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Rupert antwortete auf Keine Ahnung
07 Aug. 2013 23:10
  • Rupert
  • Autor
  • 0 Beiträge seit
    11 September 2026
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Hallo,

erstmal vielen Dank für die ganzen Antworten.

Ich hatte heute einen echt langen Tag und antworte euch deshalb erst morgen.

Hoffe das ist nicht so schlimm :-/

Cu

abifiz antwortete auf Keine Ahnung
07 Aug. 2013 18:22
  • abifiz
  • 0 Beiträge seit
    11 September 2026
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Hi Rupert.


Wie Du siehst gehen andere weniger zart vorsichtig als ich mit den Merkwürdigkeiten Deiner Fallbeschreibung um. Ich wollte Dir so weit entgegenkommen, daß Du dann von selbst anfängst, die Unstimmigkeiten tapfer in Frage zu stellen. Jetzt ist sozusagen "die Katze aus dem Sack..."

Bist Du sicher, daß der Freundeskreis sich nicht irgendwie unangemessen verhält? Ist da nicht eine Selbstbefragung vielleicht auch angebracht?


abifiz

jürgenk antwortete auf Keine Ahnung
07 Aug. 2013 14:14
  • jürgenk
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    25 August 2011
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Hallo Rupert

So ungewöhnlich finde ich die Aussagen und das Verhalten des Erkrankten nicht. Scheinbar hatte er eine Hochdosis Chemo eventuell mit SZT. Nein, das ist sicher.
Da bekam er einen Infekt, und er bekam eine Abstoßungsreaktion. Das weißt Du von Ihm. Also spricht er über die Behandlung. Vermutlich wird er nicht viel mehr darüber wissen. Am Anfang ist einem das alles fremd, bevor man es durcheinander bringt, sagt man nicht mehr darüber.
Die Ärzte dürfen fremden Personen keine Auskunft geben. Da braucht Dein Freund ihnen nicht den Mund verbieten, er müsste ausdrücklich für eine bestimmte Person das Auskunftsrecht erteilen. Das wird er aber nicht wissen.
Die künstliche Ernährung und die Schwäche sind kein Zeichen für den baldigen Tod. Schwach wird man durch Bettlägerigkeit. Künstliche Ernährung wird nötig, wenn er zum Beispiel kaputte Schleimhäute hat.
Sonderbar fand ich auch die Ungereimtheit zwischen Schwäche und Heimurlaub. Die Gedanken von Margret zu den Freunden kann ich nur unterstreichen.
Was erwartet ihr von einem Kranken? Hey Freunde, kommende Woche um neun gebe ich den Löffel ab, lasst uns den Tag zuvor das Fell versaufen!?
Vom Krankenbett lädt man Besuch nicht ein, man hofft, dass jemand kommt. Wenn man vergebens hofft, ist es bitter.
Es können eh nicht alle auf einmal kommen, die passen doch gar nicht ins Zimmer. Also frage ich mich, wieso die sich nicht absprechen und ihren Freund besuchen. Das geht von jedem Ort in Deutschland. Und genau da sind die Freunde wohnhaft.
Liebe Grüße
Jürgen

Margret antwortete auf Keine Ahnung
07 Aug. 2013 10:22
  • Margret
  • 0 Beiträge seit
    11 September 2026
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Hallo Rupert,

die tiefgehenden Fragen von "abifiz" haben ja schon ein weites gedankliches Feld aufgetan. Ich möchte es alltagspraktisch und pragmatisch ergänzen:

- Weiss dein Freund/Angehöriger von deinen Gedanken, Sorgen, Vermutungen, Ängsten?
- Wenn ja, wie steht er dazu?
- Wenn nein, warum nicht?

Wenn man gesprächsweise nicht an ihn herankommt, wäre vielleicht ein freundschaftlich-offener und liebevoller Brief eine Möglichkeit, wieder in den Dialog zu kommen. Bei einem Brief muss er im Gegensatz zum Gespräch oder Telefonat nicht sofort antworten, sondern hat die Chance nachzudenken, das Gelesene zu verarbeiten.

Wenn auch diese Möglichkeit scheitert, kann man seine persönliche Entscheidung, so mit den Dingen umzugehen, nur respektvoll tolerieren. Er ist erwachsen und hat das Recht auf seinen persönlichen Weg - mit allen Konsequenzen, versteht sich.

