A
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Achsenskelett
Achsenskelett
Dazu gehören Schädel, Wirbelsäule und Becken. -
Adjuvante Chemotherapie
Adjuvante Chemotherapie
eine Therapie, die zusätzlich zur Haupttherapie gegeben wird, um die Effektivität der Haupttherapie zu verbessern (normalerweise, nachdem der gesamte sichtbare Tumor chirurgisch entfernt wurde). -
Aggresom
Aggresom
Eine Ansammlung (Aggregat) fehlerhaft gefalteter Proteine in der Zelle, die entstehen, wenn das für den Proteinabbau in der Zelle zuständige System überfordert wird. Die Proteinfaltung ist der Vorgang, bei dem eine Kette zufällig geformter Polypeptide (miteinander verbundene Aminosäuren) zu einer charakteristischen dreidimensionalen Struktur gefaltet wird. Die Aminosäurensequenz in der Peptidkette bestimmt die endgültige Struktur. Eine unkontrollierte fehlerhafte Faltung von Proteinen führt zu Krankheiten wie Alzheimer, Parkinson's und Amyloidose. -
Akut
Akut
Ein plötzlicher Beginn von Symptomen oder einer Erkrankung. -
Akute tubuläre Nekrose (ATN)
Akute tubuläre Nekrose (ATN)
Absterben von tubulären Epithelzellen, welche die Nierentubuli der Nieren bilden. ATN ist eine Form des akuten Nierenversagens. Die Nierenfunktion kannwiederhergestellt werden, wenn nicht alle tubulären Zellen betroffen sind.
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Albumin
Albumin
Albumin gehört zu den kleinsten Plasmaeiweißkörpern und macht den Hauptbestandteil der Bluteiweiße aus. Deshalb besitzt es ein entscheidende Funktion für den Flüssigkeitsaustausch zwischen Blutgefäßen und Gewebe und außerdem eine wichtige Transportfunktion, z.B. für Fettsäuren und Medikamente. Bei den meisten fortgeschrittenen bösartigen Erkrankungen ist Albumin verringert. Ursachen einer Albuminreduzierung können u.a. Verbrennungen, Blutverluste und bösartige Tumoren, wie z.B. das Multiple Myelom, sein. Albumin kann im Urin nachgewiesen werden. Die erhöhte Ausscheidung von Albumin ist häufig das erste Anzeichen einer Schädigung der Nieren. Der Wert für die Albuminkonzentration im Serum gilt als Prognosefaktor. Myelompatienten sollten diesen Laborwert öfter beim Arzt überprüfen lassen. -
Albuminurie
Albuminurie
Vermehrte Ausscheidung von Albumin aus dem Blutserum in den Urin.
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Alkalische Phosphatase (AP)
Alkalische Phosphatase (AP)
Die alkalische Phosphatase (AP) ist eine Gruppe von Enzymen, die in nahezu allen Geweben vorhanden ist. Die Aktivität der AP, die im Blut gemessen wird, ist die Summe verschiedener Isoenzyme, wobei dieKnochen- und Leberenzyme von praktischer Bedeutung sind. Erhöhte Werte bei Leber- und Gallenblasenerkrankungen weisen auf einen Gallenstau hin. Andere Ursachen für erhöhte Werte sind verschiedene, zum Teil bösartige Knochenerkrankungen.
URSACHEN ERHÖHTER AKTIVITÄT:
• im Kindesalter durch Knochenwachstum
• im Erwachsenenalter vermehrte Osteoblastenaktivität
• Rachitis (Knochenabbau durch Vitamin-D-Mangel)
• Frakturheilung
• Knochentumoren
• Osteoblastische Metastasen
• bestimmte Leber- und Gallenblasenerkrankungen, die vor allem die Gallenwege betreffen
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Alkylierend
Alkylierend
Bedeutet, dass diese Substanzen die DNA der Myelomzellen quervernetzen und dadurch die Zellteilung verhindern. -
Alkylierende Substanz
Alkylierende Substanz
Eine chemotherapeutische Substanz wie z.B. Melphalan, Cyclophosphamid oder Bendamustin. -
Allogen
Allogen
Anders, verschieden. Bei einer allogenen Stammzelltransplantation überträgt man Knochenmark bzw. Stammzellen von einem anderen Menschen; Voraussetzung dafür ist, dass die Gewebemerkmale von Spender und Empfänger weitestgehend übereinstimmen. -
Aminosäuren
Aminosäuren
Chemische Bausteine der Eiweiße. Im Organismus existieren ca. 25 verschiedene Aminosäuren. -
Amyloidose
Amyloidose
Ein Zustand, in dem Myelomleichtketten (Bence Jones Protein) in Geweben und Organen des gesamten Körpers abgelagert werden. Dies tritt häufiger bei Lambda gegenüber Kappa Bence Jones-Proteinen auf. Bei Patienten mit Amyloidose binden die Leichtkettenproteine an bestimmte Gewebe, wie z.B. das Herz, die Nerven oder die Niere, statt dass sie über die Nieren aus dem Körper ausgeschieden werden. -
Analgetikum
Analgetikum
Ein den Schmerz linderndes Medikament. Aspirin oder Paracetamol z.B. sind leichte Schmerzmittel.
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Analog
Analog
Eine chemische Substanz, die dieselbe Struktur wie eine andere Substanz besitzt, aber vom Aufbau leicht unterschiedlich ist. -
Anämie
Anämie
Eine Verminderung der Anzahl roter Blutkörperchen, normalerweise < 10 g/dl, wobei zwischen 13 und 14 g/dl normal ist. Eine Myelominfiltration im Knochenmark verhindert die Bildung von roten Blutkörperchen, was zu Atemlosigkeit, Schwäche und Müdigkeit führt. -
Anästhesie
Anästhesie
Die Unfähigkeit, etwas wahr zu nehmen oder zu spüren. Eine Lokalanästhesie führt zum Gefühlsverlust in einem Körperteil. Eine Vollnarkose führt zum Schlaf. -
Angiogenese / Angiogenesehemmer
Angiogenese / Angiogenesehemmer
Die (Neu-) Bildung von Blutgefäßen. Die Angiogenese ist einerseits ein wichtiges Reparaturprinzip, z.B. nach Verletzungen, Gefäßverschlüssen u.ä.. Sie ist aber andererseits in Tumoren wie dem MM für deren Wachstumsgeschwindigkeit verantwortlich. Angiogenesehemmer wie etwa das Thalidomid werden therapeutisch eingesetzt, um eine Verlangsamung oder sogar einen Stillstand des Tumorwachstums zu erreichen. -
Antibiotikum
Antibiotikum
Medikament, das zur Behandlung von Infektionen eingesetzt wird. -
Antiemetische Substanzen
Antiemetische Substanzen
Medikamente, die Übelkeit und Erbrechen vorbeugen oder bekämpfen. -
Antigen
Antigen
Eine körperfremde Substanz (z.B. Bakterien, Viren, Giftstoffe), die nach Eintritt in den Körper dazu führt, dass das Immunsystem Antikörper produziert. -
Antiinflammatorisch
Antiinflammatorisch
Eine Substanz oder Behandlung, die Entzündungen oder Schwellungen reduziert. -
Antikörper
Antikörper
Antikörper sind Y-förmige Eiweißkörper, die das Immunsystem (B-Lymphozyten und Plasmazellen) als Reaktion auf ein Antigen (s.o.) bildet. Antigene sind Substanzen, die vom Immunsystem als fremd eingestuft werden. Antikörper werden auch Immunglobuline (Ig) genannt. Wenn sie an die speziell zu ihnen passende Antigene binden, lösen sie eine Reaktion der körpereigenen Abwehr aus. Man unterscheidet die Antikörper je nach Strukur und Funktion weiter in IgG, IgE, IgM, IgA und IgD. siehe auch Immunglobuline -
Antimykotische Substanzen
Antimykotische Substanzen
Medikamente, mit denen Pilzinfektionen behandelt werden. -
Antineoplastische Sustanzen
Antineoplastische Sustanzen
Medikamente, die das Wachstum und die Ausbreitung von Krebszellen behindern oder blockieren. -
Apharese
Apharese
Siehe Leukapherese -
Aplasie
Aplasie
Eine unterschiedlich lang andauernde Phase nach Strahlen- und/oder Hochdosischemotherapie mit anschließender Stammzelltransplantation. In dieser Phase sinken u.a. die Leukozyten auf einen Wert unterhalb von 0,00800 pro/µ-Liter (auch einfach 800). Dadurch ist die Immunabwehr in dieser Zeit nicht mehr möglich. In dieser Phase wird man weitgehend isoliert. Es sind besondere Hygiene- und Kontaktregeln zu beachten, die Sie von Ihrem behandelnden Onkologen bzw. Krankenhaus erfahren. -
Apoptose
Apoptose
Ein normaler zellulärer Prozess, der über eine genetisch vorprogrammierte Kette von Ereignissen zum Zelltod führt. -
Appendikulares Skelett
Appendikulares Skelett
Die langen Knochen (d.h. die Arme und Beine) die an der Wirbelsäule, der Brust und dem Becken befestigt sind. -
Arm
Arm
Eine der Behandlungsgruppen einer randomisierten Studie. Die Mehrzahl der randomisierten Studien haben zwei, manchmal aber auch mehr Arme.
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Arrhythmie
Arrhythmie
Eine Arrhythmie ist eine Störung der Herzfrequenz bzw. des Rhythmus des Herzschlags. Dabei schlägt das Herz zu schnell, zu langsam oder unregelmäßig. Arrhythmien entstehen durch Probleme bei der elektrischen Signalleitung des Herzens. -
Arzneimittel-Vielfachresistenz (Multidrug Resistance; MDR)
Arzneimittel-Vielfachresistenz (Multidrug Resistance; MDR)
Eine Resistenz gegen eine Standardbehandlung, normalerweise verbunden mit einer Resistenz gegen die Chemotherapeutika Adriamycin® (Doxorubicin) und Vincristin. Diese Resistenz wird durch eine Ansammlung von P-Glykoproteinen in der äußeren Zellmembran der Myelomzellen hervorgerufen. Dies führt dazu, dass Medikamente aus der Myelomzelle ausgestoßen werden, anstatt sich in der Zelle anzusammeln und schließlich zum Zelltod der jeweiligen Zelle zu führen.
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Aspiration, Aspirat
Aspiration, Aspirat
Der Vorgang, Flüssigkeit oder Gewebe von einer bestimmten Region des Körpers zu entnehmen. -
Asymptomatisches Myelom
Asymptomatisches Myelom
Eine Myelomerkrankung, die ohne Zeichen der Erkrankung oder Symptome auftritt. Es wird auch indolent, Smoldering oder frühes Myelom genannt. -
Autokrin
Autokrin
Autokrin bezieht sich auf einen Vorgang, bei dem ein Wachstumsfaktor zum einen sowohl von einer Zelle (wie dem Myelom) gebildet wird als auch zugleich das Myelomzellenwachstum anregen kann, wodurch ein positiverautokriner Regelkreis entsteht. Ähnlich können die in der Mikroumgebung um das Myelom entstehenden Faktoren das Myelom in einem parakrinen Regelkreis stimulieren. Auf diese Weise stimulierte Myelomzellen bilden Faktoren, die wiederum die Zellen der Mikroumgebung anregen können.
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Autolog
Autolog
Siehe Transplantation -
Axiales Skelett
Axiales Skelett
Schädel, Wirbelsäule und Becken
B
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B-Zell-Reifungsantigen (BCMA)
B-Zell-Reifungsantigen (BCMA)
Protein auf Myelomzellen – wichtiges Ziel für Therapien -
B-Zellen
B-Zellen
Weiße Blutkörperchen, die sich im Knochenmark zu Plasmazellen entwickeln und Antikörper produzieren. Werden auch B-Lymphozyten genannt. -
B-Zellen (B-Lymphozyten)
B-Zellen (B-Lymphozyten)
Weiße Blutkörperchen, die Teil des natürlichen Immunsystems des Körpers darstellen. Manche B-Zellen entwickeln sich im Knochenmark zu Plasmazellen und bilden Antikörper. -
Bakterien
Bakterien
Einzellige Mikroorganismen, die entweder als unabhängige (frei lebende) Organismen oder Parasiten (von anderen Organismen abhängig) existieren können. Plural von Bakterium.
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Basophile
Basophile
Eine Untereinheit der weißen Blutkörperchen. Basophile gehören zu den Granulozyten. -
Bence-Jones-Myelom
Bence-Jones-Myelom
Ein durch das Vorliegen des Bence-Jones-Proteins gekennzeichnetes Myelom. Bence-Jones bezeichnet ein abnormes aus freien Kappa- oder Lambda-Leichtketten bestehendes Protein im Urin.
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Bence-Jones-Protein
Bence-Jones-Protein
Ein monoklonales Protein des Myeloms. Das Protein besteht entweder aus kranken freien Kappa- oder Lambda- Leichtketten. Aufgrund ihrer geringen Größe werden Bence-Jones-Leichtketten uneingeschränkt mit dem Urin ausgeschieden. Die Menge des Bence-Jones-Proteins im Urin wird in g pro 24 Stunden angegeben. Normalerweise findet man nur eine sehr geringe Proteinmenge (< 0,1 g/24 h) im Urin; meist handelt es sich dabei um Albumin statt um das Bence-Jones-Protein. Das Vorliegen des Bence-Jones-Proteins im Urin ist abnormal. -
Benigne (gutartig)
Benigne (gutartig)
Nicht krebsartig/bösartig. Im Gegensatz zu maligne/bösartig. -
Bestrahlungstherapie
Bestrahlungstherapie
Behandlung mit starken Strahlen (harte Röntgenstrahlung), um maligne Zellen abzutöten. -
Beta-2-Mikroglobulin (β2M)
Beta-2-Mikroglobulin (β2M)
Ein kleines Eiweiß, das normalerweise im Blut gefunden wird. Bei Patienten mit aktivem Myelom kommen hohe Spiegel im Blut vor. Bei Patienten mit einem Frühstadium des Myeloms und/oder inaktiver Erkrankung kommen niedrige oder normale Spiegel vor. Bei ca. 10 % der Patienten kommt es nicht zu einer abnormalen β2M-Produktion. Bei diesen Patienten kann der β2M-Spiegel nicht verwendet werden, um den Verlauf der Erkrankung zu verfolgen. Zum Zeitpunkt eines Rezidivs kann der β2M-Spiegel ansteigen, bevor man eine Änderung im Myelomeiweiß sieht. Deshalb ist der β2M-Wert bei 90% der Patienten sehr nützlich, um die Krankheitsaktivität zu bestimmen. -
Bilirubin
Bilirubin
Bilirubin ist der rötlichbraune Gallenfarbstoff. Es ist ein „Abfallprodukt“, das beim Abbau des roten Blutfarbstoffs Hämoglobin in der Leber entsteht. Das Bilirubin gelangt aus der Leber in die Galle und von dort in den Darm, wo es ausgeschieden wird. Durch diesen Farbstoff erhält der Stuhl seine Farbe.• Sollte der Leber-Galle-Darm-Kreislauf aus irgendeinem Grund ge stört sein, sammelt sich das Bilirubin im Blut an.
• Wird ein bestimmter Wert überschritten, entsteht Gelbsucht. Die Bindehaut der Augen bzw. die ganze Haut verfärben sich gelblich. Bilirubin kann dann auch im Harn gemessen werden.
• Erhöhte Bilirubinkonzentrationen können auch anzeigen, dass die Gallenwege durch Steine oder einen Tumor verschlossen sind und dadurch die Galleflüssigkeit nicht ausgeschieden werden kann.
• Bei Blutarmut durch verstärkten Zerfall der Blutkörperchen ist der Harn durch Bilirubin verfärbt.
• Eingeschränkt ist die Ausscheidung von Bilirubin bei akuter Leberentzündung, Alkohol-Fettleber, Leberzirrhose, Entzündung, Steinen der Gallenblase oder des Gallengangs, Gallenblasenkarzinom, Bauchspeicheldrüsenkrebs, Tumoren im Darmbereich, Metastasen.
• Überschießend ist die Produktion von Bilirubin bei Anämie, Malaria und bei Einnahme bestimmter Arzneimittel.
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Biologische Response-Modifier (BRM)
Biologische Response-Modifier (BRM)
Substanzen, die die Abwehrkräfte des Körpers gegen Infektionen und Erkrankung stärken. Der Körper produziert normalerweise geringe Mengen dieser Stoffe selbst. Wissenschaftler können manche dieser Stoffe im Labor in großen Mengen produzieren, sodass sie in der Krebstherapie verwendet werden können. -
Biopsie
Biopsie
Die Entnahme von Gewebeproben zur mikroskopischen Untersuchung, z.B. zur Diagnosestellung.
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Bispezifischer Antikörper (bsAb)
Bispezifischer Antikörper (bsAb)
Antikörper, der zwei Ziele gleichzeitig angreift. -
Bisphosphonate
Bisphosphonate
Medikamente, die an die Knochenoberfläche binden, wo sie aufgenommen werden und gegen die Aktivität von Osteoklasten schützen. -
Blut
Blut
(lateinisch: Sanguis), im Herz-Kreislauf-System (Blutkreislauf) zirkulierende Körperflüssigkeit, die dem allgemeinen Stofftransport und -austausch dient.
Funktion:
Das Blut kann als flüssiges Gewebe oder als Organ des Körpers angesehen werden. Es bringt als Transportmittel Sauerstoff aus der Lunge und Nährstoffe aus dem Darm in die Gewebe, Kohlendioxid und Abbauprodukte des Stoffwechsels in die Ausscheidungsorgane (Lunge, Niere) und überträgt Hormone, Vitamine und Enzyme. Es dient der chemischen Verknüpfung der Organe und der Aufrechterhaltung des Wasser- und Salzhaushaltes des Körpers. Wichtige Eigenfunktionen des Blutes sind die Fähigkeiten, Puffer im Säure-Basen-Haushalt zu sein, als Träger von Antikörpern und Leukozyten eingedrungene Fremdstoffe, Gifte und Fremdorganismen abzuwehren (Immunreaktion) und eröffnete Blutgefäße (Blutgerinnung) verschließen zu können. Die Blutmenge des Menschen beträgt etwa 7–8% seines Körpergewichts, beim Erwachsenen (bei 70 kg Körpergewicht) etwa 4,56l. Das Blut setzt sich aus dem Blutplasma (Blutflüssigkeit) und aus den geformten Bestandteilen, den Blutkörperchen, zusammen.
Schematische Darstellung der Hauptbestandteile des Blutes
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Blutbild
Blutbild
Die Zahl an roten Blutkörperchen und Blutplättchen in einer Blutprobe. -
Blutharnstoffstickstoff (BUN)
Blutharnstoffstickstoff (BUN)
Ein Messwert für den Harnstoffspiegel im Blut. Harnstoff wird über die Nieren ausgeschieden. Der BUN-Wert ist ein Laborbluttest, der die Nierenfunktion misst. Erkrankungen wie das Myelom, die die Nierenfunktion einschränken, führen häufig zu einer Erhöhung des BUN-Spiegels im Blutkreislauf. -
Blutplättchen
Blutplättchen
Eine der 3 wichtigsten Blutzellen, wobei die anderen die roten und weißen Blutkörperchen sind. Blutplättchen verschließen Defekte in der Wand der Blutgefässe und stimulieren die Bildung von Thromben. Blutplättchen sind auch der wichtigste Schutz gegen Blutungen. Werden auch Thrombozyten genannt. -
Blutsenkungsgeschwindigkeit (BSG)
Blutsenkungsgeschwindigkeit (BSG)
Die Blutsenkung oder Messung der BSG gibt an, wie schnell die roten Blutkörperchen in einem senkrecht stehenden Röhrchen auf den Boden absinken. Nach einer Stunde und nach zwei Stunden wird abgelesen,um wie viele Millimeter sich die Blutzellen abgesetzt haben. Sinken die Blutkörperchen schnell ab, spricht man von einer beschleunigten Blutsenkung, was auf eine Entzündung oder auf Tumoren hinweist. Dieses Ergebnis sagt jedoch noch nichts über die Ursachen und der Ort der Entzündung aus. Um dies zu ermitteln, sind weitere Untersuchungen notwendig. Eine normale BSG schließt nichtentzündliche Organerkrankungen nicht aus. Eine erhöhte BSG kann nur ein Hinweis auf eine vorhandene Erkrankung sein. Sie ist nie allein beweisend. Die BSG-Ergebnisse werden maßgeblich durch die Menge und die Zusammensetzung der Blutkörperchen und den Eiweißgehalt im Blut beeinflusst. Für Frauen und Männer gelten unterschiedliche Werte, da Frauen weniger Blutzellen im Verhältnis zur Gesamtblutmenge besitzen. Ab dem 50. Lebensjahr können erhöhte Werte vorkommen, ohne dass eine Erkrankung vorliegt.
