er seine erste Chemogabe (Standardtherapie, eine Stammzelltherapie war aufgrund seines Allgemeinzustandes mit dem Bein erstmal nicht vorgesehen. Zudem wurde er in die neuste Studie für die CAR-T-Zelltherapie aufgenommen), am 01.06. klagte er morgens bei der Visite über Luftnot, sein Puls war ganz niedrig, sein Blutdruck dafür exorbitant hoch. Er bekam Sauerstoff und doch ging alles sehr schnell. 5 Minuten später ist sein Kreislauf zusammengebrochen, er wurde 2 Stunden reanimiert, erfolglos. Laut den Ärzten ein ungünstiges Zusammenspiel verschiedener Faktoren: Die Bettlägerigkeit (die natürlich die Gefahr einer Thrombose und somit Lungenembolie erhöht), die Chemo, die Strapazen der sehr langen OP (6-7 Stunden). Ich durfte ihn einen Tag später in der Pathologie sehen - der Anblick war entsetzlich, er hatte schon Totenflecken, der Tubus steckte noch im Hals.

Er wurde nun obduziert, wir haben uns am offenen Sarg von ihm verabschieden können und morgen wird er eingeäschert. Einen Tag nach seinem Tod haben wir uns mit dem Oberarzt, der ihn behandelt hat, unterhalten. Er meinte nochmals, dass sie viel mit ihm "vor hatten", er gute Chancen und eine gute Prognose gehabt hätte. Es war zwar schon Stadium 3, aber ohne Organbefall, wenige bösartig veränderte Zellen nach der KM-Punktion vorgefunden und - wie man hier auch immer liest: Es tut sich gerade enorm viel. Der Oberarzt ist kein Unbekannter, Dr. Merz - er lag also in der Uniklinik Leipzig. Dr. Merz kommt von der Uniklinik Heidelberg und ist, wie es scheint, eine Koryphäe auf dem Gebiet. Wenn ich es recht gelesen habe, erfolgte der letzte Stammtisch auch mit ihm. Ein angenehmer und sehr kompetenter Mensch. Wir haben uns gut aufgehoben gefühlt. Diese Komplikation hat er auch nur selbst bis noch gar nicht erlebt, gab er zu.

Papa hat doppelt Blutverdünner und täglich eine Thrombosespritze erhalten und dennoch wahrscheinlich eine Thrombose entwickelt. Meine Frage an euch ist, ob es bei dieser Krebsart ein erhöhtes Thromboserisiko gibt?! Ich meine, es einem Paper zur Auswertung einer Studie bezüglich des Myeloms gelesen zu haben. Mir ist klar, dass die Bettlägerigkeit während einer Krebstherapie ungünstig ist - aber es gibt so viele bettlägerige Menschen, und er verstirbt sofort?! Dr. Merz schließ aus, dass es aufgrund der Chemotherapie passiert ist, da er sie erst einmal erhalten hat. Den endgültigen Bericht zur Ursache seines Todes erhalte ich noch von der Staatsanwaltschaft.

Ich bin aktuell noch ganz durcheinander und kann meine Gedanken nur schwer sortieren. Ich hoffe, dass mir hier vielleicht einige ihre Erfahrungen zu der Thematik schildern können.
Ich möchte noch mal betonen, dass auch uns immer wieder vermittelt wurde, dass der Krebs zwar tückisch (da oft erst spät erkannt aufgrund der unspezifischen Symptome), aber sehr gut therapier-wenn auch nicht heilbar ist.

Liebe Grüße,

Karen