Was die Freunde daran hindert, ihn zu besuchen, verstehe ich nicht. Es sei denn, er hätte sich Besuche ausdrücklich verbeten. Sollte euer Freund tatsächlich kurzfristig sterben, hätten die meisten wohl trotz großer Entfernung Zeit, an der Beisetzung teilzunehmen. Dann aber ist es ZU SPÄT. Worauf also wird gewartet? Was ist das Risiko? Dass man sich frei nimmt, um einen sehr kranken Freund zu besuchen, dieser dann aber wider Erwarten doch noch lange lebt? Das wäre doch eher ein Grund zu großer Freude! Dass man ihn besucht und in ein paar Wochen erneut zur Beerdigung anrücken muss? Nein, ich will das gar nicht zu Ende denken... und hoffe, er hat bessere Freunde, als ich es mir gerade vorstelle... Welche Chance auch immer besteht, einen lieben Freund zu besuchen - man sollte sie nie auf morgen oder demnächst oder irgendwann verschieben. Nie!

Mir bleiben viele Fragen - daher können Antwortversuche sicher nicht alle Aspekte abdecken. Vielleicht magst du dich nochmals klärend melden?

Alles Gute,
Margret

abifiz antwortete auf Keine Ahnung
07 Aug. 2013 04:04
  • abifiz
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    11 September 2026
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Hallo Rupert.



Herzlich willkommen hier im Forum.

Ich hoffe, das Forum wird Dir tatsächlich helfen können.

In meiner Antwort werden womöglich auch indirekte kritische Untertöne mitklingen. Wenn, dann wäre es gar nicht intendiert und gar nicht böse, sondern konstruktiv von mir gemeint. Sorry, vorsorglich, nur für den Fall...


Zur Sache:

Das Aufgeworfene ist ungewöhnlich. Um zu verstehen, bräuchte ich mehr an Hintergrundinformationen.

Ich gehe ungeordnet vor: Wie alt ist der Patient? Was darf man zu seinem Verhalten vermuten? Dazu muß man auch ihn etwas besser kennen und einschätzen dürfen. Also: Was ist er für ein Mensch, mit welchem sozialen, beruflichen, religiösen Hintergrund? Mit welchen persönlichen Charakteristika? Wieso hat er so viele Freunde? Welcher Art ist dieser Freundeskreis? Sprichst Du für Dich oder auch für andere? Gibt es unter den Gesamtbeteiligten emotionale "unerledigte Geschäfte"? Hat es schon "konfrontative" Gespräche irgendwelcher Art mit ihm in dieser Zeit gegeben? Welcher Art ist die Sprache, die man in Eurem Kreis und mit ihm pflegt? (Wie offen, wie ärgerlich, wie höflich, wie zurückhaltend? Etwas in dieser Richtung.) Wie steht er überhaupt selber zum Feld "Widrigkeiten und Krankheit und Schwäche und Grenze und Verfall und Tod"?

Wie soll ich das miteinander kombinieren: "Er macht sich selbständig auf die Socken zu den Wochenenden nachhause..." mit "Er kann nicht mehr laufen, schafft es nicht mehr zur Toilette, wird künstlich ernährt...". Kann sein, daß diese "Urlaube" Phantasterei (Angeberei?) sind? Ist er luzide, oder gibt es mit leichte -- vom Krankheitsverlauf bedingte -- halluzinative Aspekte? Kann man vermuten, daß er Angst hat? Wut? Daß er angeödet ist?

Was hat überhaupt Dich (Euch?) auf den Gedanken hingeführt, er könnte nah an seinem Tod sein? Wirkt er so? Wirkt die Verschlechterung so, daß der Gedanke sich einfach aufdrängt?

Wie stehst Du zu ihm? Bist verärgert? Traurig (und enttäuscht) besorgt; oder eher überfordert und etwas mittlerweile ungeduldig?


Vorläufige (wacklige!) hilfsweise Vermutungen von mir:

Er rechtet mit dem Kranksein, kann es nicht einordnen, kann Schwäche in seinen Lebensentwurf nicht integrieren, und sterben tun sowieso nur Unbedarfte, irgendwie selber schuld. Mit "So-was" möchte er nichts am Hute haben, und diese ganze Aufmerksamerei kann ihm auch langsam gestohlen bleiben. Die Leut' sollen sich nicht so blöd anstellen, das wird sich schon irgendwie "geben". Er kann nicht über Liebe, er kann nicht über Tod, er kann nicht über Sehnsucht und kreatürliche Angst sprechen. Er hat Angst und kann sie nicht unterbringen; er ersehnt Nähe, und weiß nicht einmal, was das ist.