URSACHEN FÜR EINE BESCHLEUNIGUNG DER BSG:
1. Akute und chronische Entzündung, vor allem durch Bakterien
2. Rheumatische Erkrankungen
3. Blutarmut (Anämie)
4. Leukämie
5. Tumoren (z.B. Multiples Myelom)
6. Chronische Leber- und Nierenerkrankungen
7. Chronische Darmerkrankungen
URSACHEN FÜR EINE ERNIEDRIGUNG DER BSG:
1. Vermehrung der roten Blutkörperchen (Polyglobulie)
2. Allergische Erkrankungen
3. Herzschwäche
4. Medikamente, z.B. ASS, Kortison, Antirheumatika
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Blutzellen
Blutzellen
Werden im Knochenmark produziert. Sie bestehen aus roten Blutkörperchen, weißen Blutkörperchen und Blutplättchen. -
Blutzucker
Blutzucker
Der im Blut gemessene Spiegel eines Zuckers, der aus Kohlenhydraten gebildet wird. Eine der Hauptenergiequellen des Körpers. -
Brustwirbelsäule
Brustwirbelsäule
Der mittlere Abschnitt der Wirbelsäule zwischen den Halswirbeln und den Lendenwirbeln besteht aus zwölf Brustwirbeln. -
BUN (blood urea nitrogen)
BUN (blood urea nitrogen)
Misst den Harnstoffspiegel im Blut. Der Harnstoff wird mit der Niere ausgeschieden. Der BUN-Wert ist ein Labortest, der die Nierenfunktion misst. Erkrankungen, wie das Myelom, die zu einer eingeschränkten Nierenfunktion führen, bringen oft eine Erhöhung des BUN-Spiegels mit sich.
C
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C-reaktives Protein (CRP)
C-reaktives Protein (CRP)
Das CRP liefert in erster Linie Informationen über ablaufende Entzündungsreaktionen. CRP ist ein Akute-Phase-Protein und wird von der Leber als generelle, unspezifische Antwort auf entzündliche Prozesse verstärkt gebildet. Die Werte können bei Infektionen (vor allem durch Bakterien), bei Erkrankungen, die Körpergewebe zerstören und bei bösartigen Erkrankungen erhöht sein. Raucher können eine leichte CRP-Erhöhung aufweisen.
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Calcitonin
Calcitonin
Ein Hormon, das von der Schilddrüse produziert wird und den Knochenabbau vorübergehend blockiert. -
Calcitrol
Calcitrol
Eine aktivierte Form von Vitamin D, die für Patienten, die einen zusätzlichen Bedarf an Vitamin D haben, verwendet wird. -
Calcium
Calcium
Calcium (Ca) ist am Aufbau von Knochen und Zähnen beteiligt und gibt ihnen die nötige Festigkeit. Von ca. 1,5 kg Calcium im Körper sind 98 % in den Knochen gespeichert, der Rest zirkuliert im Blut. Calcium spielt auch eine wichtige Rolle bei der Reizübertragung von Nerven auf die Muskeln sowie bei der Blutgerinnung. Außerdem reguliert Calcium die Durchlässigkeit der Zellwände. Ein chronischer Mangel an Calcium zeigt sich in trockener, rissiger Haut, Haarausfall und Querrillen an den Nägeln. Schwerer Calciummangel äußert sich in Knochenveränderungen und Muskelkrämpfen. Der tägliche Calciumbedarf liegt zwischen 0,5 und 1,2 g. Übergewicht fördert ebenso wie Nikotin und übermäßiger Alkohol-, Kaffee- und Teegenuss eine vorzeitige Knochenentkalkung. Immobilität und Bettlägerigkeit führen nicht nur zu einer Muskelschwäche, sondern auch zu einer erheblichen Abnahme des Knochenkalksalzgehalts.URSACHEN FÜR EINE ERNIEDRIGUNG DER CALCIUM-WERTE:
• Vitamin-D-Mangel
• Darmentzündungen
• Schwerer Durchfall
• Dauerhafte Einnahme von Abführmitteln
• Entwässerungsmedikamente
• Unterfunktion der Nebenschilddrüse, etwa nach Schilddrüsenoperationen
• Erhöhter Bedarf während des Wachstums, der Schwangerschaft und Stillzeit
• Chronische Niereninsuffizienz
• Eiweißmangel
Im Gegensatz hierzu kann die Zunahme des Calciums im Blut (Hyperkalzämie) ein Zeichen für einen verstärkten Knochenabbau sein. Es kann hierdurch zu erheblichen Nierenfunktionsstörungen und anderenKomplikationen kommen. Häufig geht der Calciumanstieg im Blut mit typischen Beschwerden einher. Hierzu gehören ein verstärktes Durstgefühl, vermehrtes Wasserlassen, Übelkeit bis hin zu Erbrechen undintellektuelle Einbußen (Benommenheit bis hin zu Verwirrtheit). Eine Vorbeugung bzw. Behandlung ist mit Bisphosphonaten möglich. Bei einer Calciumüberschwemmung des Blutes müssen die Patienten sich selbstverständlich calciumarm ernähren. Folgende Lebensmittel haben einen relativ hohen Calciumgehalt und sollten bei Überschreitung des oberen Referenzbereiches gemieden werden.
• Milch und Milchprodukte
• Käse
• Salzhering, Hummer, Garnelen, Ölsardinen, Scholle
• Weizenkeime, Weißbrot, Knäckebrot, Brötchen
• Nüsse
• Grüne Bohnen, Brokkoli, Grünkohl, Kohlrabi, Lauch, Linsen, Mangold, Spinat, Sellerie, Kresse
• Datteln, Feigen, Pflaumen in der Dose, Aprikosen
• Kartoffelchips, Salzstangen, Eiscreme, Schokolade
• Rotwein, Weißwein
Bei Mineralwasser und Säften auf geringen Calciumgehalt achten!
URSACHEN FÜR EINE ERHÖHUNG DER CALCIUM-WERTE:
• Überfunktion der Nebenschilddrüsen
• Überdosierung von Vitamin D
• Übermäßige Zufuhr von Milch und Säurehemmern
• Überschießende Freisetzung aus dem Knochen, Tumoren mit Knochenmetastasen
• Nierenfunktionsstörungen
• Arzneimittel
• Einnahme von Calciumpräparaten
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Carcinogen
Carcinogen
Eine Substanz, die die Krebsentstehung oder das Wachstum von Krebs fördert. -
Carfilzomib
Carfilzomib
Handelsname Kyprolis® siehe Proteasomeninhibitor -
CD34+
CD34+
Der Labormarker, der herangezogen wird, um die Anzahl der Stammzellen im Blutkreislauf zu bestimmen und zu quantifizieren. Damit eine Transplantation sicher durchgeführt werden kann, ist eine bestimmte Mindestzahl an CD34+-Stammzellen erforderlich. -
Chemotherapeutische Wirkstoffe
Chemotherapeutische Wirkstoffe
Alle Medikamente, die Krebszellen abtöten. Bei der „Kombinationschemotherapie“ kommt mehr als ein Medikament zur Behandlung des Krebses zum Einsatz. -
Chimäre Antigenrezeptor-T-Zellen (CAR-T)
Chimäre Antigenrezeptor-T-Zellen (CAR-T)
Eigene T-Zellen werden im Labor umprogrammiert, um Krebszellen zu bekämpfen. -
Chromosomen
Chromosomen
Sie bestehen aus DNA und Eiweiß und liegen im Zellkern. Sie dienen der Weitergabe der genetischen Information bei der Zellteilung. Normale menschliche Zellen enthalten 46 Chromosomen. Sie sind mikroskopisch sichtbare Träger der Erbinformationen. -
Chromosomen-Anomalien
Chromosomen-Anomalien
Untersuchungen haben gezeigt, dass die krankhaften Plasmazellen beim Multiplen Myelom durch eine Vielzahl von genetischen Veränderungen gekennzeichnet sind. Typische Veränderungen sind z.B. der Verlust eines oder mehrerer Chromosomen, die das Erbgut tragen oder auch nur eines Chromosomenteils. Hierbei spricht man von Deletion. Aber auch sogenannte Zugewinne an bestimmten Chromosomen werden regelmäßig beobachtet. Manchmal werden Teile zweier Chromosomen gegeneinander ausgetauscht. Das wird als Translokation bezeichnet. All diese Chromosomenveränderungen werden durch die sogenannte FISH-Analyse erkannt, bei der mit Fluoreszenzfarbstoff markierte Chromosomenabschnitte als Farbsignale zu erkennen sind. Hierdurch können ganze Chromosomen bis hin zu kleinsten Chromosomenabschnitten dargestellt werden.Typische Veränderungen beim Multiplen Myelom können z.B. sein:
• Deletion 13. Es liegt ein Verlust von Material am Chromosom 13Begriffserläuterungen (Schwerpunkt Laborwerte) 21 vor. Bei 30 Prozent der Patienten liegt am Chromosom 13 eine Veränderung vor.
• Deletion 17p: Verlust einer bestimmten Region auf Chromosom 17.
• t(14;16): Translokation zwischen Chromosomen 14 und 16
• t(4;14): Translokation zwischen Chromosomen 4 und 14
Ein Teil der beobachteten Chromosomenveränderungen ist als prognostisch relevant einzuschätzen. Man kann mittlerweile, insbesondere in Kombination mit dem ISS-Score, eine Einteilung in Standardrisiko- und Hochrisikopatienten vornehmen. Jedoch ist wichtig anzumerken, dass diese Risiken eine statistische Aussage vornehmen, sodass etwa eine Hochrisikokonstellation gemäß der FISH-Analyse nicht zwingend mit einem schlechteren Ansprechen auf die Therapie oder mit einem geringeren Gesamtüberleben verbunden sein muss.
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Chromosomenanalyse
Chromosomenanalyse
Hierbei wird nach Abweichungen der Chromosomenanzahl (numerische Aberration) und nach Änderungen in der Chromosomenform bzw. Chromosomenstruktur (strukturelle Aberration) gesucht. Vergleiche hierzu auch „FISH“ weiter unten. -
Chronisch
Chronisch
Über eine längere Zeitspanne andauernd. -
CRAB-Kriterien
CRAB-Kriterien
Wann muss behandelt werden? C= Kalziumkonzentration im Serum > 10,5 mg/dl, > 2,6 mmol/l R= Niereninsuffizienz (Kreatinin >2 mg/dl) A= Anämie (Hämoglobinkonzentration <10 g/dl oder 2 g/dl unter dem Normwert B= Knochenerkrankung (Osteolysen und/oder Osteoporose) Darüber hinaus spielen folgende Parameter für die Behandlung des Myeloms eine wichtige Rolle: Monoklonales Protein im Serum und/oder Urin vorhanden und/oder der prozentuale Anteil der monoklonalen Plasmazellen im Knochenmark beträgt >10% und/oder ein klonales Plasmozytom ist dokumentiert und eine Endorganschädigung nach den CRAB-Kriterien liegt vor -
CT (Computertomographie, CAT)
CT (Computertomographie, CAT)
Computertomografie. Dieses Schnittbildverfahren mit konventionellen Röntgenstrahlen, bei dem der Patient in einem Röhrengerät untersucht wird, gibt Aufschluss über knöcherne, aber auch Weichteilstrukturen des Körpers. Mithilfe der Niedrigdosis-Ganzkörper-CT können wichtige Informationen über Knochenveränderungen beim Multiplen Myelom gewonnen werden, und zwar sowohl bei der Erstdiagnose als auch im Rahmen von Verlaufskontrollen. -
Zytokinfreisetzungssyndrom (CRS)
Zytokinfreisetzungssyndrom (CRS)
Häufige Nebenwirkung bei Immuntherapien (Fieber, etc.).
D
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Desoxyribonukleinsäure (DNS)
Desoxyribonukleinsäure (DNS)
Die Erbsubstanz; ein großes Molekül, das die genetische Information trägt, die Zellen zur Vermehrung und Produktion aller Komponenten des Körpers benötigen. -
Dexamethason
Dexamethason
Ein Steroid, das nicht nur entzündungshemend wirkt, sondern häufig mit anderen chemotherapeutischen Substanzen verabreicht wird. Durch die Gabe von hoch dosierten Glukokortikoiden, insbesondere Dexamethason, kann eine rasche Reduktion der Tumormasse beim multiplen Myelom erreicht werden. -
Diagnose
Diagnose
Die Identifizierung einer Erkrankung anhand ihrer Zeichen und Symptome. -
Dialyse
Dialyse
Wenn die Niere eines Patienten nicht mehr fähig ist, das Blut zu reinigen. Das Blut wird durch eine Dialysemaschine gereinigt. -
Diastolisch
Diastolisch
Unterer Blutdruckwert, der durch die Erschlaffung (Diastole) des Herzmuskels entsteht.
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Differenzialblutbild
Differenzialblutbild
Beim Differenzialblutbild wird die prozentuale Verteilung der verschiedenen weißen Blutkörperchen untersucht. Es untergliedert weiße Blutkörperchen u.a. in Granulozyten, Lymphozyten und Monozyten. -
Diploidie-Status
Diploidie-Status
Vorhandensein zweier vollständiger Chromosomensätze im Zellkern von Organismen mit sexueller Fortpflanzung (mit je einem Satz der männlichen und der weiblichen Keimzelle entstammend). Normalerweise liegt in Körperzellen ein zweifacher (diploider) Chromosomensatz vor. -
DLT (dosislimitierende Toxizität)
DLT (dosislimitierende Toxizität)
Nebenwirkungen, die so schwer sind, dass die Behandlung nicht fortgesetzt werden kann. -
DNA
DNA
Die Erbsubstanz; ein großes Molekül, das die genetische Information trägt, die Zellen brauchen, um sich zu vermehren und Eiweiße zu produzieren. -
Doppelblind
Doppelblind
Durchführung einer randomisierten, klinischen Studie, bei der weder der Teilnehmer noch der Prüfarzt das Ziel der Studie kennen, der der Patient zugewiesen ist. Der Zweck ist, alle Voreingenommenheiten bezüglich der Ergebnisse vermeiden. -
Durchflusszytometrie
Durchflusszytometrie
Eine Technologie, die zur Zellzählung, Zellsortierung und Biomarker-Erkennung eingesetzt wird. Dabei werden Zellen in einem Flüssigkeitsstrom suspendiert und durch einen Laser geführt. -
DXA (Dual-X-Ray-Absorptiometry)
DXA (Dual-X-Ray-Absorptiometry)
Doppel-Röntgen-Absorptiometrie. Verfahren zur Bestimmung der Knochendichte.
E
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Echokardiogramm
Echokardiogramm
Auch als Ultraschallkardiografie bzw. Herzultraschall bezeichnet. Mit diesem Verfahren ist eine Beurteilung der Bewegungsabläufe von Herzwänden und Herzklappen sowie die Messung von Herzwand- dicken, Herzbinnenräumen, Klappenöffnungsflächen sowie eine näherungsweise Bestimmung des Herzminutenvolumens möglich. Das Ergebnis dieser Untersuchung ist wichtig für eine Entscheidung über die Therapie. -
Effektivität
Effektivität
Die Fähigkeit, einen Effekt hervorzurufen; In der Krebsforschung bedeutet Effektivität, dass eine Behandlung effektiv ist. -
EFS (event free survival)
EFS (event free survival)
Zeit in der die Krankheit nicht in Erscheinung tritt. -
Einbringung
Einbringung
Der Prozess, Patienten in eine klinische Forschungsstudie aufzunehmen, oder die Anzahl der Patienten, die bereits in der Studie sind, oder von denen eine Teilnahme erwartet wird. -
Einverständniserklärung
Einverständniserklärung
Der Vorgang, bei dem ein Arzt einem Patienten genügend Information über eine vorgeschlagene Behandlung gibt, damit der Patient schließlich eine informierte Entscheidung darüber treffen kann, ob er diese Behandlung durchführen lassen möchte oder nicht. Abgesehen von einer genauen Erklärung der Behandlung muss der Arzt auch auf die Risiken, Vorteile, Alternativen und potentiellen Kosten der Behandlung hinweisen. -
Eiweißausscheidung
Eiweißausscheidung
Im Blut befinden sich viele verschiedene Eiweißstoffe (Proteine). Sie dienen zum Transport von Metallen, Fetten, Vitaminen und Arzneimitteln. Außerdem erfüllen sie auch die Aufgabe von Enzymen, Enzymblockern, Gerinnungsfaktoren, Abwehrstoffen und Hormonen. Auch Antikörper sind Proteine. Myelomzellen produzieren ein monoklonales Immunglobulin (Antikörper), das als monoklonaler Gradient (M-Gradient) in der Elektrophorese von Blut und/oder Urin nachgewiesen werden kann. Immunglobuline bestehen aus leichten Ketten (Lambda oder Kappa) und schweren Ketten, die die Immunglobulinklasse bestimmen (z.B. IgG, IgA, IgM). Manche Myelome produzieren auch nur leichte Ketten (Leichtkettenmyelom). Bei einer hohen Leichtkettenausscheidung über die Nieren kann es zu einer Schädigung der Nierenfunktion kommen (Myelomniere). Diese Schädigung kann durch die Therapie des Myeloms bei einem Teil der Patienten reversibel sein. Die Ausscheidung von Eiweiß im Urin (Proteinurie) ist ein wichtiges, aber unspezifisches Zeichen für eine Nierenerkrankung. Allerdings kann die Überprüfung der Konzentration von leichten Ketten im Serum bereits frühzeitiger auf eine mögliche Gefährdung der Nierenfunktion hinweisen. Andere Faktoren wie Infektionen, Hyperkalzämie und nierenschädigende Medikamente können ebenfalls die Nierenfunktion verschlechtern. Deshalb sollten bei Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion Medikamente, die die Niere zusätzlich schädigen können, möglichst vermieden oder in der Dosis angepasst werden. Das Gesamteiweiß im Urin ist zur Verlaufskontrolle nutzbar, jedoch ist in der Primärdiagnostik immer eine Differenzierung zwischen Leichtketten und Albumin im Urin unerlässlich.Zur Verbesserung der Nierenfunktion sollte eine ausreichende Flüssigkeitsmenge von mindestens 2 l täglich aufgenommen werden (nach Rücksprache mit Ihrem Arzt).VERMINDERUNG DER GESAMTEIWEISS-KONZENTRATION:
Eiweißverluste bei
• Magen-Darm-Entzündungen bzw. Krebs im Magen-Darm-Trakt
• Nierenfilter-Entzündungen
• Verbrennungen
• Eiweißverlustniere Mangelnde Eiweißbildung bei
• Malaria
• Leukämie, Hodgkin Lymphom
• chronischer Lebererkrankung
• Antikörpermangelsyndrom (angeboren)
ERHÖHUNG DER GESAMTEIWEISS-KONZENTRATION:
Wasserverlust bei
• Durchfall
• Infektionskrankheiten
Überschießende Produktion durch
• chronisch entzündliche Erkrankungen
• Knochenmarkerkrankungen
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Eiweißelektrophorese
Eiweißelektrophorese
Labortest, bei dem das Serum eines Patienten einer Separationstechnik unterworfen wird, die die Bewegung der Eiweißmoleküle in einem elektrischen Feld misst. Mithilfe der Elektrophorese werden die Eiweißmoleküleje nach Größe und physikalisch-chemischen Eigenschaften in verschiedene Gruppen (Fraktionen) aufgetrennt. Die Serumeiweißelektrophorese wird zum quantitativen Nachweis von krankhaftem Immunglobulin (Paraprotein) beim Multiplen Myelom genutzt. Bluteiweiße setzen sich aus verschiedenen Aminosäuren zusammen und können mithilfe der Serumeiweißelektrophorese in fünf Gruppen aufgeschlüsselt werden:
• Albumine
• α (Alpha)1 - Globuline
• α (Alpha)2 - Globuline
• β (Beta) - Globuline, häufig unterteilt in β1 und β2
• γ (Gamma) - Globuline
Die größte Fraktion der Bluteiweiße macht das Albumin aus. Die übrigen Eiweiße werden als Globuline bezeichnet. Bei akuten und chronischen Entzündungen beispielsweise verändert sich die Eiweißzusammenset-zung. Dadurch erhält die Elektrophoresekurve eine andere Form. Die Myelomzellen produzieren ein monoklonales Gammaglobulin. Im Serumeiweißelektrophorese-Diagramm kann man das Paraprotein oft als spitze hohe Zacke im Bereich der γ-Globuline, manchmal auch im Bereich der β-Fraktion, erkennen. Diese Zacke wird als M-Spitze oder M-Gradient (monoklonales Immunglobulin) bezeichnet.
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Elektrolyte
Elektrolyte
Elektrisch geladene, lebenswichtige Mineralstoffe im Blut und anderen Körperflüssigkeiten. Zu den Elektrolyten zählen Natrium, Kalium, Magnesium, Chlorid und Phosphor. Sie beeinflussen die Menge an Wasser im Körper, den Säuregrad des Blutes (pH-Wert), die Nerven- und Muskelfunktion (u. a. die des Herzens) und andere wichtige Prozesse. -
Elektrophorese
Elektrophorese
Eine Laboruntersuchung, bei der die Serummoleküle eines Patienten anhand ihrer Größe und elektrischen Ladung aufgeteilt werden. Bei Myelompatienten kann mittels Elektrophorese die Menge des Myelomproteins (M-Protein) gemessen werden. Zusätzlich kann das spezifische M-Protein identifiziert werden. Die Elektrophorese wird sowohl für die Diagnose als auch zur Verlaufskontrolle der Behandlung eingesetzt. -
Engraftment (Anwachsen)
Engraftment (Anwachsen)
Der Vorgang, bei dem Stammzellen im transplantierten Knochenmark oder peripheren Blut ins Knochenmark des Patienten übergehen,dort zu wachsen und neue weiße Blutkörperchen, rote Blutkörperchen und Blutplättchen zu bilden beginnen. -
Entzündung
Entzündung
Teil einer Schutzreaktion des Körpers gegen Verletzungen oder Krankheiten. -
Enzyme
Enzyme
Enzyme sind „Bio-Katalysatoren“, die chemische Reaktionen im Körper beschleunigen. Jedes Enzym löst genau die Reaktion des zu ihm passenden Stoffes (= Substrat) aus und keine andere (sie sind substratspezifisch). Manche Krankheiten entstehen, weil ein Enzym ausfällt oder seine Bildung im Körper durch einen Erbfehler nicht vorgesehen ist. Es gibt zwei Gruppen von Enzymen: Gewebsenzyme und Sekretenzyme. Gewebsenzyme befinden sich immer im Inneren von Zellen. Sie treten nur dann ins Blut über, wenn die Zelle zerstört wird (z.B. GOT). -
Erhaltungstherapie
Erhaltungstherapie
Chemotherapie, die Patienten in Remission verabreicht wird, um ein Rezidiv zu verzögern oder zu verhindern. -
Erythropoietin
Erythropoietin
Ein Hormon, das von den Nieren produziert wird. Myelompatienten mit vorgeschädigten Nieren produzieren nicht genug Erythropoietin und können daher anämisch werden. Hier kann die Injektion von synthetischen Erythropoietin hilfreich sein. Bluttransfusionen sind, insbesondere im Notfall, eine andere Alternative. Synthetisches Erythropoietin wird prophylaktisch vor einer Chemotherapie und unterstützend vor und während einer Chemotherapie eingesetzt, um einer Anämie vorzubeugen. -
Erythrozyten (rote Blutkörperchen)
Erythrozyten (rote Blutkörperchen)
Bei einer Blutuntersuchung werden die Erythrozyten, Leukozyten, Thrombozyten sowie der rote Blutfarbstoff Hämoglobin analysiert. Jeder Mensch besitzt ca. vier bis sechs Millionen rote Blutkörperchen pro Mikroliter Blut. Die Lebensdauer der Erythrozyten beträgt ca. 120 Tage. Die Erythrozyten versorgen die Organe und das Gewebe mit Sauerstoff. Im Körper produziertes Kohlendioxid wird von den roten Blutkörperchen zur Lunge zum Gasaustausch transportiert. Wenn die roten Blutkörperchen vermehrt sind, spricht man von Polyglobulie. Die Ursache dafür kann ein verringertes Angebot an Sauerstoff sein, wie z.B. im Hochgebirge. Für Menschen, die ständig dort leben, ist die Polyglobulie deshalb ein normaler Zustand. Eine verminderte Konzentration an roten Blutkörperchen ruft eine Blutarmut mit ihren typischen Symptomen wie Müdigkeit, Schwäche, Kurzatmigkeit, Schwindel oder Kopfschmerzen hervor. Durch die Blutarmut ist der Sauerstofftransport im Körper vermindert.
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EXA (Dual Photon X-ray Absorptionmetry)
EXA (Dual Photon X-ray Absorptionmetry)
Misst den Knochenverlust; Die beste Methode, um die Knochendichte zu messen. -
Extramedulläre Erkrankung (EMD)
Extramedulläre Erkrankung (EMD)
Myelomherde außerhalb des Knochenmarks, z.B. in Organen oder Weichgewebe. -
Extramedullärer Befall
Extramedullärer Befall
Ein Tumor aus monoklonalen Plasmazellen im Weichgewebe außerhalb des Knochenmarks und vom Knochen getrennt. -
Extravasation
Extravasation
Übergehen oder Austreten eines Arzneimittels oder einer Substanz, wie z. B. Knochenzement, in das umgebende Gewebe.
F
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FISH (Fluoreszenz-in-situ-Hybridisierung)
FISH (Fluoreszenz-in-situ-Hybridisierung)
Es handelt sich um eine Methode zur Ermittlung von zahlenmäßigen (numerischen), aber auch strukturellen Chromosomenveränderungen in Zellkernen, die sich nicht teilen. Hierbei werden Fluoreszenz-Farb stoffe, die nur an die zu untersuchenden Chromosomen binden, als Signale bzw. kleine Farbpunkte unter einem speziellen Mikroskop sichtbar. -
Fokale Knochenläsion
Fokale Knochenläsion
Ein Tumor oder ein Knochenbruch in eine Bildgebungsuntersuchung, wie z. B. einer Röntgenaufnahme, einer CT oder einer MRT. -
Fokale Läsion
Fokale Läsion
Ein Bereich mit irregulären Zellen im Knochenmark gemäß MRT (Magnetresonanztomografie). Damit die Diagnose Myelom gestellt werden kann, muss mehr als eine fokale Läsion mit einer Größe von > 5 mm vorhanden sein. -
Forschungsstudie
Forschungsstudie
Siehe „Klinische Studie“. -
Freie Leichtketten-Test (FLC-Test)
Freie Leichtketten-Test (FLC-Test)
Dieser sehr empfindliche Test (Freelite™) ermöglicht die mengenmäßige Bestimmung der freien Leichtketten (Kappa und Lambda) im Blut. Damit ist ein frühzeitiger Nachweis, auch in geringen Konzentrationen, von freien Leichtketten unabhängig von der Nierenfunktion möglich. Eingesetzt werden kann der FLC-Test zur Beurteilung des Therapieansprechens sowie der Aktivität des Leichtketten- und hyposekretorischen Myeloms. Außerdem ist es möglich, den Quotienten der Leichtketten Kappa/Lambda zu bestimmen. Mithilfe dieses Quotienten kann eine Therapieentscheidung getroffen oder es kann die Remission der Myelomerkrankung beurteilt werden. Man spricht von stringenter kompletter Remission bei einer Normalisierung des Kappa/Lambda-Quotienten, unauffälliger Immunfixation in Serum und Urin sowie fehlendem Nachweis monoklonaler Plasmazellen im Knochenmark.
G
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Gamma-Glutamyltransferase (GGT/gamma-GT)
Gamma-Glutamyltransferase (GGT/gamma-GT)
Die Erhöhung der GGT ist eines der empfindlichsten Anzeichen für erhöhten Alkoholkonsum und eine Leber-Gallenerkrankung, wie z.B. Cholestase (Gallestau), Fettleber oder Tumoren. Die GGT regelt die Aufnahme von Aminosäuren in die Leberzellen. Auch bei Einnahme von bestimmten Medikamenten können die Werte steigen.ERHÖHUNG DER GGT DURCH:
• Leber- und Gallenerkrankung
• Herzerkrankungen (Herzinfarkt, Koronare Herzkrankheit)
• Bauchspeicheldrüsenerkrankung
• Verbrennungen
• Bluthochdruck
• Diabetes mellitus
• Gefäß- und Tumorerkrankungen im Gehirn
• Alkohol
• Arzneimittel/Gifte
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Gastrointestinale Nebenwirkungen
Gastrointestinale Nebenwirkungen
Nebenwirkungen von Medikamenten, die den Verdauungstrakt beeinflussen und z. B. Übelkeit, Erbrechen, Durchfall und Verstopfung verursachen können.
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Gen
Gen
Eine spezifische Abfolge von DNA oder RNA. Die biologische Einheit der Vererbung, die auf einer bestimmten Stelle eines Chromosoms platziert ist und in allen Körperzellen gefunden wird. Wenn Gene fehlen oder beschädigt sind, kann Krebs entstehen. -
Generischer Name eines Medikaments
Generischer Name eines Medikaments
Der generische Name eines Medikaments bezieht sich eher auf die chemische Zusammensetzung eines Arzneimittels als auf seinen Markennamen. Ein generischer Name wird einem Medikament vor der Zulassung und somit vor der Erteilung des Markennamens des Medikaments gegeben. Sobald das Patent eines Medikaments ausläuft, können andere Hersteller eine generische Version des Medikaments herstellen. Ein Beispiel: Ibuprofen ist der generische Name für ein Medikament, das unter den Markennamen Advil® und Motrin® verkauft wird. -
Genetisch
Genetisch
Vererbt. Hat mit der Information, die durch die DNA in den Genen von Eltern an Kinder weitergegeben wird, zu tun. -
Gentherapie
Gentherapie
Behandlung, die Gene verändert. Die Verwendung von Genen, um das Immunsystem zu stimulieren. In Gentherapiestudien für Krebspatienten versuchen Forscher, die natürliche Fähigkeit des Körpers, die Erkrankung, zu bekämpfen zu verbessern und den Tumor empfindlicher für andere Therapien zu machen. Das Hauptaugenmerk der Behandlung liegt auf dem Ersatz beschädigter oder fehlender Gene durch gesunde Kopien. -
Gesamtansprechrate (ORR)
Gesamtansprechrate (ORR)
Der Anteil der Patienten in einer klinischen Studie, deren monoklonales Protein durch die Behandlung um mindestens 50 % gesunken ist.
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Gesamtüberlebenszeit (OS)
Gesamtüberlebenszeit (OS)
Bei einer Gruppe von an Krebs erkrankten Personen bezeichnet dieser Begriff die Überlebenschancen. Die Gesamtüberlebenszeit bezieht sich auf die mediane Anzahl an Personen in der Gruppe, die nach einem bestimmten Zeitraum wahrscheinlich noch am Leben sind. Im Grunde genommen weist das Gesamtüberleben auf die Heilungsquote hin. Es wird in klinischen Studien oft als Parameter für die Therapiewirksamkeit herangezogen.
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Glaukom oder grüner Star
Glaukom oder grüner Star
Eine Krankheit, bei der der Druck im Auge ansteigt und die zu einer Einschränkung des Sehvermögens und Blindheit führen kann, wenn sie nicht behandelt wird. -
Globuline (alpha 1, alpha 2, beta-, gamma-globuline)
Globuline (alpha 1, alpha 2, beta-, gamma-globuline)
Eiweiß im Serum das mittels Elektrophorese in seine Bestandteile unterteilt werden kann, also in die unterschiedlichen Eiweißgruppen. Die Globuline unterteilen sich in die alpha 1-, alpha 2-, beta- und zuletzt die Gammaglobuline. Die Gammaglobuline bezeichnet man auch als Immunglobuline, und diese sind ganz besonders interessant für die MM-Patienten. -
Glomeruläre Filtrationsrate (GFR)
Glomeruläre Filtrationsrate (GFR)
Bei der glomerulären Filtrationsrate (GFR) handelt es sich um die Menge an Blutbestandteilen, die pro Zeiteinheit von der Niere filtriert werden und den Primärharn bilden. Die GFR nimmt mit zunehmendem Alter ab. Die GFR ist für die Einschätzung der Nierenfunktion wichtig. Bei Niereninsuffizienz ist sie vermindert. Der Normwert beträgt ca. 120ml/min. -
Glucose
Glucose
Traubenzucker, kommt in freier und gebundener Form u.a. in Früchten, im Honig, in tierischem und menschlichem Gewebe sowie auch im Blut vor (sog. Blutzucker). Die Glukosekonzentration im Blut wird v.a. durch die Hormone Insulin, Adrenalin und Glucagon reguliert. -
Glutamat-Oxalacetat-Transaminase (GOT)/AST
Glutamat-Oxalacetat-Transaminase (GOT)/AST
Dieses Enzym (auch als Aspartat-Aminotransferase bezeichnet [AST]) ist ein wichtiger Laborwert, der bereits sehr früh eine Lebererkrankung anzeigt. Bei chronischem Alkoholmissbrauch steigen die Werte stark an. Dies ist ein Hinweis auf eine alkoholische Fettleber. Je ausgeprägter die Leberschädigung ist und je mehr Leberzellen abgestorben sind, umso höher sind die Werte der GOT. Die höchsten Werte kommenbei der akuten Hepatitis, schweren Vergiftungen und Schockleber vor. Beim Herzinfarkt ist der GOT-Wert kurz danach stark erhöht, sinkt aber innerhalb von drei Tagen wieder ab.
ERHÖHUNG DER GOT/AST DURCH:
• Erkrankungen von Leber, Galle und Bauchspeicheldrüse
• Herzinfarkt
• Muskelerkrankungen
• Schock, Lungenembolie
• große operative Eingriffe (wegen Muskelzerstörung)
• Arzneimittel (Schmerzmittel, fiebersenkende Mittel,
Rheumamedikamente, Schlaf-, Beruhigungsmittel, Epilepsie-Medikamente, Antibiotika, Pilzmittel, Krebsmedikamente u.a.)
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Glutamat-Pyruvat-Transaminase (GPT)/ALT
Glutamat-Pyruvat-Transaminase (GPT)/ALT
Dieses Enzym (auch als Alanin-Aminotransferase bezeichnet [ALT]) ist ausschließlich in der Zellflüssigkeit der Leberzellen gelöst. Misst man erhöhte GPT-Werte im Blut, weist dies auf eine „Dichtestörung“ der Zellhülle hin. Die Höhe der GPT-Konzentration korreliert mit der An- zahl der betroffenen Leberzellen. Bei akuter Leberentzündung steigt die ALT stark an (häufig zwischen 500 und 1000 U/l), typischerweise sogar höher als die GOT/AST. Bei unkompliziertem Verlauf sinkt der Wert von der zweiten Woche an kontinuierlich ab und erreicht in der sechsten bis achten Woche seinen Ausgangswert. -
Graft versus Host-Disease (GVDH)
Graft versus Host-Disease (GVDH)
Die Reaktion eines gespendeten Knochenmarks gegen das körpereigene Gewebe eines Patienten. -
Granulozyten
Granulozyten
Untergruppe der weißen Blutkörperchen, die eine große Bedeutung für die Infektionsabwehr haben. -
Gürtelrose
Gürtelrose
Siehe „Herpes zoster“. -
GVM (Graft versus Myeloma)
GVM (Graft versus Myeloma)
Aktivität des Transplantats gegen das Myelom. Dies ist der erwünschte Effekt bei der allogenen Transplantation.
H
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Halbwertszeit
Halbwertszeit
Unter Halbwertszeit versteht man jene Zeit, innerhalb der ein Stoff, z.B. ein Protein, zur Hälfte biologisch abgebaut ist. Sie ist von der Ausgangskonzentration des Stoffs unabhängig. -
Hämatogen
Hämatogen
Kommt aus dem Blut oder wird über die Blutzirkulation verteilt. -
Hämatokrit (Hkt)
Hämatokrit (Hkt)
Der Hkt-Wert gibt den prozentualen Anteil der roten Blutkörperchen am Volumen des Blutes an. Um ihn zu ermitteln, wird das Blut in einer Zentrifuge in seine festen und flüssigen Bestandteile getrennt. Zu einer Erhöhung des Hämatokrits kann es durch eine Vermehrung der roten Blutkörperchen (Polyglobulie) oder durch Flüssigkeitsmangel kommen. Dieser Zustand ist ungünstig, da die Fließeigenschaften des Blutes eingeschränkt sind. Der Volksmund spricht in diesem Zusammenhang auch von „dickem Blut“. Bei einer Anämie ist der Hkt-Wert durch den Mangel an roten Blutkörperchen erniedrigt. -
Hämatologe
Hämatologe
Ein Arzt, der auf die Probleme des Blutes und des Knochenmarks spezialisiert ist. -
Hämatologie
Hämatologie
Spezialgebiet der Inneren Medizin, das sich mit der Diagnostik und Therapie von Bluterkrankungen befasst.
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Hämatologisch
Hämatologisch
Aus dem Blut kommend oder über die Blutzirkulation oder durch den Blutstrom verteilt. -
Hämatologische Neoplasie
Hämatologische Neoplasie
Ein Krebs des Knochenmarks oder der Blutzellen. Synonym: Hämoblastose. -
Hämoglobin
Hämoglobin
Das Hämoglobin (Hb) ist der rote Blutfarbstoff in Erythrozyten. Hämoglobin kann Sauerstoff an sich binden und zu den Körpergeweben transportieren. Eine Erniedrigung des Hb-Wertes nennt man Anämie, diese ist oft durch Schwäche und Müdigkeit gekennzeichnet. Symptome einer Anämie zeigen sich meist bei einer Verminderung des Hämoglobins unter 10 g/dl. In der Regel entsprechen Veränderungen des Hb-Wertes denen der roten Blutkörperchen. Bei einer Symptomatik wie Schwindel, Ohrensausen oder Kurzatmigkeit kann die Anämie mit einer Bluttransfusion behandelt werden. -
Hämolyse
Hämolyse
Auflösung von Erythrozyten infolge der Zerstörung ihrer Zellhülle. Als Autoimmunhämolyse wird eine Auflösung durch Auto-Antikörper bezeichnet. -
Harnsäure
Harnsäure
Die Harnsäure ist ein Stoffwechselendprodukt der sogenannten Purine, das beim Abbau von Zellkernen entsteht und über die Nieren ausgeschieden wird. Sie entsteht aber auch beim normalen Um- und Abbau von Körperzellen. Ein erhöhter Harnsäurespiegel ist häufig mit hohen Fettwerten, Bluthochdruck und/oder Alkoholismus verbunden. Eine Erhöhung der Harnsäurewerte im Blut wird als Hyperurikämie bezeichnet. Bei hoher Harnsäurekonzentration entstehen Harnsäurekristalle, die sich vorzugsweise in den Gelenken ablagern und dort Entzündungen hervorrufen. Sie können sich als Gicht oder auch in Form von Nierensteinen (Gichtniere) bemerkbar machen. Wenn die Harnsäurewerte über 9 mg/dl steigen, ist die Gefahr eines Gichtanfalls erhöht. Die Bestimmung der Harnsäure ist von großer Bedeutung bei einer Tumortherapie mit Krebsmedikamenten (Zytostatika) und/ oder ionisierenden Strahlen. Wenn größere Tumor- und Zellmassen zerfallen, steigen die Harnsäurekonzentrationen rasch an, sodass es zu schweren Nierenschädigungen kommen kann. -
Harnstoff
Harnstoff
Harnstoff ist das Abbauprodukt des Eiweißstoffwechsels und wird in der Leber gebildet. Die Harnstoff-Konzentration im Blut hängt im Wesentlichen von der täglichen Eiweißzufuhr, dem Ernährungszustand (Abmagerung) und der Ausscheidungsfunktion der Nieren ab. Pro Tag bildet der Körper etwa 20 bis 25 Gramm Harnstoff. Bei einer eingeschränkten Funktion der Nieren reichert sich Harnstoff vermehrt im Blut an. Die Ermittlung des Harnstoffspiegels dient zur Überwachung von Patienten mit chronischer Nierenschwäche. Steigt der Wert in kurzer Zeit an, kann eine Blutwäsche notwendig werden. Bei einer Nierenfunktionsstörung steigt der Harnstoffwert erst dann an, wenn die Nieren-Filterfunktionsleistung bereits um mindestens 50% eingeschränkt ist. Generell ist deshalb die Bestimmung des Harnstoffs im Blut nur ein unspezifischer und unsensibler Parameter zur Beurteilung der Filterfunktion der Nieren. Auch bei eiweißreicher Kost kann der Harnstoffwert erhöht sein. Aber auch bei Fieber, Verbrennungen undder Einnahme von Arzneimitteln können die Werte steigen. Zu niedrige Harnstoffwerte kommen z.B. vor bei Eiweißmangel, etwa durch eiweißarme Kost bei Fastenkuren. Aber auch eine schwere Lebererkrankung oder eine Schwangerschaft können die Ursache sein.