Alles von mir frei nach Bauch und Uhrzeit ins Blaue konfabuliert: Nichts davon muß stimmen. Jedoch vielleicht ein vortastender Anfang.



abifiz

Keine Ahnung wurde erstellt von Rupert
07 Aug. 2013 00:35
  • Rupert
  • Autor
  • 0 Beiträge seit
    11 September 2026
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Hallo,

ich wusste nicht so genau wohin mit dem Beitrag, deshalb habe ich ihn mal hier rein gepackt.

Seit ein paar Tagen lese ich jetzt schon mit, und habe mir vor allem die Beiträge durchgelesen wo es letztlich darum geht woran der Patient stirbt.

Warum? Ganz einfach: Ich bin Angehöriger (nicht familiär verwandt) eines Erkrankten und er gibt uns einfach keine Infos wie es um ihn steht. Die ersten beiden Jahre denkt man sich noch "Ja, er steht erst am Anfang, das wird schon wieder." aber im Laufe der Zeit verschwindet dieses Gefühl und man versucht irgendwie die Lage einzuschätzen.

Ehrlich gesagt ist niemandem so wirklich klar warum wir keinerlei Informationen bekommen, allerdings vermuten wir mittlerweile das er es selbst einfach nur verdrängen möchte.

Dieses ewige "Auf und Ab" machen wir jetzt schon seit über zwei Jahren mit und sind nun an einem Punkt wo es für uns den Anschein hat als ob er wohl bald sterben wird. Die ganzen Monate war es immer so, das wir gedacht haben "Er wird schon wieder, er hält durch." Doch jetzt war es zum ersten Mal so, das dieser Gedanke durch ein "Hoffentlich wird das noch was." "ersetzt" wurde.

Es ist echt zum verzweifeln. Neben seiner Tochter hat er sonst keine Verwandten mehr und selbst ihr gibt er keinerlei Informationen. Den Ärzten hat er wohl auch eingetrichtert das sie nichts sagen sollen, denn von dort bekommen wir auch nichts.

Dieser Zustand der Ungewissheit ist für uns wirklich schwerer zu ertragen als alles Andere.

Ich persönlich schwanke mittlerweile zwischen "Dann hat er halt Pech gehabt" und "Er könnte es uns doch sagen, dann wüssten wir was kommt...". Wohl rein aus Selbstschutz.

Er hatte jetzt die dritte Chemo und er liegt mittlerweile kurzatmig im Bett, kann kaum noch laufen und zur Toilette schafft er es gar nicht mehr. Außerdem hat er Durchfall, wird künstlich über die Blutbahn ernährt und schläft fast nur noch. Nach einer Transplantation (nach der Chemo) ging es ihm zuerst besser, dann wieder schlechter und jetzt sagt er uns abwechselnd er hätte einen Infekt oder Abstossungsreaktionen. Das aber so oft und abwechselnd das man ihm da fast keinen Glauben mehr schenken möchte.

Seine Freunde sind über halb Deutschland verstreut und würden ihn gerne noch einmal sehen bevor er stirbt. Dafür müssten die meisten aber Urlaub machen und wenn wir nicht wissen woran wir sind, stehen wir immer wieder vor dem gleichen Problem.

Wir wollen auch auf jeden Fall vermeiden das er alleine Stirbt und möchten das jemand bei ihm ist. Nachdem ich jetzt herausgefunden habe, das seine Tochter schon seit mehreren Wochen nicht mehr dort war, weil sie keine Möglichkeit hat, fahre ich sie jetzt alle 2-3 Tage zu ihm auch wenn es ein Umweg ist.

Ich verstehe echt nicht warum er nichts sagt oder sich nicht an uns wendet. Es gibt 20 Leute die ihm helfen wollen und er "versteckt" sich in seinem Krankenbett und meldet sich nicht. Wenn wir ihn nicht einfach immer besuchen gehen würden, dann würden wir gar nichts von ihm hören, geschweige denn sehen.

Was uns auch zu denken gibt sind seine plötzlichen "Kurzurlaube". Angeblich geht es ihm dann immer so gut, das er über das Wochenende nachhause kann. Gibt es sowas überhaupt?

Es tut sich langsam der Eindruck auf das es die letzten paar Male sind die er noch nachhause geht. Und das auf eigene Faust.

Ich hab wirklich keine Ahnung wie das Alles noch weiter gehen soll.

Cu