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Herpes simplex-Infektion
Herpes simplex-Infektion
Akute, primäre oder sekundäre Viruskrankheit der Haut und der Schleimhäute durch Infektion mit dem Herpes-simplex-Virus. -
Herpes zoster
Herpes zoster
Ein Virus, das sich in bestimmten Nerven niederlässt und dort Blasen, Schwellungen und Schmerzen verursacht. Dieser Zustand wird auch Gürtelrose genannt. -
Herzversagen (kongestive Herzinsuffizienz)
Herzversagen (kongestive Herzinsuffizienz)
Eine Erkrankung bei der die Pumpfunktion des Herzens eingeschränkt ist. Dadurch sammeln sich im Körper Flüssigkeiten und Salz an. Wenn sich in den Armen, Beinen, Füßen, Knöcheln, in der Lunge und anderen Organen Flüssigkeit ansammelt, kommt es im Körper zu Wassereinlagerungen (sog. Ödemen). -
HLA (Human Leukozyte Antigen)-Test
HLA (Human Leukozyte Antigen)-Test
Eine Blutuntersuchung, die verwendet wird, um das Blut oder das Knochenmark eines Spenders mit einem Transfusions- oder Transplantationsempfänger abzustimmen. -
Hochdosischemotherapie
Hochdosischemotherapie
Bei einer Hochdosischemotherapie ist der Wirkstoff um das 5 - 7-fache gegenüber einer konventionellen Chemotherapie erhöht. Eine Hochdosistherapie kann in der Regel nur bei gesunden Patienten und bei Patienten bis zu einem bestimmten Alter (derzeit ca. 70 Jahre, Stand 2006) angewandt werden. -
Hormone
Hormone
Chemische Stoffe, die von verschiedenen Drüsen im Körper erzeugt werden und die Funktion bestimmter Zellorgane regeln. -
Hydroxylapatit
Hydroxylapatit
Eine Verbindung, die an der Knochenbildung beteiligt ist und die Knochen härtet und stärkt. -
Hyperkalzämie
Hyperkalzämie
Ein erhöhter Blutkalziumspiegel. Dieser Zustand kann eine Reihe von Symptomen hervorrufen, z.B. Appetitverlust, Übelkeit, Durst, Müdigkeit, Muskelschwäche, Unruhe und Verwirrung. Der Zustand ist bei Myelompatienten häufig, meistens als Folge einer Knochenzerstörung, durch die Kalzium ins Blut freigesetzt wird. Oft mit einer verminderten Nierenfunktion verbunden, da Kalzium für die Nieren giftig sein kann. Aus diesem Grund wird eine Hyperkalzämie wie ein Notfall behandelt, indem intravenös Flüssigkeit zusammen mit Medikamenten eingesetzt wird, die die Knochenzerstörung reduzieren. Zusätzlich erfolgt eine direkte Behandlung des Myeloms. -
Hypertonie
Hypertonie
Eine chronische Erkrankung, bei der der arterielle Blutdruck in den Arterien ansteigt. Wird auch als hoher Blutdruck bezeichnet.
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Hyperurikämie
Hyperurikämie
Erhöhte Harnsäurewerte im Blut. -
Hyposekretorisch
Hyposekretorisch
Keine oder nur geringe Produktion and M-Protein beim Multiplen Myelom.
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IgD, IgE
IgD, IgE
Zwei Arten des Myeloms, die weniger häufiger vorkommen. -
IgG, IgA
IgG, IgA
Die zwei häufigsten Arten des Myelom. G und A beziehen sich auf den Typ des Eiweißes, das von den Myelomzellen produziert wird.
Das Myelomeiweiß, das ein Immunglobulin ist, besteht aus 2 schweren Ketten (z. B. vom G-Typ) kombiniert mit 2 leichten Ketten, die entweder Kappa oder Lambda sein können.
Daher haben die zwei häufigsten Arten des Myelom identische schwere Ketten (IgG Kappa und IgG Lambda).
Die Kappa- und Lambda-Leichtketten können auch allein produziert werden, was entweder zu einem Kappa oder Lambda-Leichtketten (Bence-Jones)-Myelom führt.Der Terminus „schwer“ oder „leicht“ bezieht sich auf die Größe und das molekulare Gewicht des Eiweißes, das bei schweren Ketten größer als bei leichten Ketten ist.
Da die leichten Ketten kleiner sind, werden sie eher mit dem Harn ausgeschieden, was zu einem Bence-Jones-Protein im Harn führt. -
IgM
IgM
Steht normalerweise mit Morbus Waldenström in Verbindung. In seltenen Fällen kann IgM eine Art von Myelom sein. -
Immunassay
Immunassay
Ein Test, der durch die Beobachtung verschiedener Proteine, Hormone und Antikörper zur Untersuchung biologischer Systeme verwendet wird. Immunassays basieren auf der Fähigkeit eines Antikörpers, an eine spezifische Molekülstruktur zu binden. Da Antikörper der spezifischen dreidimensionalen Struktur eines Antigens entsprechend entwickelt werden, sind sie hochspezifisch und binden sich ausschließlich an die jeweilige Struktur. ELISA (Enzyme-Linked Immunoabsorbent Assay) ist ein häufig verwendeter Test zur Erkennung von Antikörpern im Blut.
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Immundefizienz
Immundefizienz
Eine Verminderung der Fähigkeit des Körpers Infektionen und Erkrankungen zu bekämpfen. -
Immunfixation
Immunfixation
Ein immunologischer Test, der verwendet wird, um Eiweiße im Blut zu identifizieren. Bei Myelompatienten kann damit der Typ des M-Proteins (IgG, IgA, Kappa oder Lambda) identifiziert werden. Da die Methode sehr sensitiv ist, kann damit der exakte Schwer- und Leichtkettentyp des M-Proteins identifiziert werden. -
Immunfixationselektrophorese (IFE)
Immunfixationselektrophorese (IFE)
Ein immunologischer Test, der zur Identifikation von Immunglobulinen und Proteinen verwendet wird. Der Arzt ist bei Myelompatienten in der Lage, den M- Proteintyp (IgG, IgA, Kappa oder Lambda) zu bestimmen. Dieempfindlichste Methode zur routinemäßigen Immunfärbung. Dient zur Identifikation des exakten Schwer- und Leichtketten-Typs des M-Proteins.
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Immunfluoreszenz
Immunfluoreszenz
Bei diesem Test wird die Spezifität der Antikörper auf das jeweilige Antigen genutzt, um fluoreszierende Farbstoffe auf spezifische Ziele innerhalb einer Zelle zu richten, um so die Verteilung des Zielmoleküls in der Probe sichtbar machen zu können. Bei der Immunfluoreszenz werden Fluorophore eingesetzt, um die Position von Antikörpern sichtbar zu machen. Ein Fluorophor ist eine fluoreszierende chemische Verbindung, die nach einerLichtanregung das Licht wieder aussendet. Fluorophore werden als Sonden oder Indikatoren eingesetzt.
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Immunglobulin A (IgA)
Immunglobulin A (IgA)
15 bis 20% aller Antikörper gehören zur IgA-Klasse. Sie sind die Antikörper der Sekrete und bilden damit den Schleimhautschutz in Schleimhautsekreten wie Speichel, Tränen-, Nasen-, Lungensekret. IgA-Myelom-Erkrankte sind häufiger von extramedullärem Befall (d.h. Befall außerhalb des Knochenmarks) betroffen. Eine IgA-Erhöhung tritt (neben dem Multiplen Myelom) besonders bei Leberzirrhose, Tuberkulose, Pilzinfektionen und Autoimmunerkrankungen auf. Die Halbwertszeit beträgt ca. 5-6 Tage. Das sekretorische IgA wird unabhängig vom Serum-IgA gebildet. Ein Mangel von Serum-IgA bedeutet deshalb nicht zwangsläufig, dass auch sekretorisches IgA fehlt. -
Immunglobulin D (IgD)
Immunglobulin D (IgD)
Die Funktion dieses Immunglobulins ist noch nicht eindeutig geklärt. Die Konzentration im Blut ist im Vergleich zu den anderen Immunglobulinen nur sehr gering. Die Halbwertszeit beträgt 3 Tage. -
Immunglobulin E (IgE)
Immunglobulin E (IgE)
Diese Antikörper, die normalerweise nur in sehr kleinen Mengen vorkommen, sitzen an Mastzellen und Granulozyten. Sie sind die Antikörper einer allergischen Reaktion. Sie werden bei Allergien und zur Abwehr von Würmern freigesetzt (Parasitenbefall). Die Halbwertszeit beträgt 2 bis 3 Tage. -
Immunglobulin G (IgG)
Immunglobulin G (IgG)
Dieses kleinste Immunglobulin macht etwa 75 % aller Blutantikörper aus. Es entsteht etwa zwanzig Tage nach dem Erstkontakt mit einem Erreger und markiert damit meist die Spätphase einer Immunantwort. Bei einem erneuten Kontakt mit demselben Erregertyp steigen die IgG-Werte jedoch wesentlich rascher an. Eine IgG-Erhöhung tritt (neben dem Multiplen Myelom) besonders bei chronischen Entzündungen von Leber, Nieren und Gelenken auf. IgG-Antikörper werden über die Plazenta von der Mutter auf das ungeborene Kind übertragen. Die Halbwertszeit beträgt 20 Tage. -
Immunglobulin M (IgM)
Immunglobulin M (IgM)
Diese größten Antikörper werden sehr rasch gebildet und markieren damit als IgM-Erhöhung das Frühstadium einer akuten Infektion. Sie reagieren „an vorderster Front“. Nach der Akutphase und mit zunehmendem Aufbau von IgG verringert sich die IgM-Konzentration im Blut rasch wieder. Die Halbwertszeit beträgt 5 Tage. -
Immunglobulin-Verminderungen
Immunglobulin-Verminderungen
treten auf bei:
• Krebserkrankungen
• Virusinfektionen (Masern, Röteln)
• Nieren-, Magen-, Darm-Erkrankungen
• Verbrennungen
• Mangelernährung
• Arzneimitteleinnahme (Zytostatika, Kortison)
• Strahlenbelastung
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Immunhistochemie (IHC)
Immunhistochemie (IHC)
Die Immunhistochemie bezeichnet den Prozess zur Erfassung von Antigenen (z. B. Proteinen) in den Zellen von Gewebematerial. Sie basiert auf dem Prinzip, dass Antikörper spezifisch an Antigene im Gewebe binden. Dieimmunhistochemische Färbung wird zur Diagnose abnormer Zellen, wie z. B. den Zellen in bösartigen Tumoren, weitläufig eingesetzt.
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Immunmodulatoren (IMiDs®) (MM-Therapie)
Immunmodulatoren (IMiDs®) (MM-Therapie)
Bei der Immunmodulation wird eine Beeinflussung des Immunsystems durch bestimmte Substanzen erzielt, d.h. es wird die Ausschüttung von tumorfördernden Stoffen gehemmt. Weitere Wirkungsweisen sind: Aktivierung von Immunzellen (T-Zellen und natürliche Killerzellen, die ihrerseits die Tumorzellen angreifen); Wachstumsstopp durch direkten Angriff auf die Tumorzellen; Angiogenesehemmung (Hemmung der Neubildung von Blutgefäßen, welche den Tumor mit Nähstoffen versorgen); Unterdrückung der Freisetzung von tumorfördernden Botenstoffen. Beispiele: Thalidomid, Lenalidomid (Revlimid®), Pomalidomid (Imnovid®) -
Immunsuppression
Immunsuppression
Eine Schwächung des Immunsystems, die zu einer verminderten Fähigkeit, Infekte und Erkrankungen abzuwehren, führt. Eine Immunsuppression kann beabsichtigt sein, z .B. als Vorbereitung für eine Knochenmarktransplantation, bei der eine Abstoßung des Spendergewebes durch den Empfänger vorgebeugt werden soll. Sie kann auch als Nebenwirkung auftreten, z.B. im Rahmen einer Chemotherapie. -
Immunsystem
Immunsystem
Eine komplexe Gruppe von Organen und Zellen, die Antikörper produzieren, um den Körper gegen fremde Substanzen wie Bakterien, Viren, Gifte und Krebs zu verteidigen. -
Immuntherapie
Immuntherapie
Eine Behandlung, die die natürlichen Abwehrvorgänge des Körpers gegen Krebs stimuliert. Wird auch biologische Therapie genannt. -
Impfstoff
Impfstoff
Ein Präparat mit abgetöteten Mikroorganismen, lebenden abgeschwächten Organismen oder lebenden voll funktionsfähigen Organismen, die verabreicht werden, um eine Immunantwort gegen eine bestimmte Erkrankung hervorzurufen. -
Induktionstherapie
Induktionstherapie
Die 1. Therapie, die bei einem neu diagnostiziertem Myelompatienten verwendet wird, um eine Remission zu erzielen. -
Infektionen
Infektionen
Patienten mit einem Multiplen Myelom haben ein hohes Infektionsrisiko. Dies resultiert in erster Linie aus dem Mangel an funktionsfähigen polyklonalen Immunglobulinen. Etwa 20–25 % der Myelom-Patienten leiden unter wiederkehrenden, schwer therapierbaren, ganz überwiegend bakteriellen Infektionen. Diese sind nicht selten wegweisend für die Diagnose. In der frühen Erkrankungsphase des Myeloms stehen die Infekte der Atemwege im Vordergrund. Bei Symptomen wie Fieber oder Auswurf sollte die Indikation zur Röntgenaufnahme der Lunge (ggf. auch der Nasennebenhöhlen) schnell gestellt und dann gegebenenfalls antibiotisch behandelt werden. Bei Fieber über 38°C muss unbedingt der behandelnde Arzt kontaktiert werden. Oft sind bei Myelom-Patienten Infektionen der Nieren und der harnableitenden Wege zu verzeichnen. Bei wiederkehrenden oder chronischen Infektionen des Nierengewebes kommt es zur Vernarbung und Schrumpfung der Nieren. Bei zahlreichen Infektionen kann man die Erreger direkt aus dem Blut, Urin, Stuhl oder anderen Flüssigkeiten/Geweben nachweisen. Manche Erreger, wie einige Bakterien oder Pilze, sind sofort unter dem Mikroskop erkennbar. Bei anderen muss erst eine Kultur angelegt werden, damit sich die Mikroorganismen vermehren können. Unter der Therapie kommt es oft zu einem Abfall der weißen Blutkörperchen (Neutropenie). Dann ist der Körper gegenüber Krankheitserregern, insbesondere Bakterien, Pilzen und Viren, geschwächt. Bei einem Absinken der neutrophilen Granulozyten auf Werte unter 500/μl Blut spricht man von einer Aplasie. Infektionen sind dann häufig und können einen schweren Verlauf nehmen. Eine wichtige Eintrittspforte für Bakterien und Pilze stellt geschädigte Schleimhaut im Bereich des Mundes und Magen-Darm-Traktes dar. Weitere wichtige Eintrittspforten sind zentrale Venenkatheter und die Atemwege. Bei Nachweis von Fieber in der Neutropenie ist eine schnellstmögliche Diagnostik und breite antimikrobielle Therapie von besonderer Wichtigkeit. Bei anhaltendem Fieber, trotz breiter antibiotischer Therapie, muss neben der Unwirksamkeit der gewählten Antibiotika vor allem an eine Pilzin- fektion gedacht werden. -
Infusion
Infusion
Die Verabreichung von Flüssigkeit oder Medikamenten über den Blutstrom für eine bestimmte Zeit. -
Infusionspumpe
Infusionspumpe
Eine Vorrichtung, mit der genaue Mengen einer Flüssigkeit oder eines Medikamentes in den Blutstrom verabreicht werden. -
Infusionsreaktion
Infusionsreaktion
Eine allergische oder zytokinbezogene Reaktion auf eine intravenös verabreichte Krebsbehandlung. -
Inhibieren
Inhibieren
Etwas aufhalten oder unter Kontrolle halten.
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Injektion
Injektion
Ein Medikament mit Hilfe einer Nadel oder Spritze zu verabreichen. -
Interferon
Interferon
Ein natürlich produziertes Hormon (Zytokin), das vom Körper als Antwort auf eine Infektion oder eine Erkrankung produziert wird und das Wachstum bestimmter erkrankungshemmender Zellen des Immunsystems stimuliert. Interferon kann künstlich durch gentechnologische Methoden hergestellt werden und wird als Immuntherapie, vor allem in der Erhaltungsphase verwendet, um das neuerliche Wachstum des Myeloms zu verhindern und dadurch ein Rezidiv zu verzögern oder zu verhindern. -
Interleukin
Interleukin
Ein natürlich produzierter chemischer Stoff, der in den Körper freigesetzt wird, oder eine Substanz, die in der biologischen Therapie verwendet wird. Interleukine regen das Wachstum und die Aktivität von bestimmten weißen Blutkörperchen an. -
Interleukin 2 (IL-2)
Interleukin 2 (IL-2)
Ist eine Art biologischer Responsemodifier, der das Wachstum bestimmter Blutzellen des Immunsystems, die Krebs bekämpfen, stimuliert. -
Interleukin 6 (IL-6)
Interleukin 6 (IL-6)
Ist ein Zytokin, das Osteoklasten und Plasmazellen stimuliert. -
Interventionelle Radiologie
Interventionelle Radiologie
Das Gebiet der Radiologie, das sich mit der Diagnose und Behandlung von Krankheiten anhand einer Reihe von Verfahren befasst, die mithilfe radiologischer Bildgebung durch die Haut erfolgen.
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Inzidenz
Inzidenz
Die Anzahl an neuen Fällen einer Behandlung, die jedes Jahr diagnostiziert werden. -
Ischämische Ereignisse
Ischämische Ereignisse
Ein Ereignis, das durch eine unzureichende Blutzufuhr zu einem Organ oder Gewebe verursacht wird – zum Beispiel, wenn die Blutzufuhr blockiert wird. Eine Myokardischämie tritt auf, wenn die Blutzufuhr zum Herzen eingeschränkt ist und das Herz dadurch nicht genug Sauerstoff bekommt. Dadurch kann der Herzmuskel Schaden nehmen. -
Isoenzyme
Isoenzyme
Enzyme, die formal die gleiche biochemische Reaktion katalysieren, sich jedoch in ihrer Eiweißstruktur und physikalischen Eigenschaften unterscheiden. Sie können meist bestimmten Zellsystemen bzw. Organen zugeordnet werden und erlauben daher in bestimmten Fällen den labordiagnostischen Nachweis einer Organschädigung. Wichtige Isoenzyme sind z.B. die Isoenzyme der Kreatinkinase und der Laktatdehydrogenase. -
Ixazomib
Ixazomib
(MLN 9708) siehe Proteasomeninhibitor
J
K
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Kalium
Kalium
Kalium ist für die Erregbarkeit der Nerven und Muskelzellen sowie für die Reizleitung am Herzen verantwortlich. Außerdem reguliert Kalium – zusammen mit Natrium – den Wasserhaushalt der Körperzellen. Innerhalb der Körperzellen befinden sich 98% des Kaliums. Da eine gesunde Niere zu viel aufgenommenes Kalium wieder ausscheidet, entsteht ein Kaliumüberschuss im Körper eher selten. Sehr viel häufiger kommt es dagegen zu erniedrigten Kaliumwerten. Dies kann sich in Form von Abgeschlagenheit, Müdigkeit, Muskelschwäche, Verstopfung oder Herzrhythmusstörungen äußern. Steigt der Kaliumwert stark an, kann dies ebenfalls lebensbedrohliche Herzrhythmusstörungen verursachen. Ein laborchemisch erhöhter Kaliumwert beruht jedoch oft auf einer nicht korrekten Blutabnahme oder zu langer Probenlagerung. Deshalb ist die Analyse eventuell zu wiederholen. Die Kalium-Bestimmung ist eine der wichtigsten Kontrollen bei Niereninsuffizienz, Therapie mit Herzmedikamenten, Störungen der Nebennierenrinde und bei Verdacht auf Missbrauch von Abführmitteln.URSACHEN FÜR EINE ERNIEDRIGUNG DER KALIUMWERTE:
• Starkes Schwitzen, Erbrechen, Durchfall
• Erhöhte Ausscheidung durch Wassertabletten (Entwässerungsmittel)
• Insulin-Therapie
• Übermäßiger Lakritzkonsum
• Medikamente wie z.B. Kortison, Diuretika, Antibiotika und Digitalis
URSACHEN FÜR EINE ERHÖHUNG DER KALIUMWERTE:
• Chronische Nierenerkrankung und schwere
Nierenfunktionsstörungen
• Übermäßige Kaliumeinnahme (Kaliumtabletten)
• Nach Operationen und Verbrennungen
• Durch schwere Verletzungen
• Medikamente: Mittel gegen Bluthochdruck, kaliumsparende
Entwässerungstabletten
• Durch Nahrungsmittel, häufig übermäßiger Obstkonsum
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Kalzium
Kalzium
Ein Mineral, das hauptsächlich in den harten Strukturen der Knochenmatrix oder in Hydroxyapatit gefunden wird. Wird es im Überschuss gebildet oder freigesetzt, kann es sich im Blutkreislauf ansammeln. Siehe „Hyperkalzämie“. -
Karzinogen
Karzinogen
Eine Substanz oder ein Wirkstoff, der die Krebsentstehung oder das Wachstum von Krebs fördert. -
Katheter
Katheter
Ein Schlauch, der in ein Blutgefäss plaziert wird, um Medikamente und Nährstoffe zuzuführen. Ein zentralvenöser Katheter (ZVK) ist ein spezieller Schlauch, der chirurgisch in eine große, herznahe Vene eingeführt wird und am Brustkorb oder Bauch austritt. Dieser Katheter kann dafür verwendet werden, Medikamente, Flüssigkeiten und Blutprodukte zu verabreichen, und um Blut abzunehmen. -
Klinisch
Klinisch
Involviert die direkte Beobachtung eines Patienten. -
Klinische Studie
Klinische Studie
Eine Forschungsstudie, in die Patienten involviert sind. Jede Studie wird entwickelt, um bessere Wege der Prävention, Diagnose oder Behandlung von Krebs zu finden oder um wissenschaftliche Fragestellungen zu beantworten. Kontrollgruppe der Arm einer randomisierten klinischen Studie, der die Standardbehandlung erhält. Endpunkt was eine klinische Studie messen oder herausfinden will: das Ziel der Studie. Typische Endpunkte sind z. B. die Nebenwirkungen, die Ansprechrate und das Überleben. Experimentelle Gruppe der Arm einer randomisierten Studie, der die neue Behandlung erhält. Randomisierte klinische Studie eine Forschungsstudie, in der die Teilnehmer zufällig einer bestimmten Behandlung zugeordnet werden. Phase 1-Studie eine Studie, bei der die maximal tolerierbare Dosis (MTD) einer neuen Substanz oder einer neuen Substanzkombination, die nie zuvor bei Menschen angewendet wurde, herausgefunden werden soll. Normalerweise ist dies die erste Anwendung einer Behandlung beim Menschen, obwohl in Phase 1-Studien von Kombinationstherapien die individuellen Substanzen schon getestet worden sein können. Patienten, die an einer Phase 1-Studie teilnehmen, müssen eine fortgeschrittene Krebserkrankung haben, die einer Standardbehandlung nicht mehr zugänglich ist. In einer typischen Phase 1-Studie, wird die Behandlung bei aufeinander folgenden Gruppen ("Kohorten") von 36 Patienten angewendet. Alle Patienten in einer Kohorte erhalten die gleiche Dosis. Typischerweise erhält die erste Kohorte eine sehr niedrige Dosis und die Dosis wird mit jeder nachfolgenden Gruppe angehoben, bis eine vorgegebene Anzahl der Patienten an Dosis limitierenden Nebenwirkungen leidet. Die Dosis, die für die vorhergehende Kohorte verwendet wurde, wird dann als maximal tolerierbare Dosis verwendet. Diese Dosis wird dann in einer Phase 2-Studie verwendet. Phase 2-Studie Eine Studie, in der die Ansprechrate einer neuen Therapie, die bereits in einer Phase 1-Studie getestet wurde, herausgefunden werden soll. Typischerweise werden 14 bis 50 Patienten mit einer bestimmten Krebsart behandelt, und es wird gezählt, bei wie vielen es zu einem Therapieansprechen kommt. Normalerweise müssen Patienten, die an Phase 2-Studien teilnehmen, eine fortgeschrittene Krebserkrankung haben, die einer Standardbehandlung nicht zugänglich ist. Zusätzlich müssen sie eine messbare Erkrankung vorweisen. Wenn die Ergebnisse einer Phase 2-Studie viel versprechend genug sind, kann die Therapie in einer Phase 3-Studie getestet werden. Wenn die Ergebnisse der Phase 2-Studie offensichtlich viel besser als die Standardbehandlung sind, dann kann es sein, dass eine Phase 3-Studie nicht notwendig ist, sondern dass die Therapie bereits basierend auf den Ergebnissen der Phase 2-Studie zur Standardbehandlung wird. Phase 3-Studie Eine Studie, bei der zwei oder mehr Behandlungen für eine bestimmte Art und ein bestimmtes Stadium einer Krebserkrankung verglichen werden. Der Endpunkt einer Phase 3-Studie ist normalerweise das Überleben oder das krankheitsfreie Überleben. Phase 3-Studien sind normalerweise randomisiert, sodass Patienten nicht auswählen können, welche Behandlung sie erhalten. Eine typische Phase-3-Studie hat fünfzig bis zu tausende von Patienten. Manche Phase-3-Studien vergleichen eine neue Therapie, die in Phase 2-Studien zu guten Ergebnissen geführt hat, mit einer älteren, bekannten Standardbehandlung. Andere Phase 3-Studien vergleichen 2 Behandlungen, die beide bereits verwendet werden. Manche Behandlungen, die in Phase 3-Studien getestet werden, sind auch außerhalb von klinischen Studien verfügbar. -
Knochen-Remodeling
Knochen-Remodeling
Die normale, miteinander verbundene Koordination zwischen Osteoklasten (die den Knochen aufnehmen oder zerstören) und Osteoblasten (die neuen Knochen aufbauen), um ein Gleichgewicht zwischen Produktion und Abbau aufrecht zu erhalten. -
Knochenmark
Knochenmark
Die Knochenmarkuntersuchung (Knochenmarkdiagnostik) dient zur Feststellung bzw. zum Ausschluss des Multiplen Myeloms. Die Knochenmarkbiopsie wird in der Regel am hinteren Beckenknochen (Beckenkamm) ambulant durchgeführt und ist relativ komplikationslos. Normalerweise ist der Plasmazellgehalt im Knochenmark sehr gering. Bei Myelompatienten kommt es jedoch zur unkontrollierten Vermehrung von Plasmazellen im Knochenmark. Deshalb ist bei ihnen der Anteil erhöht. Man spricht von einem „schwelenden“ oder „smoldering“ Multiplen Myelom ab einem Plasmazellgehalt im Knochenmark von 10%. Bei einer Infiltration über 60% handelt es sich um ein therapiepflichtiges bzw. symptomatisches Multiples Myelom. Dabei muss jedoch beachtet werden, dass eine Probe aus dem Beckenkamm nicht unbedingt mit der Verteilung der Plasmazellen in den übrigen Knochen des Körpers identisch sein muss. Außerdem können die Plasmazellen unter dem Mikroskop nach ihrem Aussehen in gut differenzierte Zellen und weniger gut differenzierte Zellen eingeteilt werden. Vorallem das Auftreten von besonders unreifen Formen von Plasmazellen (sog. Plasmoblasten) ist ein prognostisch ungünstiges Zeichen.
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Knochenmarkbiopsie
Knochenmarkbiopsie
Die Entnahme von Gewebe mit einer Nadel aus dem Knochen. Die Zellen werden auf Bösartigkeit untersucht. Wenn bösartige Plasmazellen gefunden werden, schätzt der Pathologe, wie viel Prozent des Knochenmarks betroffen ist. Die Knochenmarkbiopsie wird normalerweise zum gleichen Zeitpunkt wie die Knochenmarkpunktion durchgeführt. -
Knochenmarkpunktion (Knochenmarkaspiration)
Knochenmarkpunktion (Knochenmarkaspiration)
Die Entnahme von Flüssigkeit und Zellen aus dem Knochenmark mit einer Nadel zur mikroskopischen Untersuchung. -
Knochenmarkspender
Knochenmarkspender
Eine Person, die gesundes Knochenmark an einen Patienten spendet, der eine Hochdosischemotherapie erhalten hat. Der Patient erhält während der Knochenmarktransplantation das gesunde Knochenmark des Spenders. -
Knochenmarktransplantation
Knochenmarktransplantation
siehe Transplantation -
Knochenremodellierung
Knochenremodellierung
Die normale Koordination (Verbindung) zwischen den Osteoklasten (die den Knochen aufnehmen oder zerstören) und Osteoblasten (die neue Knochenmatrix aufbauen), um ein Gleichgewicht zwischen Knochenproduktion und -abbau zu bewahren. -
Knochenstatus
Knochenstatus
CT-/Röntgenuntersuchung zur Zustandsbeurteilung der Knochen, insbesondere zum Nachweis von Osteolysen. Verlaufsuntersuchung zur Beurteilung des Fortschreitens der Myelomerkrankung. -
Knochenszintigraphie
Knochenszintigraphie
Eine Technik, um Bilder des Knochens auf einem Computerbildschirm herzustellen, auf denen man Regionen einer Verletzung, einer Krankheit oder einer Heilung sieht. Eine geringe Menge von radioaktivem Material wird in eine Vene injiziert und per Blutstrom transportiert. Diese Substanz sammelt sich im Knochen, insbesondere in abnormalen Knochenarealen, an und wird mit einem Scanner detektiert. Die Technik ist sehr hilfreich, um festzustellen, ob Krebs sich in den Knochen ausgebreitet hat, ob Krebsmedikamente erfolgreich waren und ob betroffene Knochen heilen. Wird auch als "Knochenscan" bezeichnet. -
Koloniestimulierender Faktor (CSF)
Koloniestimulierender Faktor (CSF)
Proteine, die die Entwicklung und das Wachstum von weißen Blutzellen stimulieren. Neupogen® (Filgrastim), Neulasta® (Pegfilgrastim) und Leukine® (Sargramostim) sind koloniestimulierende Faktoren, die eingesetzt werden, um Stammzellen vor der Apherese vom Knochenmark in den Blutstrom zu mobilisieren. Sie können auch nach der Transplantation eingesetzt werden, um die Verbesserung des Blutbildes zu beschleunigen. -
Kombinationschemotherapie
Kombinationschemotherapie
die Verwendung von mehr als einer Substanz in einem Chemotherapieschema während der Krebsbehandlung. -
Konditionierung
Konditionierung
Ein Behandlungsregime, das der Patient vor der Stammzellentransplantation erhält, um Krebszellen zu zerstören. Bei Myelompatienten ist das am häufigsten eingesetzte Konditionierungsregime 200 mg Melphalan pro Quadratmeter Körpermasse. -
Konsolidierungstherapie
Konsolidierungstherapie
Eine Phase der Therapie, in der versucht wird, das Ergebnis, das mit der Erstlinientherapie erreicht wurde, zu verbessern. Normalerweise werden entweder höhere Dosen oder Medikamente, die noch nicht verwendet wurden, eingesetzt. -
Kortikosteroid
Kortikosteroid
Eine Gruppe natürlicher und synthetischer Analoga der Hormone, die in der Hirnanhangdrüse gebildet werden. Dazu gehören Glukokortikoide, die in der Behandlung des Myeloms eingesetzt werden, wie z. B. Dexamethason, Prednison und Methylprednison. Glukokortikoide wirken auf vielfältige Art und Weise; zudem können sie bei einer Vielzahl von Erkrankungen eingesetzt werden.
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Krankheitsfreies Überleben
Krankheitsfreies Überleben
Die Zeitspanne, die ein Patient ohne Zeichen der Krebserkrankung überlebt. -
Krankheitsprogression
Krankheitsprogression
Das Fortschreiten der Erkrankung, welches anhand von Untersuchungen dokumentiert wird. -
Krankheitsstabilisierung
Krankheitsstabilisierung
Wenn ein Tumor sein Wachstum einstellt und seine Größe beibehält. -
Kreatinin
Kreatinin
Kreatinin entsteht bei Muskelarbeit durch Abbau der Energiespeicher Kreatin und Kreatininphosphat. Die Kreatininmenge ist daher abhängig von der Muskelmasse und der Muskelarbeit. Kreatinin wird fast vollständig über die Nieren ausgeschieden. Der Kreatininspiegel ist deswegen Maßstab für die Filterleistung der Nieren. Die Werte steigen allerdings erst an, wenn bereits mehr als 50% der Nierenfilter geschädigt sind. Bei jedem fünften Myelom-Patienten findet sich zum Zeitpunkt der Diagnosesicherung eine verschlechterte Nierenfunktion mit einem Serumkreatininwert von > 2 mg/dl. Bei weiteren etwa 20% aller Patienten muss im Krankheitsverlauf mit einer nachlassenden Nierenfunktion gerechnet werden. Bis zu 10% der neu diagnostizierten Patienten sind dialysepflichtig. Eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr (mind. 2 Liter am Tag) ist für Myelom-Patienten ratsam. Voraussetzung ist allerdings eine Rücksprache mit dem Arzt, denn bei einer Einschränkung der Nierenfunktion und der Ausscheidung ist nur das als Trinkmenge erlaubt, was ausgeschie- den werden kann. Der Kreatinin-Wert hat sehr wenig Aussagekraft bei der Frühdiagnose von Nierenerkrankungen. Er dient vor allem als Verlaufskontrolle bei eingeschränkter Nierenfunktion. Zur Frühdiagnose einer Nierenfunktionseinschränkung muss die Kreatinin-Clearance zur Bestimmung der Ausscheidungsfunktion gemessen werden. Sie gibt die Plasmamenge an, die in den Nieren pro Minute von Kreatinin befreit wurde. Das heißt, der Kreatinin-Wert muss in Blut und 24-Stunden-Sammelurin gemessen und dann rechnerisch ins Verhältnis gesetzt werden.Faktoren zur Beurteilung der Nierenfunktion sind:
1. Farbe und Konzentration des Urins (als Maß für die Konzentration kann das spezifische Gewicht des Urins herangezogen werden)
2. Gesamteiweiß, Albumin (im Serum und Harn)
3. Harnstoff (Serum und Harn)
4. Kreatinin (Serum und Harn) und Kreatinin-Clearance
5. Glomeruläre Filtrationsrate
6. Mineralstoffe: Kalium, Calcium, Phosphat (Serum)
ERHÖHUNG VON KREATININ IM BLUT:
• bei akutem und chronischem Nierenversagen
• im fortgeschrittenen Stadium des Diabetes mellitus
• bei stark verminderter Nierendurchblutung
• bei Verbrennungen
• bei Muskelerkrankungen
• durch Arzneimittel/Gifte: Schmerzmittel, Entzündungshemmer, Antibiotika, Entwässerungsmittel, Krebsmedikamente/Zytostatika
ERNIEDRIGUNG VON KREATININ IM BLUT:
• bei einer Verminderung der Muskelmasse sowie bei Krankheiten mit Muskelschwund (lange Bettlägerigkeit), also häufig bei älteren Menschen.
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Krebs
Krebs
Eine Bezeichnung für Erkrankungen, bei denen bösartige Zellen sich ohne Kontrolle teilen. Krebszellen können nahe gelegene Gewebe infiltrieren und sich über den Blutstrom und das lymphatische System in andere Teile des Körpers ausbreiten. -
Kreuzbein
Kreuzbein
Ein großer, dreieckiger Knochen am Ende der Wirbelsäule und an der Vorder- und Rückseite der Beckenhöhle. Dort liegt das Kreuzbein wie ein Keil zwischen den beiden Beckenknochen. Es ist oben mit der untersten Lendenwirbelsäule und unten mit dem Steißbein verbunden. -
Kyphoplastie
Kyphoplastie
Die Injektion von Flüssigzement in geschädigten Knochen mithilfe eines Ballonverfahrens. Dieses Verfahren kann Schmerzen akut lindern und eingebrochene Wirbel und andere geschädigte Knochen stärken. -
Kyphose
Kyphose
Eine zu starke Krümmung der Wirbelsäule; dies wird manchmal auch als „Buckel“ oder „Witwenbuckel“ bezeichnet.
L
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Laktatdehydrogenase (LDH)
Laktatdehydrogenase (LDH)
Die Laktatdehydrogenase (LDH) ist als zytoplasmatisches Enzym aller Gewebe ein unspezifischer Wert. Jeder Prozess im Körper, der mit einem hohen Zellumsatz bzw. Zelluntergang verbunden ist, führt zu einem Anstieg der LDH. Ist sie also im Blut erhöht, deutet dies auf vermehrten Zelluntergang (z.B. von roten Blutkörperchen bei einer Hämolyse) oder Entzündungen hin. Auch ein rasch fortschreitendes Myelom kann zu einer Erhöhung der LDH führen. Erhöhte Werte findet man außerdem bei einem Herzinfarkt, der schon mehrere Tage zurückliegt, bei Erkrankungen der Skelettmuskeln, bei Leber- und Gallenblasenleiden, Lungenembolie und Tumoren. Bei Tumorerkrankungen dient die LDH vornehmlich zur Verlaufskontrolle. -
Läsion
Läsion
Ein Areal mit abnormalem Gewebe, das durch Verletzung oder eine Erkrankung wie z.B. Krebs hervorgerufen wird. -
LDH (Laktatdehydronase)
LDH (Laktatdehydronase)
Ein Enzym, das verwendet werden kann, um die Aktivität des Myeloms zu kontrollieren. -
Leichtketten-Amyloidose (AL-Amyloidose)
Leichtketten-Amyloidose (AL-Amyloidose)
Eine Erkrankung, bei der von Plasmazellen gebildete, monoklonale Leichtketten sich in Form eines „β-Faltblatts“ miteinander verbinden und anschließend in Gewebe und Organen im gesamten Körper ablagern, so zumBeispiel in Herz, Nerven und Nieren, statt über die Nieren ausgeschieden zu werden. Diese Erkrankung wird auch als primäre Amyloidose bezeichnet.
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Leistungsstatus
Leistungsstatus
Ein Maß für den Grad der Aktivität, zu der ein Patient fähig ist. Der Leistungsstatus ist zugleich ein Maß für die Schwere der Beeinträchtigung durch die Erkrankung. Er wird auch als ECOG-Status bezeichnet. -
Lendenwirbelsäule
Lendenwirbelsäule
Der Teil der Wirbelsäule, der die Lendenwirbel umfasst. Die Wirbel sind in einzelne Abschnitte aufgeteilt: Die Halswirbel (Hals, 7 Wirbel), die Brustwirbel (Brust, 12 Wirbel) und die Lendenwirbel (unterer Rücken, 5 Wirbel). Unter der Lendenwirbelsäule befinden sich das Kreuzbein und das Steißbein – beide bestehen aus einer Reihe fusionierter Wirbel. -
Leukapherese
Leukapherese
Verfahren zur Gewinnung von blutbildenden Stammzellen nach geeigneter Stimulation (meist Chemotherapie plus Wachstumsfaktor G-CSF) aus dem Blut. Bei der Leukapherese wird das Blut durch eine Maschine gepumpt, in der sich eine Zentrifuge befindet. Die Stammzellen setzten sich dabei in einer Schicht ab, die abgesaugt wird. Das restliche Blut wird dem Patienten zurückgegeben. Bei sehr guten Venen kann die Leukapherese über die Armvenen erfolgen, in der Regel wird aber ein Halskatheder mit zwei Kanälen gesetzt. Die Prozedur ist schmerzlos. Sie dauert bis zu vier Stunden pro Stammzellsitzung. -
Leukopenie
Leukopenie
Eine niedrige Anzahl an weißen Blutkörperchen. -
Leukozyten (weiße Blutkörperchen)
Leukozyten (weiße Blutkörperchen)
Zu den weißen Blutkörperchen gehören Monozyten, Granulozyten (neutrophile, eosinophile, basophile) sowie B- und T-Lymphozyten. Wegen ihrer sehr kurzen Lebensdauer müssen sie ständig nachproduziert werden. Sie sind die mobile Abwehrtruppe des Körpers gegen eingedrungene Krankheitserreger. Sie werden daher auch als „Schutzpolizei“ des Körpers bezeichnet. Der Normwert liegt bei ca. 4.000 bis 10.000 Leukozyten pro Mikroliter Blut. Die weißen Blutkörperchen können die Blutbahn verlassen und ins Gewebe wandern, um dort direkt ihre Abwehrfunktion zu erfüllen. Nur 10% der Leukozyten zirkulieren im Blut. Der Rest befindet sich im Gewebe, in den Lymphknoten und im Knochenmark und kann bei Entzündungen rasch freigesetzt und mobilisiert werden. Erhöhte Leukozytenwerte im Blut deuten darauf hin, dass sich das körpereigene Abwehrsystem im Alarmzustand befindet. Die vermehrte Ausscheidung von weißen Blutkörperchen im Harn ist ein wichtiger Hinweis auf Entzündungen der Nieren und/oder der Harnwege infolge einer bakteriellen Infektion. Besondere Bedeutung hat der Leukozyten-Nachweis im Urin für die chronische Nierenbeckenentzündung. Infolge einer Chemotherapie können die Leukozyten auf ein sehr niedriges Niveau absinken (wenn die neutrophilenGranulozyten betroffen sind, spricht man von einer Neutropenie).
URSACHE FÜR EINE VERMEHRUNG DER LEUKOZYTEN
(LEUKOZYTOSE):
• Bakterielle Entzündungen der Harn- und Luftwege
• Starke körperliche oder seelische Belastungen und Stress
• Schwangerschaft
• Rheumatische Erkrankungen
• Akuter Blutverlust, Schockzustände
• Knochenmarkerkrankungen (Leukämie)
• Bösartige Tumoren
• Verbrennungen
• Kortisoneinnahme
URSACHEN FÜR EINE VERMINDERUNG DER LEUKOZYTEN (LEUKOPENIE)
• Strahlen- und Chemotherapie
• Medikamente: z.B. Schmerzmittel oder Schilddrüsenhormone, Mittel gegen Epilepsie
• Masern, Röteln, Gürtelrose, echte Grippe (Influenza)
Zu den Vorsichtsmaßnahmen bei einem Mangel an weißen Blutkörperchen, insbesondere bei der sogenannten Aplasie mit einem Leukozytenwert < 1000/μl bzw. einem Neutrophilenwert (= Untergruppe der Leukozyten) < 500/μl, gehören insbesondere: Kontaktmeidung mit Personen, die ansteckende Krankheiten haben, keine Nutzung von öffentlichen Verkehrsmitteln, Meiden großer Menschenmengen, keine Nutzung von unkontrollierten Klimaanlagen, keine Gartenarbeit, Händedesinfektion, Zurückhaltung beim Kontakt mit Tieren, frische Zubereitung von Speisen, Trinken von abgekochtem Wasser.
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Leukozytose
Leukozytose
Erhöhung der weißen Blutkörperchen im Blut, z.B. bei Infektionen (s.o.) -
Lungenembolie (LE)
Lungenembolie (LE)
Eine Erkrankung, bei der sich ein Blutgerinnsel in der Vene (tiefe Venenthrombose bzw. TVT) löst, durch den Blutkreislauf wandert und in einem Lungenflügel stecken bleibt und dort die Blutzufuhr behindert. -
Lupus
Lupus
Beim systemischen Lupus erythematodes (SLE) handelt es sich um eine chronisch-entzündliche Autoimmunerkrankung, bei der Haut, Gelenke, Nieren und weitere Organe betroffen sein können.
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Lymphozyten
Lymphozyten
Lymphozyten sind eine Untergruppe der Leukozyten und machen ca. 25–40% der Leukozyten aus. Die Lymphozyten werden in zwei Gruppen unterteilt: die T-Lymphozyten, die aus dem Thymus stammen, und die B-Lymphozyten, die aus dem Knochenmark stammen. Die T-Lyphozyten sind noch einmal unterteilt und heißen dann je nach ihrer Funktion T-Killerzellen, T-Helferzellen, T-Suppressor-Zellen und T-Gedächtniszellen.Die B-Lymphozyten, die sich überwiegend in der Milz und in den Lymphknoten befinden, sind für die Bildung von Antikörpern verantwortlich. Diese sind in fünf Klassen mit unterschiedlichem Aufbau und verschiedenen Funktionen unterteilt: IgA, IgD, IgE, IgG und IgM (siehe auch „Immunglobuline“). Die T-Helferzellen arbeiten mit den B-Lymphozyten zusammen: Sie regen sie zur Produktion von Antikörpern an. Die T-Suppressor-Zellen dagegen können Immunreaktionen hemmen. Die Killerzellen sind in der Lage, körperfremde Zellen zu zerstören. Die Gedächtniszellen speichern die Information für einen bestimmten Erreger und führen bei erneutem Kontakt zur Aktivierung der Immunantwort.
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Lytische Läsionen
Lytische Läsionen
Die geschädigte Region eines Knochens, die auf einem Röntgen als dunkler Fleck erscheint, wenn genug gesundes Knochengewebe abgebaut wurde. Lytische Läsionen sehen wie Löcher im Knochen aus und beweisen, dass der Knochen geschwächt wurde.
M
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M-Gradient
M-Gradient
Hohe schmalbasige Zacke im Beta- und Gammabereich bei der Serum elektrophorese, die durch Paraproteine verursacht wird. -
M-Protein (M-Zacke, M-Spike)
M-Protein (M-Zacke, M-Spike)
Antikörper oder Teile von Antikörpern, die in ungewöhnlich großen Mengen im Blut oder im Harn von Myelompatienten gefunden werden. Bestehen aus Kappa- oder Lambdaleichtketten. Der Terminus M-Zacke (M-Spike) bezieht sich auf das Aussehen der Eiweißelektrophoresekurve, wenn ein M-Protein vorliegt. Er ist ein Synonym für monoklonales Eiweiß oder Myelomeiweiß. -
M-Protein = monoklonales Protein (M-Spike)
M-Protein = monoklonales Protein (M-Spike)
Hierunter versteht man das von den Myelomzellen produzierte abnormale Immunglobulin. Antikörper oder Teile von Antikörpern, die in ungewöhnlich großer Anzahl im Blut oder im Urin von Myelompatienten gefunden werden. M-Protein bezieht sich auf das spitze Muster, das bei der Protein-Elektrophorese auftritt, wenn ein M-Protein vorhanden ist. Synonym zu monoklonalem Protein oder Myelomprotein. Siehe „Monoklonal“.
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Maligne-krebsartig
Maligne-krebsartig
Fähig, sich in nahegelegenes Gewebe oder in andere Teile des Körpers auszubreiten. -
Mastzellen
Mastzellen
Gewebemastzellen. Sie spielen eine Rolle bei allergischen Reaktionen und befinden sich im Bindegewebe von Haut, Lunge, Magen- Darm- Trakt und anderen Geweben. Sie sind eng verwandt mit den Basophilen. -
MDR (Multi-Drug-Resistenz)
MDR (Multi-Drug-Resistenz)
Resistenz gegenüber einer Standardbehandlung, normalerweise verbunden mit einer Resistenz gegenüber Adriamycin und Vincristin, die beide Chemotherapiesubstanzen sind. Die Resistenz wird durch eine Ansammlung von P-Glycoproteinen in der äußeren Zellmembran der Myelomzellen hervorgerufen. Das führt dazu, dass Medikamente aus der Myelomzelle hinausgeschleust werden, anstatt sich in der Zelle anzusammeln und schließlich zum Zelltod zu führen. Medikamente, die P-Glycoproteine blockieren werden, derzeit in klinischen Studien erprobt, z.B. PSC 833, ein neues Cyclosporinanalagon. -
Median
Median
Die mittlere Zahl in einer Zahlenreihe. Beim medianen progressionsfreien Überleben hatte somit die Hälfte der Patienten eine Remission, die kürzer dauerte als das mediane PFS, die andere Hälfte hatte eine Remission, die längerdauert als das mediane PFS. -
Medikamentenresistenz
Medikamentenresistenz
Entsteht durch die Fähigkeit einer Zelle, den Effekten einer therapeutischen Substanz zu widerstehen. -
Melanom
Melanom
Krebs der pigmentproduzierenden Zellen der Haut oder der Netzhaut. -
Metastasieren
Metastasieren
Sich von einem Teil des Körpers zu einem anderen auszubreiten. Wenn Krebszellen metastasieren und Absiedelungen bilden, dann sind die Zellen der Metastase ähnlich wie die des Primärtumors. -
MGUS (Monoklone Gammopathie unbekannter Signifikanz)
MGUS (Monoklone Gammopathie unbekannter Signifikanz)
Beim MGUS besteht eine monoklonale Eiweißfraktion meist im Serum (Blut), keine oder nur geringe Plasmazellvermehrung im Knochenmark, keine Organschäden. Der MGUS wird nicht behandelt. Das Risiko im weiteren Verlauf an einem MM zu erkranken ist gering. Nur 1-1,5% aller mit einem MGUS diagnostizierten Personen erkranken zu einem späteren Zeitpunkt (> 50 Jahre) an einem behandlungsbedürftigen Myelom. Durch Verfeinerung der diagnostischen Möglichkeiten hat man jedoch zwischenzeitlich entdeckt, dass manche Menschen mit einem MGUS ein höheres Risiko haben als andere, an einem Myelom zu erkranken. Dies ist abhängig von der Höhe des Paraproteins wenn es sich beim Paraprotein um den Typ IgA oder IgM (= sehr selten), handelt vom Quotient der freien Kappa- und Lamda-Leichtketten im Serum (= Blut). Diese Patienten sollten regelmäßig untersucht und überwacht werden. -
Mini-Transplantation
Mini-Transplantation
Allogene Transplantation, mit weniger intensiver Vorbehandlung, siehe RIC -
Minimale Resterkrankung (Minimal Residual Disease, MRD)
Minimale Resterkrankung (Minimal Residual Disease, MRD)
Der Begriff “minimale Resterkrankung” wird gebraucht, um die Anwesenheit kleiner Mengen von Myelomzellen im Körper eines Patienten zu beschreiben, nachdem dieser eine komplette (oder sehr gute teilweise) Remission auf eine Behandlung erreicht hat. Traditionell wird die Untersuchung auf eine Resterkrankung bei Myelompatienten mit Zellen aus Knochenmarkproben durchgeführt. Es ist jedoch auch möglich, eine solche Prüfung mit Zellen aus dem Blut durchzuführen und/oder durch Bildgebungsverfahren zu ergänzen. DErzeit werden diese Tests nur im Rahmen von Studien durchgeführt. -
Molekül
Molekül
Der kleinste Teil einer Substanz, der alle Eigenschaften der Substanz enthält und aus einem oder mehreren Atomen aufgebaut ist. -
Monoklonal
Monoklonal
Ein Myelom entwickelt sich aus einer einzelnen bösartigen Plasmazelle. Die Art des Myelomeiweißes, das produziert wird, ist ebenfalls monoklonal. Eine einzige Art anstatt vieler verschiedener Arten (polyklonal). In der klinischen Praxis ist die Monoklonalität des Myelomeiweißes deshalb wichtig, weil es auf der Serumelektrophorese als scharfe Spitze (M-Gradient) erscheint. -
Monoklonale Antikörper - Immuntherapeutika (MM-Therapie)
Monoklonale Antikörper - Immuntherapeutika (MM-Therapie)
Monoklonale Antikörper, seit einigen Jahren bei anderen Tumorerkrankungen wie Lymphome oder Darmtumoren erfolgreich eingesetzt, werden zwischenzeitlich auch zur Therapie des MMs entwickelt und eingesetzt. Das Wirkprinzip basiert auf dem spezifischen Anheften an Strukturen der Krebszelle, was verschiedene Reaktionen auslösen kann. Zum einen kann die körpereigene Abwehr gezielt gegen die bösartigen Zellen gerichtet werden, zum anderen können auch Reaktionen der Krebszelle selbst wie etwa Wachstumshemmung oder Zelltod ausgelöst werden. Dies hängt von der Zielstruktur des jeweiligen Antikörpers ab. Stand 2015: Der Einsatz von monoklonalen Antikörpern findet derzeit ausschließlich in Studien statt. Beispiele monoklonaler Antikörper: Elotuzumab: Zielstruktur: CS1, Oberflächenmolekül auf Myelomzellen. Der Wirkstoff wird bereits in Phase III-Studien eingesetzt. Daratumumab: Zielstruktur: CD38, ebenfalls Oberflächenmolekül auf Myelomzellen. Einsatz derzeit in Phase II-Studien. Siltuximab: Interleukin-6, Wachstumsfaktor für Myelomzellen Einsatz derzeit in Phase II-Studien. -
Monoklonale Gammopathie
Monoklonale Gammopathie
Bezeichnung für eine überschießende Produktion von monoklonalen Immunglobulinen. Liegt eine isolierte monoklonale Gammopathie ohne Vermehrung von Plasmazellen im Knochenmark vor, spricht man von einer „Monoklonalen Gammopathie unklarer Signifikanz (MGUS)“. Die Werte werden lediglich kontrolliert. Das Risiko, ein Multiples Myelom oder eine andere behandlungsbedürftige Erkrankung aus dem Formenkreis der Leukämien und Lymphome zu entwickeln, beträgt innerhalb von 10 Jahren etwa 10%. -
Monoklonaler Antikörper
Monoklonaler Antikörper
Mithilfe der Gentechnologie künstlich hergestellte, hochspezifischidentische Antikörper. Diese können sowohl diagnostisch als auch in der Therapie von Tumoren genutzt werden. -
Monoklonales Protein (M-Protein)
Monoklonales Protein (M-Protein)
Ein abnormes Protein, das von Myelomzellen gebildet wird. Eine hohe Konzentration an M-Protein weist darauf hin, dass eine große Anzahl Myelomzellen vorhanden ist. -
Monozyten/Makrophagen
Monozyten/Makrophagen
Die Monozyten/Makrophagen sind eine Untergruppe der Leukozyten und werden als „Fresszellen“ bezeichnet. Sie spielen in der unspezifischen Immunabwehr eine besondere Rolle. Aus zunächst noch undifferenzierten Monozyten des Knochenmarks entwickeln sich Makrophagen. Diese bleiben 2 bis 3 Tage im Blutkreislauf und gehen dann ins Gewebe über. Sie sind vor allem in Lunge, Leber, Milz, im Knochenmark oder in den Lymphknoten zu finden. Sie können Bakterien „auffressen“ und Botenstoffe aussenden, die weitere Aktivitäten im Immunsystem auslösen. -
Morbus Waldenström
Morbus Waldenström
Seltene Form eines indolenten Lymphoms, die Plasmazellen betrifft. Überhöhte Mengen an IgM-Protein werden produziert. Keine Form des Myeloms. -
MRT (Magnetresonanztomographie, MRI, Kernspintomographie)
MRT (Magnetresonanztomographie, MRI, Kernspintomographie)
Eine diagnostische Untersuchung, die magnetische Felder anstatt von Röntgenstrahlen verwendet, um detaillierte zwei- oder dreidimensionale Bilder von Organen und Strukturen des Körpers zu erstellen. Hat eine hohe Auflösung für Weichteilgewebe, insbesondere das Rückenmark, ist allerdings weniger genau bei Knochenläsionen. -
MTD (maximal tolerierbare Dosis)
MTD (maximal tolerierbare Dosis)
Die höchste Dosis einer Therapie, die die meisten Leute tolerieren. -
Multiples Myelom
Multiples Myelom
Eine Krebserkrankung der Plasmazellen im Knochenmark. Entartete Plasmazellen werden als Myelomzellen bezeichnet.
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Myeloablation
Myeloablation
Das Abtöten von Knochenmark durch Bestrahlung oder Chemotherapie. Dieser Begriff bezieht sich in der Regel auf die vollständige oder nahezu vollständige Zerstörung des Knochenmarks.
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Myelodysplastisches Syndrom (MDS)
Myelodysplastisches Syndrom (MDS)
Ein Zustand, bei dem das Knochenmark nicht normal funktioniert und nicht genug Blutzellen produziert. Dieser Zustand kann sich verschlechtern und schließlich in eine akute Leukämie übergehen. -
Myeloisch
Myeloisch
Bezieht sich auf Myelozyten, eine Art der weißen Blutzellen. Das multiple Myelom ist eine nicht myeloische Form von Blutkrebs. -
Myelomzellen
Myelomzellen
Bösartige Plasmazellen -
Myelosuppression
Myelosuppression
Eine verminderte Produktion roter Blutkörperchen, Blutplättchen und mancher weißer Blutkörperchen im Knochenmark.
N
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Natrium
Natrium
Natrium ist ein lebenswichtiger Mineralstoff. Wenn der Körper z.B. bei starkem Durchfall oder Schwitzen zu viel an Salzen verliert, müssen die fehlenden Stoffe ersetzt werden. Das Natrium, das sich in unserem Körper befindet und das wir zum großen Teil aus Kochsalz entnehmen, hat eine wasserspeichernde Wirkung. Es ist für die richtige Verteilung des Wassers im Körper innerhalb und außerhalb der Zellen von entscheidender Bedeutung. Die wichtigste Aufgabe des Natriums ist es daher, die Menge der Flüssigkeit außerhalb und innerhalb der Zellen möglichst immer gleich zu halten. Wenn Zellen zu viel Wasser verlieren, trocknen sie aus, altern rascher und sterben schließlich ab. Kalium wiederum sorgt im Zusammenspiel mit Natrium für ausreichend Wasser in den Zellen. Der Natriumhaushalt wird durch Hormonsysteme reguliert. Eines dieser Systeme reguliert den Blutdruck. Fällt er ab, bewirken diese Hormone, dass Natrium wieder verstärkt in den Blutkreislauf aufgenommen wird. Die Natriumkonzentration erhöht sich, dadurch steigt der Blutdruck wieder an.URSACHEN FÜR EINE ERHÖHUNG DER NATRIUMWERTE:
• Flüssigkeitsmangel
• Hormonelle Störungen
URACHEN FÜR EINE ERNIEDRIGUNG DER NATRIUMWERTE:
• Erbrechen, Durchfall
• Entwässerungstabletten
• Nierenschwäche
• Herzschwäche
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Nebennieren
Nebennieren
Über den Nieren befindliche Drüsen, die in erster Linie für die Bildung der Sexualhormone und von Cortisol, einem für die körperliche Stressantwort des Menschen verantwortlichen Hormon, zuständig sind. -
Nebenwirkungen
Nebenwirkungen
Probleme, die aufgrund der Verwendung von Medikamenten, die für eine Erkrankung eingesetzt werden, auftreten. Häufige Nebenwirkungen einer Krebstherapie sind Müdigkeit, Übelkeit, Erbrechen, Blutbildveränderungen, Haarausfall und Mundschleimhautentzündung. -
Neoplasie
Neoplasie
Abnormales Wachstum von Zellen. -
Neoplasma
Neoplasma
Ein neues Wachstum von Gewebe oder Zellen; ein Tumor kann benigne oder maligne sein. -
Nephelometrie
Nephelometrie
Eine weit verfügbare und schnelle, automatische Labormethode, um die Menge an Myelomeiweiß im Blut zu bestimmen (siehe "Immunfixation"). Bei der Nephelometrie wird eine Lichstreuungsmethode verwendet. Die Ergebnisse sollten zur Überprüfung der Genauigkeit mit der Elektrophorese verglichen werden. -
Nephrotoxizität
Nephrotoxizität
Die Eigenschaft, auf die Nierenzellen giftig zu wirken oder diese zu zerstören. -
Neurochirurg
Neurochirurg
Ein Arzt, der chirurgische Eingriffe an jedem Teil des Nervensystems vornimmt, u. a. auch am Rücken und am Rückenmark. -
Neutropenie
Neutropenie
Eine verminderte Anzahl von Neutrophilen. Zytotoxische Chemotherapie kann zu Neutropenie führen. Im Gegensatz dazu werden Lymphozyten, die bei viralen Infektionen wichtiger sind, eher nicht von der zytotoxischen Therapie beeinflusst. Eine Neutropenie kann durch ein synthetisches Hormon, welches G-CSF genannt wird (z.B. Neupogen), vermindert oder verhindert werden. -
Neutrophile
Neutrophile
Eine Art weißer Blutkörperchen, die notwendig ist, um bakterielle Infektionen zu bekämpfen. -
Nichtsteroidale Antirheumatika (NSAR)
Nichtsteroidale Antirheumatika (NSAR)
Eine Gruppe von Medikamenten0, die zur Minderung von Fieber, Schwellungen, Schmerzen und Rötungen verwendet werden. -
Niereninsuffizienz
Niereninsuffizienz
Funktionsstörung der Nieren durch verschiedenste Ursachen, einhergehend mit teilweisem oder komplettem Verlust der Nierenfunktion. -
Nukleus
Nukleus
Der Nukleus der Zelle ist bei weiterentwickelten Organismen das Kontrollzentrum der Zelle. Er hat zwei Funktionen: Zum einen ist dort das genetische Material (DNA) der Zelle abgelegt und zum anderen koordiniert er die Zelltätigkeit, zu der Wachstum, Intermediärstoffwechsel, Proteinsynthese und Reproduktion (Zellteilung) gehören.
O
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Ödem
Ödem
Schwellung; eine abnorme Ansammlung von Flüssigkeit in einem Teil des Körpers. -
Onkogen
Onkogen
Ein Teil der Zelle, der normalerweise für das Zellwachstum verantwortlich ist, der allerdings auch das unkontrollierte Wachstum von Krebs fördern kann, falls es zu einer Schädigung (Mutation) durch einen Umwelteinfluss (Karzinogen) gekommen ist oder wenn es zu einer Zerstörung oder einem Verlust des Gens durch einen vererbten Defekt gekommen ist. Ein Gen, welches das Potential besitzt eine normale Zelle zu einer Krebszelle zu machen. -
Onkologe
Onkologe
Ein Arzt, der auf Krebstherapie spezialisiert ist. Manche Onkologen spezialisieren sich auf eine bestimmte Art von Krebs. -
Opiate oder auch Opioide
Opiate oder auch Opioide
Schmerzmittel die aus Opiaten oder auf der Basis von Opiaten hergestellt werden. Der Schmerz wird am zentralen Nervensystem blockiert. Nebenwirkungen sind meist Verstopfung und (leicht) gedämpftes Wahrnehmungsvermögen. -
Orthopädischer Chirurg
Orthopädischer Chirurg
Orthopädische Chirurgen wenden sowohl chirurgische als auch nichtchirurgische Mittel an, um Traumata des Bewegungsapparates, Sportverletzungen, degenerative Krankheiten, Infektionen, Tumore und Fehlbildungen zu behandeln. -
OS (Overall Survival)
OS (Overall Survival)
Gesamtüberlebenszeit. Beschreibt die statistisch ermittelte Überlebensdauer einer bestimmten Gruppe von Patienten, z.B. in Studien. -
Ösophagitis
Ösophagitis
Eine Entzündung des Ösophagus bzw. der Speiseröhre. Hierbei handelt es sich um den Schlauch, der die Nahrung vom Mund in den Magen befördert. -
Osteoblast
Osteoblast
Eine Zelle, die Osteoid produziert, welches mit Calcium mineralisiert wird, um schließlich neuen, harten Knochen zu bilden. -
Osteoid
Osteoid
Das Eiweiß das mit Kalzium mineralisiert wird, um schließlich harten, neuen Knochen zu bilden. -
Osteoklast
Osteoklast
Eine Zelle, die im Knochenmark am Verbindungspunkt zwischen Knochenmark und Knochen gefunden wird. Ein aktives Myelom stimuliert die Osteoklasten, den Knochen zu zerstören. Normalerweise wird die Knochenresorption durch die Aktivität der Osteoblasten ausgeglichen, welche neuen Knochen herstellen. Beim Myelom wird die Osteoblasten-Aktivität blockiert. Die Kombination von vermehrter Knochenresorption und blockierter Knochenneubildung resultiert schließlich in lytischen Knochenläsionen. -
Osteonekrose des Kiefers
Osteonekrose des Kiefers
Ein Kieferproblem, das bei einer geringen Anzahl von Patienten auftritt, die Bisphosphonate erhalten. Es entstehen Schmerzen, Schwellungen und Knochenschäden rund um die Zahhhalterungen, was zu losen Zähnen, scharfen Kanten freiliegenden Knochens, Knochenspornen, dem Abbrechen von Knochenstückchen und zum Absterben von Knochen führen kann. Eine Osteonekrose liegt definitiv vor, wenn das Freiliegen von Knochen über mehr als drei Monate nicht verheilt. Die ersten Symptome können Taubheit, Schwellungen, Schmerzen, ein loser Zahn oder ein Gefühl der „Schwerheit“ im Kiefer sein. -
Osteoporose
Osteoporose
Eine Reduktion der Knochendichte, die normalerweise in höherem Alter auftritt. Eine diffuse Knochenbeteiligung beim Myelom führt zu einen Bild, das im Röntgen und bei der Knochendichtemessung aussieht wie Osteoporose.
P
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Palliative Therapie
Palliative Therapie
Zielt auf die Verbesserung der Lebensqualität und eine Verminderung von Schmerzen und Symptomen der Erkrankung ab, verhindert allerdings nicht das Fortschreiten der Erkrankung. -
Paraproteine
Paraproteine
Sammelbegriff für monoklonal gebildete Immunglobuline und Immunglobulinfragmente. Beim Multiplen Myelom werden sie von den Myelomzellen gebildet und können in hoher Konzentration im Blut auftreten, wo sie Gerin-nungsstörungen, Nierenschäden oder andere Symptome verursachen können.
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Partielle Remission (PR)
Partielle Remission (PR)
Deutliches, aber nicht vollständiges Zurückgehen der Krankheit. -
Partielles Ansprechen
Partielles Ansprechen
Wenn das Myelom/M-Protein mithilfe einer Behandlung um mehr als 50 % reduziert werden kann.
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Pathogen
Pathogen
Ein Infektionserreger wie ein Virus, ein Bakterium, ein Prion, ein Pilz, ein Viroid oder ein Parasit, der seinen Wirt krank macht.
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Pathologie
Pathologie
Die Untersuchung von Geweben und Körperflüssigkeiten unter dem Mikroskop. Ein Arzt, der auf Pathologie spezialisiert ist, wird Pathologe genannt. -
Pathologische Fraktur
Pathologische Fraktur
Ein Knochenbruch, der normaler Weise durch Krebs oder eine andere Erkrankung hervorgerufen wird. Kommt bei Knochen vor, die durch das Myelom geschwächt wurden und normalen Belastungen nicht gewachsen sind. -
PBSCT (peripheral blood stem cell transplantation)
PBSCT (peripheral blood stem cell transplantation)
Stammzelltransplantation, bei der die Stammzellen vorher aus dem Blut des Spenders entnommen werden (also kein Knochenmark). Nach einer Mobilisierung der Stammzellen können diese über eine Zentrifuge, die das Blut nach unterschiedlichen Dichten unterteilt, gewonnen werden. Die Dauer der Gewinnung der Stammzellen liegt bei einigen Stunden. Diese Stammzellen, eigene oder fremde, können dann nach der Hochdosistherapie dem Patienten verabreicht werden. -
Periphere (Poly-)Neuropathie (PN/PNP)
Periphere (Poly-)Neuropathie (PN/PNP)
Taubheit, Kribbeln und/oder Schmerzen in Händen, Füßen, Beinen und/oder Armen. -
Peripherieblut-Stammzellentransplantation
Peripherieblut-Stammzellentransplantation
Siehe „Transplantation”. -
Peritonealer Port-A-Cath
Peritonealer Port-A-Cath
Ein Katheter, der mit einer münzgroßen Kammer verbunden ist, die chirurgisch unter die Haut des Bauches implantiert wird. Der Katheter führt in die Bauchhöhle und wird verwendet, um Chemotherapie zu applizieren. -
PET (Positronenemissions-tomographie)
PET (Positronenemissions-tomographie)
Ein diagnostischer Test, der eine komplizierte Kamera und einen Computer benutzt, um Bilder des Körpers anzufertigen. Eine PET-Untersuchung erlaubt die Differenzierung zwischen gesundem und abnormal funktionierendem Gewebe. -
PFS (Progression free survival)
PFS (Progression free survival)
Progressionsfreies Überleben. Zeitspanne entweder ab dem ersten Tag der Behandlung oder - zumeist - ab dem Tag, an dem ein Patient in einer Studie registriert wurde, bis zur Krankheitsprogression oder Tod des Patienten unabhängig von der Todesursache. Mittlerweile gelten als weitere "Endpunkte" der PFS 1: Zeitraum zwischen Therapiebeginn bis zum 1. Rückfall (Rezidiv) sowie PFS 2: Zeitraum zwischen erstem Therapiebeginn und dem 2. Rückfall (Rezidiv) Neben dem PFS wird in Therapiestudien vor allem auch der OS (Overall Survival = Gesamtüberleben) erfasst. Beide gelten als Beurteilungsfaktoren für den Nutzen einer Therapie -
Pharmakodynamik
Pharmakodynamik
Die Wissenschaft von der Wirkweise oder den Auswirkungen von Arzneimitteln auf menschliche Zellen.
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Pharmakogenetik oder Pharmakogenomik
Pharmakogenetik oder Pharmakogenomik
Beide Begriffe beziehen sich auf den Forschungszweig, der sich mit spezifischen Veränderungen der Erbanlagen befasst, die zu unterschiedlichem Ansprechen auf Therapien führen. -
Phlebitis
Phlebitis
Entzündung einer Vene. -
Placebo
Placebo
Eine inerte (inaktive) Substanz, die in klinischen Studien oft zum Vergleich mit einer experimentellen Therapie eingesetzt wird. Es ist in den USA aus ethischen und rechtlichen Gründen nicht erlaubt, Patienten in Studien für die Gabe von Placebo allein zu randomisieren, wenn sie behandelt werden müssen. Im Placebo- Arm einer Krebsbehandlungsstudie werden die Patienten mit einer zugelassenen Behandlung plus einem Placebo behandelt. -
Plasma
Plasma
Aus Wasser, Eiweißkörpern und Ionen (Na, Ca, K, Cl, Mg, Fe u.a.) zusammengesetzt. Der flüssige, nach Entfernung der Blutkörperchen, verbleibende Bestandteil des Blutes (ca. 55 % des Gesamtblutes). -
Plasmapherese
Plasmapherese
Der Prozess, bestimmte Proteine aus dem Blut zu entfernen. Eine Plasmapherese kann verwendet werden, um überschüssige Antikörper aus dem Blut von Myelompatienten zu entfernen. -
Plasmazellen
Plasmazellen
Spezielle weiße Blutkörperchen, die Antikörper produzieren, die bösartige Zelle beim Myelom. Normale Plasmazellen produzieren Antikörper, um Infektionen zu bekämpfen. Beim Myelom produzieren bösartige Plasmazellen große Mengen eines abnormalen Antikörpers, der keine Fähigkeit zur Bekämpfung von Infektionen besitzt. Die abnormalen Antikörper werden auch monoklonales Protein oder M-Protein genannt. Plasmazellen können auch andere chemische Stoffe produzieren, die Organe und Gewebe schädigen können (z.B. Anämie, Nierenschädigung, Nervenschädigung). -
Plasmoblasten
Plasmoblasten
Lichtmikroskopisch besonders bösartig erscheinende Zellen des Multiplen Myeloms, Zellen mit schneller Wachstumsneigung. -
Plasmozytom
Plasmozytom
Eine Ansammlung von Plasmazellen, die an einem bestimmten Ort des Körpers gefunden wird (intramedullär: im Knochen, extramedullär: im Weichteilgewebe). Beim (Multiplen) Myelom sind die Zellen diffus im gesamten Knochenmark, Weichteilgewebe oder Knochen verteilt. -
Plazebo
Plazebo
Eine inaktive Substanz, die bei klinischen Studien oft als Vergleich zur experimentiellen Therapie verwendet wird. -
Polyglobulie
Polyglobulie
Erhöhung der Erythrozytenanzahl im Blut. Vorkommen bei Sauerstoffmangel (Bergsteiger, Herzfehler, Lungenerkrankung), bei gestörter Sauerstofftransportfunktion des Hämoglobins und vermehrter Erythropoetinbildung. -
Polyneuropathie (PNP)
Polyneuropathie (PNP)
Polyneuropathien sind ein häufiges Symptom bei PatientInnen mit einer Plasmazellerkrankung. Bereits bei Diagnose leiden bis zu 20% der Myelomerkrankten an PNP-Erscheinungen. Allerdings führt auch eine Reihe von Chemotherapien zu PNP-Beschwerden, insbesondere Thalidomid, Bortezomib iv, aber auch klassische Zytostatika können PNP auslösen. Zu den Symptomen gehören: Einschränkungen der Sensibilität insbesondere von Fingern und Zehen (Taubheitsgefühl, Kribbeln u.ä.), Einschränkung der (Fein-) Motorik, Schmerzen; manchmal auch Allgemeinsymptome wie Herzrasen oder Schwindel. Symptome und ihr Ausmaß sind sofort dem behandelnden Onkologen mitzuteilen, um im Zweifelsfall das Therapieschema ändern zu können oder weitere Maßnahmen wie spezielle Physiotherapien einzuleiten. -
Pomalidomid
Pomalidomid
Markenname Imnovid® siehe Immunmodulatoren -
Port-A-Cath (PAC)
Port-A-Cath (PAC)
Ein Katheter, der mit einer münzgroßen Kammer verbunden ist, die chirurgisch unter die Haut des Brustkorbs oder des Bauchs implantiert wird. Der Katheter wird in eine große Vene oder Arterie direkt in den Blutstrom eingelegt. Flüssigkeiten, Medikamente oder Blutprodukte können so infundiert werden und Blut kann abgenommen werden, in dem eine Nadel in die Kammer eingeführt wird. -
Prämaligne
Prämaligne
Ein Ausdruck der verwendet wird, um einen Zustand zu beschreiben, der wahrscheinlich in eine Krebserkrankung übergeht. -
Prognose
Prognose
Der wahrscheinliche Verlauf einer Erkrankung. Die Wahrscheinlichkeit einer Genesung. Die Lebenserwartung. -
Progressionsfreies Überleben (PFS)
Progressionsfreies Überleben (PFS)
Ein verbessertes progressionsfreies Überleben steht direkt mit der letzten Therapie des Myeloms im Zusammenhang. Die Zeitspanne, die ein Patient überlebt, ohne dass die Krebserkrankung wiederkommt bzw. derPatient rezidiviert/relabiert. Siehe „Progressive Erkrankung“.
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Progressive Erkrankung
Progressive Erkrankung
Eine Myelomerkrankung, welche sich verschlimmert oder relabiert/rezidiviert. Dies kann anhand von Untersuchungen dokumentiert werden. Dies ist z. B. definiert als ein Anstieg des Myelomproteinspiegels um ≥ 25 % und/oder ein neuer Nachweis der Krankheit. -
Proteasom
Proteasom
Eine verbundene Gruppe (oder ein Komplex) an Enzymen, die beschädigte oder unerwünschte Proteine un unbeschädigte Proteine zerstört, die in der Zelle abgebaut werden müssen, . Dieser Umsatz bzw. dieses „Recycling“ von Proteinen ist für den Erhalt des Gleichgewichts in der Zelle wichtig und reguliert verschiedene Zellfunktionen, wie z. B. das Zellwachstum. -
Proteasomeninhibitoren, Proteasomenhemmer
Proteasomeninhibitoren, Proteasomenhemmer
(MM-Therapie) Verhindern die Beseitigung, die Teilung und die Erneuerung unerwünschter Proteine durch das Proteasom, das die Myelomzellen sterben lässt. Beispiele für diese Substanzklasse sind: Bortezomib (Velcade®), Carfilzomib (Kyprolis®) oder Ixazomib (MLN 9708). -
Proteine
Proteine
Substanzen, die sich aus Aminosäuren zusammensetzen. Proteine sind ein wesentlicher Teil aller lebenden Organismen und dienen dort insbesondere als Bausteine für Körpergewebe wie Muskeln, Haare, Kollagen usw. sowie als Enzyme und Antikörper. -
Proteinelektrophorese
Proteinelektrophorese
Eine Laboruntersuchung, bei der das Serum (Blut) oder die Urinproteine eines Patienten einer Teilung gemäß ihrer Größe und elektrischen Ladung unterliegen. Die Elektrophorese ermöglicht die Berechnung der Menge anmonoklonalem Protein und wird sowohl zur Diagnose als auch zur Überwachung eingesetzt.
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Proteinurie
Proteinurie
Ausscheidung von Proteinen im Harn (z.B. beim Multiplen Myelom)
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Protokoll
Protokoll
Ein detaillierter Behandlungsplan, in dem auch die Dosierung und der Zeitplan der Verabreichung von Medikamenten angeführt sind. -
PSCT (peripheral stem cell transplantation)
PSCT (peripheral stem cell transplantation)
Stammzelltransplantation, bei der die Stammzellen aus dem Blut des Spenders entnommen werden, im Gegensatz zur Knochenmarkstransplantation. Identisch mit PBSCT.
Q
R
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Radiologe
Radiologe
Ein Arzt, der auf die Herstellung und Beurteilung von Bildern des Körperinneren spezialisiert ist. Die Bilder werden durch Röntgenstrahlen, Ultraschall, magnetische Felder oder andere Arten der Energie produziert. -
Referenzbereich
Referenzbereich
Bereich, in dem aller Voraussicht nach die Laborwerte der meisten gesunden Menschen liegen.
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Refraktär
Refraktär
Die Erkrankung ist resistent gegen Wirkstoffe der Behandlung, d.h. sie spricht auf eine bestimmte Behandlung nicht oder nicht mehr an. -
Regression
Regression
Die Rückbildung des Krebswachstums. -
Relaps
Relaps
Das Wiederauftreten von Zeichen und Symptomen einer Erkrankung nach einer Zeitspanne der Verbesserung. -
Remission oder Ansprechen
Remission oder Ansprechen
Komplettes oder teilweises Verschwinden der Zeichen und Symptome von Krebs. Remission und Ansprechen sind Synonyme. Stringente komplette Remission (sCR), alle Kriterien: Vorliegen einer CR (siehe unten). Normale Ratio der freien Leichtketten im Serum. Kein Nachweis klonaler Plasmazellen im Knochenmark durch Immunhistochemie oder Immunzytologie. Komplette Remission (CR), alle Kriterien: kein monoklonales Protein in Serum und Urin (Immunfixationselektrophorese). ≤5% Plasmazellen im Knochenmark. Verschwinden von Weichteilplasmozytomen. Sehr gute partielle Remission (VGPR): positive Immunfixations-Elektrophorese bei unauffälliger Eiweiss-Elektrophorese. Oder ≥90% Reduktion des monoklonalen Proteins und <100 mg monoklonale Leichtketten im 24h-Sammelurin. Partielle Remission (PR), alle Kriterien: ≥50% Reduktion des monoklonalen Proteins im Serum. ≥90% Reduktion des monoklonalen Proteins oder <200 mg im 24h-Sammelurin. ≥50% Grössenabnahme von Plasmozytomen. bei mittels konventioneller Methoden nicht messbarem monoklonalem Protein: ≥50% Reduktion der Differenz zwischen involvierten und nicht-involvierten freien Leichtketten im Serum. bei vollständig asekretorischem Myelom: ≥50% Reduktion des Plasmazellanteils im Knochenmark (sofern prätherapeutisch ≥30%). Stabile Erkrankung (SD): nicht CR, VGPR, PR, PD. Progress (PD), ein Kriterium ausreichend: ≥25% Anstieg des monoklonalen Proteins im Serum (≥5 g/l absolut). ≥25% Anstieg des monoklonalen Proteins im Urin (≥200 mg/d absolut). ≥25% Anstieg des Plasmazellanteils im Knochenmark: gilt nur, wenn der Plasmazellanteil im Mark ≥10% ist. Fachwörter - IAuftreten einer Hyperkalziämie (Serum-Kalzium myelomassoziiert >2.65 mmol/l). Grössenzunahme bestehender oder Auftreten neuer Osteolysen oder von Weichteilplasmozytomen. -
Revlimid®
Revlimid®
Wirkstoff Lenalidomid siehe Immunmodulatoren -
Rezidiv
Rezidiv
Das Wiederauftreten einer Erkrankung nach einer Periode der Remission. -
Rezidiviert oder refraktär
Rezidiviert oder refraktär
Patienten mit rezidivierter Erkrankung wurden bereits behandelt und zeigen innerhalb von 60 Tagen nach Behandlungsende neue Symptome/Anzeichen einer erneuten Myelomerkrankung. Patienten mit einem refraktären Myelom zeigen entweder während der Behandlung oder innerhalb von 60 Tagen nach der Behandlung ein Fortschreiten der Erkrankung. Die meisten klinischen Studien zur fortgeschrittenen Erkrankung werden mit Patienten mit rezidiviertem bzw. refraktärem Myelom durchgeführt. -
Ribonukleinsäure (RNS)
Ribonukleinsäure (RNS)
Jede der verschiedenen Nukleinsäuren, die mit der Kontrolle der zellchemischen Vorgänge in Verbindung stehen. Die RNS ist eine der beiden Nukleinsäuren, die in allen Zellen gefunden werden. Die andere ist die DNS(Desoxyribonukleinsäure). Die RNA überträgt die genetische Information der DNS auf von der Zelle produzierte Proteine.
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RIC oder RICT
RIC oder RICT
beide Begriffe werden im Zusammenhang mit einer allogenen Stammzelltransplantation bzw. deren Eingangstherapie verwendet. RIC(T) = reduced intensity conditioning oder dosis-reduzierte Konditionierung mit (Fremdspender-) Transplantation. Bis vor einigen Jahren wurde dieser Verfahren auch "Mini-allo" genannt. -
Röntgen
Röntgen
Hochenergetische elektromagnetische Strahlung, die in niedrigen Dosen verwendet wird, um Erkrankungen zu diagnostizieren und in hohen Dosen, um Krebs zu bekämpfen. -
Röntgenstrahlung
Röntgenstrahlung
Hochenergetische elektromagnetische Strahlung, die in niedrigen Dosen zur Diagnose von Erkrankungen und in hohen Dosen zur Krebsbekämpfung verwendet wird. -
Rückenmark
Rückenmark
Ein langes, dünnes und röhrenförmiges Bündel an Nervengewebe und Stützzellen, das aus dem Gehirn herausführt. Gehirn und Rückenmark bilden gemeinsam das Zentralnervensystem. Das Rückenmark beginnt am Hinterhauptbein und verläuft bis in den Raum zwischen der ersten und zweiten Lendenwirbelsäule. -
Rückfall/Rezidiv
Rückfall/Rezidiv
Das Wiederauftreten von Anzeichen und Symptomen einer Erkrankung nach einer Zeitspanne der Besserung.
S
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Schwere Ketten
Schwere Ketten
Immunglobuline (Ig) bestehen in ihrer Grundstruktur aus leichten und schweren Ketten. Zu den schweren Ketten zählen die γ(gamma)- Ketten (kommen nur im IgG vor), die α(alpha)-Ketten (kommen nur im IgA vor), die μ(my)-Ketten (kommen nur im IgM vor), die δ(delta)-Ketten (kommen nur im IgD vor) und die ε(epsilon)-Ketten (kommen nur im IgE vor). -
Serum
Serum
Der farblose, flüssige Teil des Blutes, der keine Blutzellen und auch keine Gerinnungsfaktoren mehr enthält. -
Serumkrankheit
Serumkrankheit
Eine Überempfindlichkeitsreaktion auf das in das Gefäßsystem eingebrachte körperfremde Serum; die Folge sind Fieber, Schwellungen, Hautausschlag und eine Vergrößerung der Lymphknoten. -
Serumosteocalzien
Serumosteocalzien
Ein Eiweiß, das von Osteoblasten produziert und sezerniert wird, wenn Osteoid produziert wird. Ein niedriger Spiegel bedeutet oft ein aktives Myelom. Ein höherer als der normale Spiegel bedeutet ein stabiles Myelom. -
Skelettassoziierte Ereignisse (SRE)
Skelettassoziierte Ereignisse (SRE)
Knochenschäden oder -brüche. -
Skelettübersicht (sog. Pariser Schema)
Skelettübersicht (sog. Pariser Schema)
Eine Reihe von normalen Röntgenuntersuchungen vom Schädel, der Wirbelsäule, den Rippen, dem Becken und den langen Röhrenknochen, um lytische Knochenläsionen und/oder Osteoporose auszuschließen.
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Sklerodermie
Sklerodermie
Eine Bindegewebserkrankung, bei der sich die Haut von Armen, Gesicht oder Händen zusammenzieht. Weitere Symptome sind geschwollene Hände und Füße sowie Gelenksteifigkeit. Es kann ein Teil des Körpers, aber auch der ganze Körper betroffen sein.
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Solitäres Plasmozytom (SPB)
Solitäres Plasmozytom (SPB)
Eine abgrenzabre, einzelne Ansammlung an monoklonalen Plasmazellen in einem Knochen. Für die Diagnose SBP müssen eine einzige Knochenläsion, eine Biopsie, auf der die Infiltration mit Plasmazellen zu sehen ist, negative Bildgebungsergebnisse in Bezug auf andere Knochenläsionen, das Fehlen klonaler Plasmazellen in einer stichprobenartig genommenen Knochenmarksprobe (meistens am Becken) und keinNachweis von Anämie, Hyperkalzämie oder Nierenbeteiligung (welche auf ein systemisches Myelom hinweisen würde) vorliegen.
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Spondylitis ankylosans
Spondylitis ankylosans
Eine Form einer chronischen Entzündung der Wirbelsäule und der Iliosakralgelenke. -
Stabile Erkrankung
Stabile Erkrankung
Dieser Terminus beschreibt Patienten, die ein Therapieansprechen haben, wo es allerdings zu einer weniger als 50%igen Reduktion des Myelomeiweißspiegels kommt. Eine stabile Erkrankung bedeutet nicht notwendigerweise ein schlechtes oder suboptimales Therapieansprechen (verglichen mit CR oder PR), wenn sich die Erkrankung stabilisiert hat und nicht fortschreitet. Eine anhaltende Remission (Anzahl von Monaten/Jahren in Remission) steht nicht notwendigerweise mit dem prozentuellen Therapieansprechen in Zusammenhang. Bei einem langsam wachsenden Myelom kann eine Stabilisierung viele Jahre anhalten. -
Stadieneinteilung (Staging)
Stadieneinteilung (Staging)
Untersuchungen, die durchgeführt werden, um die Ausdehnung einer Krebserkrankung im Körper festzustellen. -
Stadium
Stadium
Die Ausdehnung einer Krebserkrankung im Körper. -
Stammzellen (hämatopoetische Stammzellen)
Stammzellen (hämatopoetische Stammzellen)
Unreife Zellen, aus denen sich alle Blutzellen entwickeln. Normale Stammzellen sind der Ursprung von normalen Blutbestandteilen, wie roten Blutkörperchen, weißen Blutkörperchen und Blutplättchen. Stammzellen findet man normalerweise im Knochenmark. Sie können für eine Transplantation geerntet werden.
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Steroid
Steroid
Ein Hormon. Steroide werden oft zusammen mit anderen Krebsmedikamenten verabreicht, da sie mithelfen, die Auswirkungen der Erkrankung auf den Körper zu kontrollieren. -
Strahlentherapie
Strahlentherapie
Behandlung mit Röntgenstrahlen, Gamma-Strahlen oder Elektronen, um bösartige Zellen zu schädigen oder zu vernichten. Die Strahlung kommt von außerhalb des Körpers (externe Bestrahlung) oder von radioaktivem Material, das direkt in den Tumor appliziert wird (Implantationsbestrahlung). -
Studieneinschluss
Studieneinschluss
Der Prozess, Patienten in eine klinische Studie (Forschungsstudie) aufzunehmen oder die Anzahl der bereits in die Studie aufgenommenen oder wahrscheinlich aufzunehmenden Patienten.
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Syngen
Syngen
Siehe „Transplantation“. -
System for Thalidomide Education and Prescribing Safety (S.T.E.P.S.®)-Programm (Informationsprogramm zu Thalidomid und Verschreibungssicherheit)
System for Thalidomide Education and Prescribing Safety (S.T.E.P.S.®)-Programm (Informationsprogramm zu Thalidomid und Verschreibungssicherheit)
Ein für Ärzte, Pflegepersonal, Apotheker und Patienten konzipiertes Programm, mit dem sichergestellt wird, dass sich entwickelnde Föten Thalidomid nicht ausgesetzt werden. -
Systemische Therapie
Systemische Therapie
Eine Therapie, bei der Substanzen verwendet werden, die durch den Blutstrom im gesamten Körper verteilt werden, sodass alle Krebszellen im Körper erreicht und getroffen werden. -
Systemischer Lupus erythematodes (SLE)
Systemischer Lupus erythematodes (SLE)
Siehe „Lupus“. -
Szintigraphie
Szintigraphie
Nuklearmedizinisches Verfahren zur bildmäßigen Aufzeichnung der Verteilung gammastrahlender Radionuklide im Körper. Bei der Szintigraphie werden radioaktive Isotope bestimmter Elemente (z. B. des Jods) in den Körper eingebracht, durch deren radioaktive Strahlung Veränderungen bzw. Abläufe im Körper sichtbar gemacht werden. Krankhaft veränderte Gewebepartien nehmen Radiopharmaka anders an als gesunde. Das resultierende Aktivitätsverteilungsbild heißt Szintigramm.
T
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T-Lymphozyten
T-Lymphozyten
Thymusabhängige Lymphozyten, auch T-Zellen genannt. -
T-Zellen (T-Lymphozyten)
T-Zellen (T-Lymphozyten)
Eine Art des weißen Blutkörperchen, das im Immunsystem eine zentrale Rolle spielt. T-Zellen lassen sich von anderen Lymphozyten, wie B-Zellen und natürlichen Killerzellen (NK-Zellen), anhand eines T-Zell-Rezeptors (TCR) an der Zelloberfläche unterscheiden. Sie werden T-Zellen genannt, weil sie im Thymus heranreifen (obgleich manche T-Zellen auch in den Mandeln reifen). -
Thrombose
Thrombose
Durch Bildung eines Blutgerinnsels (Thrombus) bedingter teilweiser oder vollständiger Verschluss eines Blutgefäßes (»Blutgefäßverstopfung«) mit Behinderung des Blutstroms. Erhöhte Thrombosegefahr besteht u.a. nach Operationen und Geburten; besonders Krampfadern neigen zu Entzündungen und Thrombosebildung (Thrombophlebitis). Thrombosen entstehen am häufigsten in den Venen (v.a. der Beine und des Beckens), seltener in der Herzhöhle und den Arterien. Bei jeder Thrombose besteht die Gefahr der Embolie. Die Behandlung umfasst Kompressionsverbände und möglichst frühzeitige Bewegung (Embolieprophylaxe), Wiederherstellung der Gefäßfunktion durch medikamentöse Thrombolyse oder chirurgische Beseitigung des Verschlusses (Thrombektomie). -
Thrombozyten (Blutplättchen)
Thrombozyten (Blutplättchen)
Die Thrombozyten sind winzige, unregelmäßig geformte Blutplättchen, die im Knochenmark gebildet und ein bis zwei Wochen später in Milz, Leber und Lunge wieder abgebaut werden. Sie verweilen etwa zehn Tage in der Blutbahn, falls sie nicht vorher zur Blutstillung und Thrombusbildung verwendet werden. Die Thrombozyten spielen eine wichtige Rolle bei der Blutgerinnung. Wird ein Blutgefäß verletzt, lagern sich die Thrombozyten an die Wundränder an und innerhalb weniger Minuten entsteht ein Pfropf, der die Wunde – wenn sie nicht allzu groß ist – verschließt. Bei einer Verminderung der Blutplättchen ist die normale Blutstillung gestört, während sich bei einer Erhöhung vermehrt Blutgerinnsel bilden, die zu einem gefährlichen Gefäßverschluss führen können. Ein bekanntes Medikament, das die Zusammenballung der Thrombozyten hemmt, ist die Acetylsalicylsäure (ASS),die bei niedrigen Thrombozytenwerten wegen Blutungsgefahr nicht anzuwenden ist.
URSACHEN FÜR EINE VERMEHRUNG DER THROMBOZYTEN
(Thrombozytose):
• Infektionskrankheiten
• metastasierende Krebserkrankungen
• Eisenmangel
• Entfernung der Milz
• große Operationen
• Entzündungen
• Tuberkulose
• Chronische Myeloische Leukämie (CML)
• Essenzielle Thrombozythämie
• Kortisoneinnahme
URSACHEN FÜR EINE VERMINDERUNG DER THROMBOZYTEN (Thrombozytopenie):
• angeboren
• Schädigung der Blutplättchen durch Autoantikörper, Medikamente, nach Infektionen
• Verminderte Blutplättchenbildung im Knochenmark durch Krebserkrankungen, Leukämie, Strahlenschädigung
• vermehrte Zerstörung von Blutplättchen in der Milz
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Thrombozytopenie
Thrombozytopenie
Eine niedrige Anzahl von Blutblättchen im Blut. Die normale Anzahl ist 150.000 bis 250.000/µl. Wenn die Anzahl an Blutplättchen weniger als 50.000 ist, kann es zu Blutungskomplikationen kommen. Zu gefährlichen Blutungen kommt es normalerweise nur bei einer Reduktion unter 10.000. -
Thrombozytose
Thrombozytose
Erhöhung der Anzahl der Blutplättchen. -
Tiefe Venenthrombose (TVT)
Tiefe Venenthrombose (TVT)
Eine Erkrankung, die auf ein Blutgerinnsel (Thrombus) in einer oder mehreren der tiefen Venen im Körper (normalerweise in den Beinen oder Armen) zurückzuführen ist. Eine tiefe Venenthrombose kann Schmerzenoder Schwellungen im Bein verursachen, jedoch auch ganz ohne Symptome verlaufen.
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TNF (Tumornekrosefaktor)
TNF (Tumornekrosefaktor)
Ein biologischer Responsemodifier , der die natürliche Antwort des Körpers auf eine Erkrankung verbessern kann. -
Toxine
Toxine
Giftstoffe, die von bestimmten Tieren, Pflanzen oder Bakterien produziert werden. -
Transfusion
Transfusion
Die Verabreichung von Blut oder Blutprodukten. -
Transplantat mit passendem Fremdspender (MUD)
Transplantat mit passendem Fremdspender (MUD)
Siehe „Transplantation”. -
Transplantation
Transplantation
Stammzellen oder Knochenmark werden verwendet, um bei einem Patienten nach einer Hochdosis-Chemotherapie und/oder Bestrahlung die Möglichkeit der Blutproduktion zu erhalten. Die Transplantation ist keine Therapie sondern eine unterstützende Methode, um die Hochdosis-Therapie möglich zu machen. Knochenmarktransplantation (KMT) eine Behandlung bei der ein Patient, der mit Hochdosischemotherapie oder Bestrahlung behandelt wurde, mit Knochenmark infundiert wird. Das infundierte Knochenmark kann vom Patienten selbst vor der Therapie oder von einem Spender entnommen werden. Dieses Verfahren wurde bzw. wird überwiegend in den USA angewendet. Periphere Blutstammzelltransplantation (SZT oder ASZT) eine Behandlung, die ähnlich der Knochenmarktransplantation ist. Es werden gesunde Stammzellen vom zirkulierenden Blutsystem des Patienten (nicht vom Knochenmark) entnommen und aufbewahrt, bevor der Patient mit Hochdosischemotherapie oder Bestrahlung behandelt wird. Die Stammzellen werden dem Patienten dann zurückgegeben. Sie führen zur Bildung von neuen Blutzellen und ersetzen die Zellen, die durch die Therapie zerstört wurden. Dieses Verfahren ist Standard in Europa. Allogen die Infusion von Knochenmark von einer Person (Spender) zu einer anderen (Empfänger). Ein Patient erhält Knochenmark von einem passenden, jedoch genetisch nicht identischen Spender. Zur Konditionierungstherapie siehe auch RIC Autolog Knochenmark wird von einem Patienten entnommen und dann dem gleichen Patienten nach einer intensiven Therapie zurückgegeben. Passende Fremdspende bezieht sich auf eine Knochenmarktransplantation bei der der Patient Knochenmark von einer genetisch passenden Person bekommt, die allerdings kein Familienangehöriger ist. Syngen die Infusion von Knochenmark oder Stammzellen von einem identischen Zwilling zu einem anderen. -
Tumor
Tumor
Eine abnormale Menge an Gewebe, die durch übermäßige Zellteilung entsteht. Tumore üben keine verwertbaren Körperfunktionen aus. Sie können entweder benigne oder maligne sein. -
Tumorlyse-Syndrom (TLS)
Tumorlyse-Syndrom (TLS)
Eine Erkrankung, die durch Abbauprodukte sterbender Krebszellen ausgelöst wird und zum Nierenversagen führen kann. -
Tumormarker
Tumormarker
Ein Stoff im Blut oder einer anderen Körperflüssigkeit, der anzeigen kann, dass eine Person Krebs hat. -
Tumornekrosefaktor (TNF)
Tumornekrosefaktor (TNF)
Ein biologischer Responsemodifier, der die natürliche Antwort des Körpers auf eine Erkrankung verstärken kann. -
Tumorsuppressorgen
Tumorsuppressorgen
Auch als Antionkogen bezeichnet. Ein Gen, das eine Zelle vor einem Schritt auf dem Weg hin zu Krebs/zur Entartung schützt. Wenn dieses Gen mutiert und dadurch seine Funktion ganz oder teilweise verliert, kann aus der Zelle eine Krebszelle werden, was in der Regel mit weiteren genetischen Veränderungen verbunden ist.
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Überempfindlichkeitsreaktion
Überempfindlichkeitsreaktion
Eine unerwünschte Reaktion des normalen Immunsystems, manchmal nach der Einnahme eines Medikaments. Dazu gehören Allergien und Autoimmunität. Diese Reaktionen können den Körper schädigen, unangenehm sein oder sogar tödlich verlaufen. -
Unterstützende Behandlung
Unterstützende Behandlung
Eine Therapie, die gegeben wird, um Komplikationen und Nebenwirkungen zu verhindern, zu verbessern oder zu kontrollieren und das Wohlbefinden des Patienten und dessen Lebensqualität zu verbessern. -
Unterstützende Therapie
Unterstützende Therapie
Eine Therapie, die gegeben wird, um Komplikationen und Nebenwirkungen zu verhindern, zu verbessern oder zu kontrollieren, und um das Wohlbefinden des Patienten und die Lebensqualität zu heben.
V
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Vakzin
Vakzin
Eine Zubereitung von getöteten Mikroorganismen, lebenden abgeschwächten Organismen oder lebenden voll funktionsfähigen Organismen die verabreicht wird, um eine künstliche Immunantwort gegen eine bestimmte Erkrankung hervorzurufen. -
Vaskulärer endothelialer Wachstumsfaktor (VEGF)
Vaskulärer endothelialer Wachstumsfaktor (VEGF)
Ein Wachstumsfaktor, der das Wachstum von neuen Blutgefäßen (Angiogenese) anregt. -
Velcade®
Velcade®
Wirkstoff Bortezomib, siehe Proteasomeninhibitoren -
Venöser Thromboembolismus (VTE)
Venöser Thromboembolismus (VTE)
Eine Erkrankung, bei der sowohl eine tiefe Venenthrombose (TVT) als auch eine Lungenembolie (LE) auftritt. Fast zwei Drittel aller VTE-Fälle treten in Folge eines Krankenhausaufenthaltes auf. Die Risikofaktoren umfassen eine Infektion, ein Alter über 75 Jahren und VTE in der medizinischen Vorgeschichte. Siehe „Tiefe Venenthrombose (TVT)“ und „Lungenembolie (LE)“.
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Virus
Virus
Ein kleines Lebewesen, das Zellen infizieren kann und dazu führen kann, dass die Zellfunktion sich verändert. Eine Virusinfektion kann dazu führen, dass eine Person Symptome entwickelt. Die Erkrankung und die Symptome sind abhängig von der Art des Virus und der Art der befallenden Zellen. -
Vollblut
Vollblut
Blut zur Analyse, ohne dass bestimmte Blutbestandteile vorher abgetrennt werden.
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Vollständige Remission
Vollständige Remission
Wenn ein Krebs so gut anspricht, dass er nicht mehr nachweisbar ist. Beim Myelom bedeutet eine komplette Remission (CR), dass das Myelomprotein nicht mehr im Blut und/oder Urin nachweisbar ist und das Knochenmark keine Anzeichen eines Myeloms aufweist.
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Wachstumsfaktoren
Wachstumsfaktoren
Medikamente, die das Wachstum von Stammzellen im Blut stimulieren und in den Blutkreislauf freigesetzt werden.
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Weiße Blutkörperchen
Weiße Blutkörperchen
Allgemeine Bezeichnung für verschiedene Zellen, die dafür verantwortlich sind, Keime, Infektionen oder Allergie verursachende Substanzen zu bekämpfen. Diese Zellen werden im Knochenmark gebildet und verteilen sich dann in anderen Körperteilen. Bestimmte Untergruppen von weißen Blutkörperchen sind z.B. die Neutrophilen, Granulozyten, Lymphozyten und Monozyten. -
Wirbel
Wirbel
Einer der 33 Knochensegmente der Wirbelsäule. -
Wirbelgelenk
Wirbelgelenk
Die Verbindung zwischen den Knochen der Wirbelsäule. -
Wirbelkörper
Wirbelkörper
Der runde Knochenbereich eines Wirbels.
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Wirksamkeit
Wirksamkeit
Die Fähigkeit, eine Wirkung hervorzurufen; in der Krebsforschung bezieht sich „Wirksamkeit“ darauf, ob die Behandlung wirkt/funktioniert.
X
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Z
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Zelldifferenzierung
Zelldifferenzierung
Der Prozess, in dem junge, unreife (unspezialisierte) Zellen individuelle Charakteristika annehmen und schließlich ihre Reife (spezialisierte) Form und Funktion annehmen. -
Zelle
Zelle
Die kleinste Einheit eines lebenden Organismus. -
Zellproliferation
Zellproliferation
Eine Steigerung in der Anzahl von Zellen, die aus einer gesteigerten Wachstums- und Zellteilungsrate resultiert. -
Zyste
Zyste
Eine Ansammlung von Flüssigkeit oder halbfestem Material in einem Beutel. -
Zytogenetik
Zytogenetik
Teilgebiet der Genetik, das sich mit der Analyse von Chromosomen.
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Zytokine
Zytokine
Substanzen, die von Zellen des Immunsystems freigesetzt werden, um das Wachstum und die Aktivität einer bestimmten Zellart zu stimulieren. Zytokine werden lokal produziert (z.B. im Knochenmark) und sie zirkulieren auch im Blutstrom. -
Zytoplasma
Zytoplasma
Das geleeartige Material, aus dem ein Großteil der menschlichen Zelle innerhalb der Zellmembran besteht und das den Zellkern umgibt. -
Zytostatika
Zytostatika
Substanzen, die wegen ihrer hemmenden Wirkung auf das Wachstum und die Vermehrung besonders von rasch wachsenden Zellen zur Chemotherapie von Tumoren verwendet werden. Die zytostatische Therapie geht dabei von der Vorstellung aus, dass sich Tumorzellen von normalen Zellen durch eine der Wachstumsregulation entzogene, erhöhte Zellteilungsrate unterscheiden. Bekannte Zytostatika, die zur Behandlung des MMs eingesetzt werden, sind Melphalan (Alkeran®), Cyclophosphamid (Endoxan®), Bendamustin (Levact®) oder Doxorubicin (Adriamycin®). Sie werden vielfach auch in Kombination mit den neuen Substanzklassen eingesetzt
